Rom, Grundriss des Marcellus-Theaters.
Rom, Marcellus-Theater von außen.
Rom, antike Substruktionen des Marcellus-Theaters mit neuzeitlicher Überbauung des Palazzo Savelli-Orsini.

Inschriften

CIL I2 pp. 217, 240, 245, 252, 316, 339;

CIL VI 956:

Imp(eratori) Caesari divi Nervae f(ilio)
Nervae Traiano Aug(usto) Germ(anico)
Dacico pont(ifici) max(imo) trib(unicia) pot(estate) VIII
imp(eratori) IIII co(n)s(uli) V p(atri) p(atriae) Optumo(!) principi
sagari(i) t[hea]tri Marcell(i)
cultores domus Aug(ustae)

CIL VI 1175, 1660,

CIL VI 9868:

Q(uintus) Cornelius Q(uinti) l(ibertus)
Philomusus sagarius a theatro
Marcelli fecit sibi et suis
Corneliae Daphne conlibertae suae
et Corneliae Nymphe sorori eius l(ibertae)
se vivo intulit
Corneliam Proculam filiam ann(orum) VII
Corneliam Helpidem conlibertam et
Callitychen matrem eorum et
C(aium) Pinarium Gemellum

CIL VI 10028:

a] theatro Mar[celli 

CIL VI 33838a.

Antike Quellen

Asconius, Scaurus 45.

Augustus, Res Gestae IV 21.

Ausonius, Ludus Septem Sapientium 35-41.

Cassius Dio XLIII 49,2-3:

„ ... Auch wollte er (Cäsar) ein Theater, so wie es Pompeius getan hatte, errichten, doch konnte er nur die Grundsteine legen, die Vollendung blieb ihm versagt. Erst Augustus stellte später den Bau fertig und gab ihm den Namen seines Neffen Marcus Marcellus. (3) Doch bekam Cäsar Vorwürfe zu hören, weil er die an jenem Platz gelegenen Häuser und Tempel niederriss, die größtenteils hölzernen Standbilder verbrannte und die großen Geldschätze, die gefunden wurden, sich allesamt aneignete."

Cassius Dio LIII 30:

(5) Augustus gewährte ihm (d.h. dem Marcellus) ein Staatsbegräbnis, hielt ihm die übliche Leichenrede und ließ ihn in dem Grabmal, das eben errichtet wurde, beisetzen. Ihm zu ehrendem Gedächtnis aber vollendete er das Theater, dessen Grundsteine bereits der ältere Caesar gelegt hatte und das nun den Namen Marcellus-Theater empfing. (6) Er ordnete auch an, daß an den Öffnet internen Link im aktuellen Fensterludi Romani ein goldenes Bild des Verewigten, ferner ein goldener Kranz sowie eine sella curulis in das Theater gebracht und inmitten der Beamten, welche die Veranstaltungen leiteten, aufgestellt werden sollten."

Cassius Dio LIV 26,1:

„Hierauf weihte Augustus das nach Marcellus benannte Theater ein und im Verlauf der deshalb veranstalteten Festlichkeiten führten die Söhne der Patrizier einschließlich seines Enkels Gaius das Reiterspiel namens Troia auf; außerdem wurden 600 wilde Tiere aus Afrika getötet.”

Lit.: Troja-Spiel: RE XIII (Stuttgart 1927) 2059-2067, bes. 2066 s.v. lusus Troiae (K. Schneider); vgl. Öffnet internen Link im aktuellen FensterCass. Dio XLVIII 20,2 bei den Öffnet internen Link im aktuellen FensterLudi Apollinares.

Livius, Per. 140 (11 v. Chr.):

Thraces domiti a L. Pisone, item Cherusci, Tencteri, Chauci aliaeque Germanorum trans Rhenum gentes subactae a Druso referuntur. Octavia, soror Augusti, defuncta ante amisso filio Marcello, cuius monimenta sunt theatrum et porticus nomine eius dicata.

„Die Thraker wurden von L. Piso bezwungen; ebenso wird berichtet, daß die Cherusker, die Tencterer, die Chaucen und andere Völkerschaften der Germanen jenseits des Rheins von Drusus unterworfen wurden. Octavia, die Schwester des Augustus, starb, nachdem sie zuvor ihren Sohn Marcellus verloren hatte. Erinnerungszeichen an ihn sind das Theater und die Säulenhalle, die in seinem Namen geweiht wurden."

Martial, Epig. II 29, 5.

Plinius, nat. hist. VIII 65:

„Dieser (d.i. Augustus) hat unter den Konsuln Quintus Tubero und Öffnet externen Link in neuem FensterPaulus Fabius Maximus, der zum vierten Mal Konsul war, bei der Einweihung des Theaters des Marcellus an den Nonen des Mai als erster in Rom einen zahmen Tiger im Käfig gezeigt, der vergöttlichte Öffnet externen Link in neuem FensterClaudius aber 4 zur gleichen Zeit.”

Plutarch, Marc. XXX 6.

SHA, Sev. Alex. XXIV 3; XLIV 7.

Servius, Aen. VII 607.

Sueton, Iul. Caes. XLIV 1:

Für die Ausschmückung und Ausgestaltung Roms, wie auch für den Schutz und die Vergrößerung des ganzen Reiches, entwarf er von Tag zu Tag zahlreichere und größere Pläne: vor allem wollte er einen Marstempel errichten, so groß wie er nirgends bestand, indem er den See, wo die Seeschlacht stattgefunden, hätte auffüllen und ausebnen lassen; ferner ein Theater von außergewöhnlichem Ausmaß, angelehnt an den Tarpeischen Felsen."

Öffnet internen Link im aktuellen FensterSueton, Aug. XXIX 4.
Sueton, Aug. XLIII:

„Ein anderes Mal, bei der Eröffnung der Spiele zur Einweihung des Marcellus-Theaters, geschah es, dass sein Amtssessel unter ihm zusammenbrach und er rücklings hinfiel."

Sueton, Vespasian 19:

Anläßlich der Spiele, die zur Feier der Wiederherstellung des Marcellustheaters abgehalten wurden, hatte er auch die alten Künstler wieder auftreten lassen. Dabei gab er dem Tragöden Apellaris 400.000, den Kitharöden Öffnet internen Link im aktuellen FensterTerpnus und Öffnet internen Link im aktuellen FensterDiodorus je 200.000, einigen anderen 100.000, den übrigen mindestens 40.000 Sesterzen außer einer großen Anzahl goldener Kränze."

Kommentar: Zum Tragöden Apellaris, dessen Name auch als Apelles überliefert wird, siehe: H. Leppin, Histrionen (Bonn 1992) 203 f. mit weiteren Quellen zu diesem möglicherweise schon unter Caligula aktivem Sänger.

Tacitus, Ann. III 64: siehe unten unter "Ausstattung".

Maße

Dm orchestra 37 m
Dm cavea 129,8 m

Beschreibung

Das Theater wurde bereits von Öffnet externen Link in neuem FensterCäsar begonnen, aber erst 13 oder 11 v. Chr. unter dem Namen Marcellus-Theater unter Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus eingeweiht. Unter Vespasian wurde ein neues Bühnengebäude geweiht und in der Zeit von Öffnet externen Link in neuem FensterAlexander Severus erfolgten Renovierungsarbeiten.

Das Theater liegt in flachem Gelände, weshalb die cavea vollständig auf Substruktionen ruht. Die äußere Fassade des Baues ist in 41 Arkaden gegliedert, die heute noch in 2 Etagen aufrecht stehen; darüber gab es noch ein weiteres Stockwerk. Zwischen den Bögen der unteren Etage waren dorische Halbsäulen, in der oberen Etage ionische Halbsäulen vor die Pilaster gestellt. Von der dritten Etage ist in situ nichts erhalten, nach aufgefundenen Architekturteilen war sie jedoch mit korinthischen Halbsäulen verziert; die dazwischen rekonstruierten Fenster sind in Analogie zum später entstandenen Kolosseum vermutet worden. Und schließlich ist darüber noch eine niedrige Attikazone anzunehmen, welche die Halterungen für die Sonnensegel aufnahm. Die Gesamthöhe der Fassade betrug ca. 32m. Die Schlusssteine jedes Bogens waren mit einer kolossalen Maske geschmückt.

Durch die Arkaden gelangte man in eine gewölbte, konzentrisch verlaufende Passage. Dann folgen nach innen radial orientierte Wölbkammern, durch die seicht ansteigende Treppen mit einer 180°-Wendung zum äußeren Umgang hinter der ionischen Außenfassade führten. Einige Wölbkammern waren Räume ohne Durchgang und beherbergten Tabernae, vielleicht auch Niederlassungen von Berufsvereinen, wie man dies in verschiedenen Amphitheatern (Öffnet externen Link in neuem FensterPozzuoli, Öffnet externen Link in neuem FensterNîmes) nachweisen kann. Die mittlere Wölbkammer weicht von den üblichen insofern ab, als sie schwer betretbar und mit einer Stuckdecke verziert war: Es wurde vermutet, dass sich hierin ein Heiligtum der Dea Carmenta oder der Manen des Marcellus befinden könne. Durch weitere Wölbkammern gelangte man in einer leicht aufsteigenden Passage in einen ebenerdigen inneren Umgang, von dem aus die oberen Plätze des untersten Ranges, der ima cavea und damit des besten Ranges hinter den Ehrensitzen in der Orchestra erschlossen wurde. Unterschiedlich wurde die ima cavea nochmals mit einer Unterteilung in Form eines Umganges, einer sog. praecinctio, in einen oberen und unteren Teil rekonstruiert oder ohne diesen zusätzlichen Umgang, aber mit einer breiten Stufe für die senatorischen Ehrensitze am Rand der Orchestra. Das Bühnengebäude konnte bislang nicht freigelegt werden, ist auf dem severischen Stadtplan, der forma urbis, aber eingezeichnet: Dort sieht man eine gerade verlaufende scaenae frons. In Teilen der modernen Forschung wurde die porta regia jedoch in einer gebogenen und die portae hospitaliae in einer rechteckigen Nische rekonstruiert. Die gerade scaenae frons lässt sich jedoch gut mit augusteischer Architektur wie dem Theater in Öffnet internen Link im aktuellen FensterOstia vereinbaren, während die gebogenen Nischen eher jüngeren Entwicklungen entsprächen. Beidseits des Bühnengebäudes liegt je eine Apsidenhalle, die hinter der Bühne durch eine porticus miteinander verbunden sind.

Der Bau liegt in unmittelbarer Nähe zum Apollon-Tempels des Sosius und man nimmt an, dass er die Stelle einnahm, wo seit 212 v. Chr. die Bühnenvorführungen der Öffnet internen Link im aktuellen Fensterludi Apollinares stattfanden: zunächst ohne ein eigenes Theater, dann in provisorischen hölzernen Bauten und schließlich eben im Steinbau des Cäsar bzw. Marcellus.

Literatur

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weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterformaurbis.stanford.edu/docs/FURmap.html

Öffnet externen Link in neuem Fenster

Ausstattung

Bild des Divus Augustus, dediziert durch Livia und Tiberius am 23. April 22 n.Chr.:

Öffnet internen Link im aktuellen FensterFasti Praenestini; CIL I2 pp. 316, zu Apr. 23:

"signum Divo Augusto patri ad theatrum Marcelli Iulia Augusta et Tib(erius) Augustus dedicarunt."

Literatur:
P. Herz. Untersuchungen zum Festkalender der römischen Kaiserzeit nach datierten Weih- und Ehreninschriften, Diss. Mainz 1975, 14. 189.
Der Vorgang auch bei Tacitus, ann. III 64, wo das Bild des Augustus aber in der Nähe und nicht im Theater des Marcellus lokalisiert wurde:

„Um dieselbe Zeit versetzte den Princeps eine schwere Erkrankung der lulia Augusta in die Zwangslage, beschleunigt in die Hauptstadt zurückzukehren. Damals herrschte noch zwischen Mutter und Sohn aufrichtiges Einvernehmen, oder wenn Haß, so doch nur verborgener. Denn kurz zuvor hatte Iulia auf einem Standbild, das sie nicht weit vom Theater des Marcellus dem vergöttlichten Augustus weihte, den Namen des Tiberius hinter den ihrigen setzen lassen, und man glaubte, Tiberius habe dies als eine Beeintrichtigung der Hoheit des Princeps und als eine schwere persönliche Beleidigung betrachtet, die er sich zwar nach außen nicht merken ließ, aber in seinem Herzen bewahrte. Aber für jetzt wurden Bittgänge zu den Göttern und „Große Spiele“ von dem Senat beschlossen, welche die Oberpriester, die Auguren und die „Fünfzehn Männer“ in Gemeinschaft mit den „Sieben Männern“ und der Augustalischen Priesterschaft veranstalten sollten. L. Apronius hatte beantragt, daß auch die Fetialen sich an der Leitung dieser Spiele beteiligen sollten. Dem widersprach der Caesar, indem er unter Anführung früherer Vorgänge den Unterschied der rechtlichen Befugnisse der einzelnen Priesterschaften herausstellte. Niemals hätten die Fetialen über eine solch hohe Würde verfügt. Die Augustalen habe man nur deshalb hinzugenommen, weil sie die besondere Priesterschaft des Hauses bilden, für das die Gelübde dargebracht werden sollen.“

Öffnet internen Link im aktuellen FensterVeranstaltungen; vgl. Öffnet internen Link im aktuellen FensterLudi Apollinares