Argos, grosses Theater (Photo R. Gogräfe)
Argos, grosses Theater (Photo R. Gogräfe)

Inschriften

Bauinschrift der Zeit Kaiser Hadrians:

Literatur: G. Vollgraff, Le théâtre d’Argos, Mnemosyne 1951, 199.

Quellen

Paussanias II 20,7:

„Nicht weit davon liegt das Theater. Darin befindet sich neben anderen Sehenswürdigkeiten die Statue eines Mannes, der einen anderen tötet, nämlich der Agiver Perilaos, der Sohn des Alkenor, den Spartaner Othryadas. Dieser Perilaos hatte auch vorher bereits einen Sieg bei den Nemeen im Ringkampf gewonnen.“

Maße

Dm cavea 77,28 m
Dm orchestra 14,5 m
Tiefe des griechischen Bühnengebäudes 6 m

Beschreibung

Das griechische Theater stammt aus dem letzten Viertel des 4. Jhs. oder dem 1. Viertel des 3. Jhs. v. Chr., im 2. Jh. v. Chr. wurde eine Porticus hinter dem Bühnengebäude gebaut. Die cavea wurde in einen felsigen Abhang geschlagen. Unter Hadrian erfolgte ein Umbau, erst in der Spätantike wurden Kolymbethra für Tethymimen hinzugefügt, d.h. man baute die orchestra für Naumachien und Wasserspiele um.

Zuschauer: 20.000

Literatur

O.A.W. Dilke, Annual of the British Scholl at Athens 43, 1948, 192.

O.A.W. Dilke, Details and Chronology of Greek Theatre Caveas, Annual of the British School at Athens 45, 1950, 39-41.

G. Vollgraff, Le théâtre d’Argos, Mnemosyne 1951, 193-203. 198 Taf. IV.

G. Roux, Chronique des fouilles en 1955, Bulletin de la Correspondence Hellénique 80, 1956, 376-395 Abb. 27-49.

ders., Chronique des fouilles en 1956, Bulletin de la Correspondence Hellénique 81, 1957, 638-646 Abb. 1-16.

G. Traversari, Gli spettacoli in acqua nel teatro tardo-antico (Rom 1960) 34-36 Abb. 11-12.

G. Forni, Enciclopedia dell’Arte Antica, Supplemento 1970 (Rom 1973) s. v. teatro

J.-Ch. Moretti, Travaux de l’Ècole Française en Grèce en 1986, Bulletin de la Correspondence Hellénique 111, 1987, 603-607 Abb. 30-33.

ders., Travaux de l’Ècole Française en Grèce en 1987, Bulletin de la Correspondence Hellénique 112, 1988, 716-729 Abb. 21-26.

M. Guggisberg, Terracotten aus Argos. Ein Fundkomplex aus dem Theater, Bulletin de la correspondence Hellénique 112, 1988, 167-234.

ders., Travaux de l’Ècole Française en Grèce en 1988, Bulletin de la Correspondence Hellénique 113, 1989, 717-722 Abb. 21-30.

ders., Travaux de l’Ècole Française en Grèce en 1989, Bulletin de la Correspondence Hellénique 114, 1990, 866-872 Abb. 27-33.

C. Courtois, Le bâtiment de scène dans les théâtres antiques de l'Italie et de la Sicile. Étude chronologique et typologique (Löwen 1989)  32. 210.

J.Ch. Moretti, Théâtres d’Argos. Sites et monuments 10 (Paris 1993)

P. Ciancio Rossetto – G. Pisani Sartorio (Hrsg.), Teatri greci e romani alle origini del linguaggio rappresentato, II (Rom 1994) 125f. Abb.

P. Marchetti – Y. Rizakis, Recherches sur les mythes et la topographie d’Argos, IV. L’agora revisitée, Bulletin de la correspondence hellénique 119, 1995, 437-472.

R.G. Chase, Ancient Hellenistic and Roman Amphitheatres, Stadiums, and Theatres – the way they look now (Portsmouth, New Hamphshire 2002) 578f. Abb.

M.C. Sturgeon, Dedications of Roman Theatres, in: CARIS: Essays in Honor of Sara A. Immerwahr, Hesperia Supplement 33 (Athen 2004) 419.

E. Burmeister, Antike griechische und römische Theater (Darmstadt 2006) 42 Abb.

A. Berlan-Bajard, Les spectacles aquatiques Romains. Collection de l’École Française de Rome 360 (Rom 2006) 256-272. 506-518 Abb. 27-29.

F. Sear, Roman Theatres. An Architectural Study. Oxford Monographs in Classical Archaeology (Oxford 2006) 386.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.stoa.org/metis/cgi-bin/qtvr?site=argos

Öffnet externen Link in neuem Fenster
http://www.whitman.edu/theatre/theatretour/argos/introduction/argos.intro1.htm

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://web.kyoto-inet.or.jp/org/orion/eng/hst/greek/argos.html

Veranstaltungen

Heraia, Hekatombaia oder Schild von Argos:

Das Fest zu Ehren der Hera wurde ebenso „Schild von Argos“ genannt, weil der Siegespreis außer einem Myrtenkranz eben ein Bronzeschild war. Pindar nennt die Feiern oftmals unter diesem Namen und zählt sie in einem Atemzug mit den großen panhellenischen Spielen auf. Die Bezeichnung Hekatombaia ist eine ältere als der Name Heraia und bezeichnet das große Stieropfer als zentrales Ereignis der Feier. In der älteren Forschung hielt man beide bisweilen für verschiedene Feste, die Bezeichnung Hekatombaia verschwindet schließlich in hellenistischer Zeit. In der römischen Kaiserzeit werden die Spiele schließlich als kaiserlich, Sebasteia, bezeichnet. Eine 45 Stadien (Herodot I 31) lange Prozession führte von der Stadt aus ins Heiligtum der Hera, die von Männern in Waffen begleitet wurde (Aeneas Tacticus, Poliorc. 17). Ab hellenistischer Zeit sind musische Agone bezeugt, Musiker und Schauspieler wurden geehrt.

Lit.:  M. P. Nilsson, Griechische Feste von religiöser Bedeutung (Leipzig 1906) 42-46; I. Ringwood Arnold, Agonistic features of Local Greek Festivals chiefly from Inscriptional Evidence (Dissertation Columbia 1927) 67-69; I. Ringwood Arnold, The Shield of Argos, American Journal of Archaeology 41, 1937, 436-440; P. Angeli Bernardini, Hekatombaia o Heraia di Argo, Stadion 2, 1976, 213-217; P. Amandry, Sur les concours argiens, in: Études Argiennes = Bulletin de la Correspondence Hellénique, Supplément VI (Paris 1980) 211-253; P. Herz, Die musische Agonistik und der Kunstbetrieb der Kaiserzeit, in: J. Blänsdorf (Hrsg.), Theater und Gesellschaft im Imperium Romanum. Mainzer Forschungen zu Drama und Theater 4 (Tübingen 1990) 178; D. H. J. Larmour, Stage and Stadium. Drama and Athletics in Ancient Greece, Nikephoros Beihefte 4 (Hildesheim 1999) 172; P. Valavanis, Games and Sanctuaries in Ancient Greece (Athen 2004) 394.

Quellen und Inschriften:

Pausanias II 24,2 (bei Beschreibung der Akropolis von Argos):

„Daran schließt sich das Stadion an, in dem sie den Wettkampf für den nemeischen Zeus und die Heraiai abhalten.“

Zu den Verhältnissen 303 v. Chr. Plutarch, Demetrios 25,2:

„Und als in Argos gerade die Zeit des Herafestes gekommen war, richtete er die Spiele aus und feierte das Fest zusammen mit den Griechen und heiratete Deidameia, die Tochter des Molosserkönigs Aiakides und Schwester des Pyrrhos.“

Zu Philipp V. im Jahre 209 v. Chr. Livius XXVII 30,9:

„Dort wurde ihm die Ausrichtung der Heraia und Nemäen durch Volksbeschluß übertragen, da sich die makedonischen Könige auf argivische Herkunft zurückführen, und nach Beendigung der Heraia brach er unmittelbar von den Spielen zu der viel früher angekündigten Konferenz der Bundesgenossen nach Aigion auf.“

Inschriftliche Erwähnung der dramatischen Agone des C. Julis Bassus:

Lit.: G. Vollgraff, Novae inscriptiones Graecae, Mnemosyne 47, 1919, 258-260; E. J. Jory, A PAIS KWMWDOS and the DIA PANTWN. Some problems of festival competitions, Bulletin of the Institute of Classical Studies 14, 1967, 87.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterSiegerinschrift in Delphi, FdD III 1, Nr. 550, Z. 11.

Siegerliste aus Öffnet internen Link im aktuellen FensterTegea, IG V 2,118 (2. Jh. v. Chr.), mit Erwähnung einer Aufführung der Stücke Öffnet internen Link im aktuellen FensterHerakles und Öffnet internen Link im aktuellen FensterArchelaos des Öffnet internen Link im aktuellen FensterEuripides.

Siegerinschrift aus Athen, IG III 1, 116; Kaibel 931; IG II/III2 3158:

Kommentar: In der fragmentierten kaiserzeitlichen Siegerinschrift aus Athen wird mit Bezug auf einen Rhetor oder den Onetor seiner Siege bei den Pythien, bei den Nemeen, in Theben, bei den Spielen von Lebadeia, solchen in Platää und schließlich beim Schild von Argos gedacht.

Lit.: L. Robert, Études épigraphiques et philologiques. Bibliothèque de l’école des hautes études (Paris 1938) 29-30.

Siegerinschrift der Zeit Hadrians aus Athen mit Aufführung der gewonnenen Agone, IG III 1, 127:

„Die Eleutheria in Platää, die Öffnet internen Link im aktuellen FensterPanhellenien in Athen, die Eleutheria in Platää, die hadrianischen Olympien in Smyrna, die Öffnet internen Link im aktuellen FensterOlympien in Smyrna, die Herakleia in Theben, die Nemeen in Argos, die Olympieia in Athen, die Öffnet internen Link im aktuellen FensterOlympien in Ephesos, die Öffnet internen Link im aktuellen FensterBarbilia in Ephesos und den Schild von Argos.“

Siegerinschrift des Öffnet internen Link im aktuellen FensterValerius Eklektus aus Sinope, in Athen, nach 248 n. Chr., CIA III 129; IG III 1, 129.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterStatuenbasis eines Flötenspielers, gefunden in Delphi, östlich vom Schatzhaus der Sikyonier, FdD III 1 (Paris 1929) 361 f. Nr. 547.

Siegerinschrift aus Tlos, Öffnet internen Link im aktuellen FensterH.A. Ormerod – E.S.G. Robinson, Inscriptions from Lycia, JHS 1914, 10 Nr. 15.

Siegerinschrift aus Athen, CIG 234; IG II 1320; IG II/III2, 3145:

In einer Amphore steht geschrieben „Panathenäen“, in einem Pinienkranz „Isthmien“, in einem Schild „Schild von Argos“, in einem Eppichkranz „Nemeen“, darunter „] Sohn des Alexander, aus Rhamnous, setzte es.“

Ehreninschrift eines Flötenspielers, aus Aphrodisias, CIG II 2810 (severisch):

„ … den Kallimorphos, Sohn des Klaudios Agathangelos, durch sein ganzes Leben hindurch Priester der Göttin Nike, den ersten und einzigen Sieger seit Anbeginn der Zeit in allen panhellenischen Wettkämpfen im Flötenspiel, welcher die unten aufgeführten heiligen Agone gewonnen hat: die pythischen Spiele, die aktischen Spiele, den Schild von Argos 2 mal, die Barbilia in Ephesos 4 mal in Folge und in der Einzelausscheidung die pergamenischen Spiele 3 mal in Folge und in der Einzelausscheidung, den Koinon von Syrien in Antiocheia 2 mal in Folge, den Öffnet internen Link im aktuellen FensterKoinon von Kilikien in Tarsos 2 mal in Folge, die kyzikenischen olympischen Spiele, die hadrianeischen olympischen Spiele in Ephesos. Er gewann  alle Wettkämpfen in der mit einem Talent und der mit einem halben Talent dotierten Klasse.“

Lit.: E. J. Jory, A PAIS KWMWDOS and the DIA PANTWNSome problems of festival competitions, Bulletin of the Institute of Classical Studies 14, 1967, 86; Ch. Roueché, Performers and Partisans at Aphrodisias in the Roman and Late roman Periods, JRS Monographs 6 (London 1993) 193f. Nr. 67.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterCIG 3208; IGRR IV 1432 (severisch):

Kommentar: Die in Smyrna gefundene Ehreninschrift des Kitharöden C. Antonius Poplios Septimius zählt unter seinen Siegen auch einen beim Schild von Argos bzw. den Heraia errungenen hinzu.

Nemeen:

Zwar wurden die nemeischen Spiele als einer der 4 großen panhellenischen Agone ursprünglich in Nemea selbst abgehalten, doch war die Führung dieser Spiele oftmals zwischen Argos, Kleonai, Korinth und Mykene sowie dem Achäischen Bund umstritten. Entsprechend änderte sich auch der Ort ihrer Veranstaltung verschiedentlich. Wenigstens seit 237 v. Chr. wurden sie endgültig in Argos ausgerichtet und Nemea verfiel. Wichtigster Bestandteil waren die gymnischen Agone, doch gab es wohl nicht erst seit hellenistischer, sondern nach einer Vasendarstelung zu schließen schon seit klassicher Zeit auch musische Wettbewerbe.

Literatur: Pauly-Wissowa Realencyclopädie 16 (Stuttgart 1935) 2322-2327 s. v. Nemea (K. Hanell); E. N. Gardiner, Greek Athletic Sports and Festivals (London 1910) 226; Th. Klee, Zur Geschichte der gymnischen Agone in griechischen Festen (Leipzig 1918) 27f. 43ff. 98ff.; E. Simon, Archemoros, Archäologischer Anzeiger 1979, 31-45; St.G. Miller, Excavations at the Panhellenic Site of Nemea, in: W. J. Raschke (Hrsg.), The archaeology of the Olympics (University Wisconsin 1988) 141-151; S. G. Miller, Nemea. A Guide to the Site and Museum (Berkeley 1990) 23-25. 55; D. H. J. Larmour, Stage and Stadium. Drama and Athletics in Ancient Greece, Nikephoros Beihefte 4 (Hildesheim 1999) 183; S. Aneziri, Die Vereine der dionysischen Techniten im Kontext der hellenistischen Gesellschaft, Historia Einzelschriften 163 (Wiesbaden 2003) 53 f.

Quellen und Inschriften:

Plutarch, Philopoimen 11:

„Als dann die Festversammlung für die nemeischen Spiele zusammentrat, führte Philopoimen, so wird berichtet, der zum zweiten Mal Stratege war und nicht lange zuvor die Schlacht bei Mantineia gewonnen hatte, jetzt aber wegen des Festes Ruhe hatte, zuerst den Griechen seine Phalanx vor, weil sie im vollen Kreigsschmuck in gewohnter Weise schnell und kraftvoll die taktischen Bewegungen vorführte. Wähernd darauf der Agon der Kitharöden stattfand, zog er an der Spitze der Jünglinge wieder in das Theater ein, die ihre Soldatenmäntel und purpurnen Unterkleider trugen, alle auf der Höhe der Kraft standen, etwa gleichaltrig waren und ebenso wohl größten Respekt gegen ihren Führer wie jugendlichen Stolz nach vielen ruhmreichen Kämpfen zeigten. Als sie eben eingezogen waren, stimmte gerade der Kitharöde Pylades, der die Perser der Timotheos sang, seinen Vortrag mit den Worten an: ‚Herrlich strahlenden Ruhm der Freiheit schaffend für Hellas’. Wie da die Erhabenheit der Dichtung mit der hellen Klarheit der Stimme zusammenklang, richteten sich die Blicke des Theaters von allen Seiten auf Philopoimen, und freudiger Beifall brach los, da die Griechen im Geist die alte Herrlichkeit wieder aufleben ließen und freudigen Mutes sich dem Hochgefühl von damals nahe gerückt fühlten.“

Statuenbasis aus Hermione für den Sänger, Öffnet internen Link im aktuellen FensterRhapsoden und Choreuten Pythokles, CIG 1212; Kaibel 926; IG IV 682 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

„Pantakles hat mich aufgestellt. Ich bin der Bruder jenes Pythokles, der die meisten Siegpreise entgegengenommen hat. Dreizehn griechische Siege, ich erhielt sie aus Nemea und von der Peirene (und) der Kastalia, die anderen kennt Zeus, der olympische, …”

Lit.: L. Robert, Études sur les inscriptions et la topographie de la Grèce centrale, Bulletin de la Correspondence hellénique 59, 1935, 195 f.; D. M. Robinson - E.P. Blegen - C. R. Williams, American Journal of Archaeology, 40, 1936, 531; G. Nachtergael, Les Galates en Grèce et les Soteria de Delphes (Paris 1977) 429 Nr. 15bis mit vollständiger französischer Übersetzung; S. Aneziri, Die Vereine der dionysischen Techniten im Kontext der hellenistischen Gesellschaft, Historia Einzelschriften 163 (Wiesbaden 2003) 53. 260 Anm. 284; 276f. Anm. 47.

Ehreninschrift des M. Ulpius Heliodoros in Argos, IG IV 591:

„Aufgrund eines Beschlusses des Rates von Argos (ehrt) die Stadt Thessaloniki Marcus Ulpius Heliodoros, den Sohn des Diodoros, ihren Bürger, der bei den Nemeischen Spielen 4 mal siegte, bei den Olympischen Spielen 3 mal, bei den Pythischen Spielen, bei den Isthmischen Spielen 5 mal, bei den aktischen Spielen 2 mal, in Neapel 2 mal, bei den Spielen um den Schild von Argos 3 mal, beim Koinon von Asien 2 mal, bei den Urania 4 mal, sowie bei so vielen Agonen in der ganzen Provinz, wie kein Kitharasänger vor ihm, in Begleitung des Betreuers Marcus Ulpius Theodoros, seines Bruders.”

Bemerkenswert ist die Nennung eines Sieges bei den olympischen Spielen in Elis, weil es dort eigentlich keinen Agon von Kitharöden gab. Die Urania waren ein Fest in Sparta.

Lit.: L. Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms II (Leipzig 192210) 180; R. M. Geer, The Greek Games at Naples, Transactions and Proceedings of the American Philological Association 66, 1935, 208-221; P. Amandry, Sur les concours argiens, in: Études Argiennes = Bulletin de la Correspondence Hellénique Supplément VI (Paris 1980) 233 Anm. 54; B. Jordan, Isthmian Amusement, Classics Ireland 8, 2001, ___; M. Ch. Wallner, M. Ulpius Heliodoros und T. Flavius Archibios. Beobachtungen zu ihren Ehreninschriften (IG IV 591; I. Napoli I,51), Nikephoros 14, 2001, 91-108.

Dekret von Gortyn zugunsten des Tib. Sca… Sosimos, CIG 1719.

Die dionysischen Techniten zu Argos:

Mit der stärkeren Betonung der musischen und dramatischen Agone bei den Nemeen und Isthmien entstand ein Vereinsverband von besonders großem Einfluß, der Koinon der dionysischen Techniten aus Isthmos und Nemea. Seine Mitglieder nahmen an den Veranstaltungen der Nemeen und Isthmien, aber auch anderwärts, teil und hatten ihre Vereinssitze in Argos und Korinth. Die Entwicklung zur Gründung dieser Vereine nahm darin ihren Ausgangspunkt, als die Vielzahl von Theateraufführungen in Griechenland einen berufsmäßigen Stand erforderte. Die kleinen Gemeinden konnten das notwendige Aufkommen an Bühnenpersonal aus eigener Kraft nicht mehr decken. Schauspielertrupps begannen von Ort zu Ort zu ziehen und gründeten zuerst in Athen im frühen 3. Jh. v. Chr. einen Verein der dionysischen Techniten. Andere Vereinsgründungen folgten. Im 2. Jh. n. Chr. gab es einen das ganze römische Reich umfassenden Verband mit Hauptsitz in Rom.

Lit.: O. Lüders, Die dionysischen Künstler (Berlin 1873); F. Poland, Geschichte des griechischen Vereinswesens (Leipzig 1906) 129 ff.
Pauly-Wissowa Realencyclopädie V A (Stuttgart 1934) 2473-2557, bes. 2474-2477 s. v. Technitai (F. Poland); D. J. Geagan, A Letter of Trajan to a Synod at Isthmia, Hesperia 44, 1975, 399; H.-D. Blume, Einführung in das antike Theaterwesen (Darmstadt 1978) 81.
S. Aneziri, Die Vereine der dionysischen Techniten im Kontext der hellenistischen Gesellschaft, Historia Einzelschriften 163 (Wiesbaden 2003) 51-70.

Inschrift zu Ehrungen der dionysischen Techniten zugunsten von Zenon im Theater (?) von Argos, aus Argos, IG IV 558 (113 v. Chr.):

„Nachdem Zenon, Sohn des Hekatodoros, aus Argos fortfuhr, bei jeder Gelegenheit seine Frömmigkeit den Göttern gegenüber zu zeigen sowie dem Verein der Techniten des Dionysos aus Isthmia und Nemea in der Versammlung in Argos sein Wohlwollen zu erweisen, und allen viele und große Beweise seiner sittlichen Güte erbracht hat. Er hat sich um die höchsten Ämter der Versammlung gut und im Interesse der gemeinsamen Angelegenheiten der Versammlung gekümmert und benahm sich bei jeder Gelegenheit der Zuverlässigkeit angemessen, die er schon von Kind an gezeigt hat. Als er von der Versammlung im 32. Jahr zum Schatzmeister gewählt wurde, entrichtete er viele Summen, die der Versammlung fehlten, und alles, was seit Jahren ausstand, und noch mehr erwies er reichlich den Techniten. Als er auch von den Techniten aufgefordert wurde, kümmerte er sich um den finanziellen Ausgleich. Er benahm sich allen gegenüber gut und im Interesse der gemeinsamen Angelegenheiten der Versammlung, und von dem Geld, das er stiftete, brachte er monatlich an den Tagen der Versammlung die gesetzlichen Opfer für die Techniten dar und erwog mit Eifer, dass der Versammlung eine akrolithe Statue von Dionysos mit goldenem Gewand errichtet werden soll. Als die Versammlung aber kein Geld dafür hatte, gab er das Geld von dem, das er selbst gestiftet hatte. Er erwog ferner mit Eifer, dass auch … im Heiligtum … errichtet werden sollen, und als er von den Techniten aufgefordert wurde, sich um all dies zu kümmern vollbrachte er alle Ausgaben für die Heiligtümer voll Eifer und war Urheber von viel Gutem bei der Versammlung. … und bacchische Dreifüße, und die Geldausgaben führte er vorteilhaft durch. Zu all diesem benahm er sich in den entscheidenden Augenblicken entsptrechend der sittlichen Güte seiner Familie. Er war untadlig Urheber sowohl dieser offensichtlichen Wohltaten gegenüber der Versammlung als auch vieler stillschweigender, die er auf gute Weise für die Versammlung vollbrachte. Er kümmerte sich auch um die Herstellung des Bathrons des Standbildes von unserem Wohltäter, dem König Nikomedes, und um die Aufstellung eines Standbildes, ferner eines noch würdevolleren Standbildes im Heiligtum. Er erwog auch, daß dem Gott ein Bezirk errichtet und der Eingang mit einem Türsturz versehen sowie, daß der Bezirk überdacht wird, indem die Opfer aus seinem selbst gestifteten Geld dem Gott dargebracht werden. Damit nun auch die Techniten ihren Wohltätern den gebührenden Dank, das Lob und die Ehrungen zu erweisen scheinen und viele Nacheiferer dieselbe Anschauung hegen. Zum guten Glück. Mögen die Techniten des Dionysos aus Isthmia und Nemea in der Versammlung in Argos beschließen, man soll Zenon, den Sohn des Hekatodoros, aus Argos wegen seines Wohlwollens und seiner sittlichen Güte in Bezug auf die gemeinsamen Angelegenheiten der Versammlung loben und ihn mit einem goldenen Kranz auszeichnen, wie es bei uns väterliche Sitte ist. Am Tag des Gottes soll auch ein bronzenes Standbild von ihm mit folgender Inschrift aufgestellt werden: „Der Verein der Techniten des Dionysos aus Isthmia und Nemea in der Versammlung in Argos (ehrt) Zenon, Sohn des Hekatodoros, aus Argos wegen seines vorbildlichen Charakters und wegen seiner Wohltat gegenüber der Versammlung.“ Der Schatzmeister Zenon soll den dafür notwendigen Betrag dem ausgelosten Aufseher des Standbildes bestreiten. Der Schreiber Aristokles soll sich um die Herstellung des Kranzes kümmern und die Archonten, die jetzt amtieren, und diejenigen, die jedes Mal ausgelost werden, und der Schreiber, der jedes Mal ausgelost wird, sollen Sorge dafür tragen, daß am Tag des Gottes dieser Beschluß ausgerufen wird. Der ausgeloste Schreiber soll sich … kümmern, daß folgende Bekanntmachung am gymnischen Agon der nächsten Nemeen ausgerufen wird: „Der Verein der Techniten des Dionysos aus Isthmia und Nemea in der Versammlung in Argos zeichnet Zenon, Sohn des Hekatodoros, aus Argos mit einem goldenen Kranz aus wegen seines vorbildlichen Charakters und seiner Wohltat, die er fortwährend der Versammlung erwies, und hat ein bronzenes Standbild von ihm im Heiligtum aufgestellt, zum guten Glück.“ Der ausgeloste Aufseher des Standbildes soll diesen Beschluß der Versammlung am Bathron des Standbildes aufschreiben.“

Lit.: G. Vollgraff, Mnemosyne 49, 1921, 113-117; L. Robert, Notes d’épigraphie hellénistique, Bulletin de la Correspondence Hellénique 50, 1926, 498-501; T.B.L. Webster, Greek Theater Production (London 1956) 131-136; G.M. Sifakis, Organization of Festivals and the Dionysiac Guilds, The Classical Quarterly 15, 1965, 206-214; A. W. Pickard-Cambridge, The Dramatic Festivals of Athens (Oxford 1968; ND 1999) 312-314 Nr. 8; B. Madigan, A Transposed Head, Hesperia 60, 1991, 509; S. Aneziri, Zwischen Musen und Hof. Die dionysischen Techniten auf Zypern, Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 104, 1994, 184; H. Kotsidu, timh kai doca. Ehrungen für hellenistische Herrscher im griechischen Mutterland und in Kleinasien unter besonderer Berücksichtigung der archäologischen Denkmäler (Berlin 2000) 108ff. Nr. 54; S. Aneziri, Die Vereine der dionysischen Techniten im Kontext der hellenistischen Gesellschaft, Historia Einzelschriften 163 (Wiesbaden 2003) 364-366 Nr. B9.