Lage
Zwischen
Theater des Pompeius und dem
Stadion des Domitian. (
Google map)
Inschriften
Quellen
Ammianus Marcellinus XVI 10,14.
Cassius Dio LXIX 4,1:
„Obwohl
Hadrian gegen diese Männer aufgebracht war, tat er ihnen nichts zuleide, da er keinen triftigen Grund fand, sie zu beseitigen. Den Architekten
Apollodoros hingegen, der
Trajans verschiedene Bauwerke, das
Forum, des Odeion und das Gymnasium in Rom ausgeführt hatte, schickte er zunächst in die Verbannung und ließ ihn später sogar hinrichten, angeblich wegen eines Vergehens, in Wirklichkeit aber aus folgende Grund: Als ihn einmal
Trajan wegen einer Bauangelegenheit um Rat fragte, unterbrach ihn Hadrian mit einer Zwischenbemerkung, worauf Apollodoros ihm bedeutete: «Geh weg und mal Deine Kürbisse! Von den Dingen verstehst du nämlich nichts!» Hadrian aber bildete sich damals zufällig viel auf ein solches Gemälde ein. (3) Als er nun Kaiser geworden war, trug er
Apollodoros diese Kränkung immer noch nach und wollte die kühne Rede des Mannes nicht durchgehen lassen. Er schickte also dem Apollopdoros den Plan vom
Tempel der Venus und Roma, um ihm vor Augen zu führen, daß auch ohne seine Mithilfe ein großer Bau zustande kommen könne, und fragt an, ob die Anlage stimme. (4) Der Architekt stellte in seinem Antwortschreiben aber fest, daß erstens, was den Tempel betrifft, dieser auf hohem Gelände hätte errichtet werden und die Erde darunter ausgehoben werden müssen, damit er an der heiligen Straße wegen seiner höheren Lage deutlicher zu sehen sei und in seinem Unterbau auch die Maschinen aufnehmen könne. Man sei dadurch in der Lage, dieselben unbemerkt zusammenzusetzen und ohne daß jemand zuvor etwas davon wisse, ins Theater hereinzubringen. Was sodann die Statuen betraf, meinte
Apollodoros, daß sie im Verhältnis zur Höhe der Cella zu groß geraten seien. (5) «Wenn nämlich die Göttinnen aufstehen und herausgehen wollen», meinte er, «werden sie dazu nicht in der Lage sein.» Auf diese barsche schriftliche Antwort hin ärgerte sich
Hadrian und war äußerst ungehalten, daß er einen solchen Fehler begangen hatte. Und er konnte seinen Zorn und Schmerz nicht bezähmen, sondern ließ den Mann hinrichten." (Übers. nach Otto Veh)
Sueton, Domitian 5.
Chronogr. a. 354 p. 146 m.
Hieronimus a. Abr. 2105.
Notitia reg. IX.
Polemius Silvius ed. Mommsen chron. min. 1, 545.
Beschreibung
Das Odeum kann zwischen dem
Stadion des Domitian und dem
Theater des Pompeius lokalisiert werden. Nur gringe Teile im nördlichen Bereich seines Bühnengebäudes und seiner Substruktionen sind ausgegraben worden. Der Bau wurde unter Kaiser
Domitian errichtet und augenscheinlich in der Zeit von Kaiser
Trajan unter der Leitung des Architekten
Apollodoros von Damaskus renoviert. Noch im 6. Jh. zählte er zu den Mirabilia der Stadt Rom und galt als äußerst repräsentativer Bau. Er war einer der Spielstätten bei den unter Kaiser Septimius Severus abgehaltenen ludi saeculares.
Literatur
H. Jordan - Chr. Hülsen, Topographie der Stadt Rom im Alterthum (Berlin 1907) 594-595.
S.A. Platner - Th. Ashby, A topographical Dictionary of ancient Rome (London 1929) 371.
M. Clavel-Lévêque, L'espace des jeux dans le monde romain: hégémonie, symbolque et pratique sociale, in: ANRW II 16,3 (Zürich 1986) 2425-2426.
P. Ciancio Rosetti - G. Pisani Sartorio, Teatri greci e romani alle origini del linguaggio rappresentato, II (Rom 1994) 603.
Steinby, Lexicon Topographicum Urbis Romae, III (Rom 1996) 359-360 Abb. 220 s.v. Odeum (P. Virgili)
F. Coarelli, Roma. Guide Archeologiche Laterza (Rom - Bari 1997) 15. 299. 301. 337.
Giovanna Tosi, Gli edifici per spettacoli nell'Italia Romana, I (Rom 2003) 29
Veranstaltungen
Ludi saeculares des Septimius Severus
Das Odeum war neben einem
hölzernen Theater und dem
Theater des Pompeius eine der drei Spielstätten bei den
severischen ludi saeculares mit Theaterbühne neben dem
Circus Maximus. Die Auftritte der berühmten Pantomimen
Apolaustus (8),
Pylades (IV) und Marcus sind eigens überliefert.
