Rom, Marcellus-Theater
Rom, Marcellustheater, Abrollung der Außenfassade bei Piranesi.

Forma Urbis

Öffnet externen Link in neuem FensterFragment 

Lit.: G. Carettoni - A. Colini - L. Cozza - G. Gatti, La pianta marmorea di Roma antica. Forma urbis Romae (Rom 1960).

Inschriften

CIL I2 pp. 217, 240, 245, 252, Öffnet internen Link im aktuellen Fenster316, 339;

CIL VI 956:

Imp(eratori) Caesari divi Nervae f(ilio)
Nervae Traiano Aug(usto) Germ(anico)
Dacico pont(ifici) max(imo) trib(unicia) pot(estate) VIII
imp(eratori) IIII co(n)s(uli) V p(atri) p(atriae) Optumo(!) principi
sagari(i) t[hea]tri Marcell(i)
cultores domus Aug(ustae)

Lit.:

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterhdl

CIL VI 1175:

Domini nostri Imperatores Caesares
Fl(avius) Valentinianus Pius Felix maximus victor ac triumf(ator) semper Aug(ustus) pontif(ex) maximus
Germanic(us) max(imus) Alamann(icus) max(imus) Franc(icus) max(imus) Gothic(us) max(imus) trib(unicia) pot(estate) VII imp(erator) VI cons(ul) II p(roconsul) p(ater) p(atriae) et
Fl(avius) Valens Pius Felix max(imus) victor ac triumf(ator) semper Aug(ustus) pontif(ex) maximus
Germanic(us) max(imus) Alamann(icus) max(imus) Franc(icus) max(imus) Gothic(us) max(imus) trib(unicia) pot(estate) VII imp(erator) VI cons(ul) II p(roconsul) p(ater) p(atriae) et
Fl(avius) Gratianus Pius Felix max(imus) victor ac triumf(ator) semper Aug(ustus) pontif(ex) maximus
Germanic(us) max(imus) Alamann(icus) max(imus) Franc(icus) max(imus) Gothic(us) max(imus) trib(unicia) pot(estate) II imp(erator) II cons(ul) primum p(roconsul) p(ater) p(atriae)
pontem felicis nominis Gratiani in usum senatus ac populi Romani constitui dedicarique iusserunt

Lit.: Öffnet externen Link in neuem FensterG.B. Piranesi, Antichità Romane, IV (Rom 1756) Taf. 22; Sear, Roman theatres 63.

CIL VI 1660:

Petronius
Maximus v(ir) c(larissimus)
praef(ectus) urbi
curavit

Petronius Maximus war 420/421 Stadtpräfekt von Rom.

Lit.: A. Puk, Das römische Spielewesen in der Spätantike, Millennium-Studien, 48 (Berlin - Boston 2014) 93.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikipedia (zu Flavius Iulius Petronius Maximus)

CIL VI 9868:

Q(uintus) Cornelius Q(uinti) l(ibertus)
Philomusus sagarius a theatro
Marcelli fecit sibi et suis
Corneliae Daphne conlibertae suae
et Corneliae Nymphe sorori eius l(ibertae)
se vivo intulit
Corneliam Proculam filiam ann(orum) VII
Corneliam Helpidem conlibertam et
Callitychen matrem eorum et
C(aium) Pinarium Gemellum

Lit.:

CIL VI 10028:

a] theatro Mar[celli

Lit.:

CIL VI 33838a: 

Dis Manibus
M(arci) Mannei
Advenientis
coactoris
a theatro
Marcelliano
Manneia Terpusa
coniugi
bene merent

Lit.: Nicolas Tran, Tabernae publicae: ateliers et boutiques dans le patrimoine des cités de l’Occident romain, Cahiers du Centre Gustave-Glotz, 20, 2009, 327-350 (18) Anm. 104 (Öffnet externen Link in neuem Fensteracademia.edu)

Asconius, pro Scauro 45:

Demonstrasse vobis memini me hanc domum in ea parte Palatii esse quae, cum ab Sacra via descenderis et per proximum vicum qui est a sinistra parte prodieris, posita est. Possidet eam nunc Largus Caecina qui consul fuit cum Claudio. In huius domus atrio fuerunt quattuor columnae marmoreae insigni magnitudine quae nunc esse in regia theatri Marcelli dicuntur. Usus erat iis aedilis ut ipse quoque significat in ornatu theatri quod ad tempus perquam amplae magnitudinis fecerat.

„Ich erinnere mich, dass ich euch bereits darauf hingewiesen habe, dass sich dieses Haus in jenem Teil des Palatins befindet, den man erreicht, wenn man von der Heiligen Straße absteigt und die nächste Straße links passiert. Es gehört nun Öffnet externen Link in neuem FensterLargus Caecina, der unter Öffnet externen Link in neuem FensterClaudius Konsul war. Im Atrium ​​dieses Hauses standen vier Marmorsäulen von bemerkenswerter Größe, die sich heute angeblich in der Öffnet internen Link im aktuellen FensterPorta regia des Marcellus-Theaters befinden. Der Öffnet internen Link im aktuellen FensterÄdil verwendete sie, wie er selbst angibt, zur Dekoration des Theaters, das er einst von sehr großer Größe erbauen ließ.”

Augustus, Res Gestae IV 21:

„Auf Privatgrund und aus der Kriegsbeute erbaute ich (d.i. Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus) den Tempel des Mars Ultor und das Augustusforum. Das Theater am Apollotempel ließ ich auf einem Grund erbauen, der großenteils aus der Privathand aufgekauft war. Es sollte den Namen meines Schwiegersohnes Öffnet externen Link in neuem FensterMarcus Marcellus tragen. ... ” (Übers. M. Giebel)

Ausonius, Ludus Septem Sapientium 35-41 (Öffnet externen Link in neuem FensterPerseus):

Murena sic et Gallius: nota eloquar,
postquam potentes nec verentes sumptuum 
nomen perenne crediderunt, si semel 
constructa moles saxeo fundamine 
in omne tempus conderet ludis locum:
cuneata crevit haec theatri inmanitas: 
Pompeius hanc et Balbus et Caesar dedit 
Octavianus concertantes sumptibus.

Cassius Dio XLIII 49,2-3:

„ ... Auch wollte er (Öffnet externen Link in neuem FensterCäsar) ein Theater, so wie es Pompeius getan hatte, errichten, doch konnte er nur die Grundsteine legen, die Vollendung blieb ihm versagt. Erst Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus stellte später den Bau fertig und gab ihm den Namen seines Neffen Marcus Marcellus. (3) Doch bekam Öffnet externen Link in neuem FensterCäsar Vorwürfe zu hören, weil er die an jenem Platz gelegenen Häuser und Tempel niederriss, die größtenteils hölzernen Standbilder verbrannte und die großen Geldschätze, die gefunden wurden, sich allesamt aneignete."

Cassius Dio LIII 30:

„ (5) Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus gewährte ihm (d.h. dem Marcellus) ein Staatsbegräbnis, hielt ihm die übliche Leichenrede und ließ ihn in dem Grabmal, das eben errichtet wurde, beisetzen. Ihm zu ehrendem Gedächtnis aber vollendete er das Theater, dessen Grundsteine bereits der ältere Öffnet externen Link in neuem FensterCaesar gelegt hatte und das nun den Namen Marcellus-Theater empfing. (6) Er ordnete auch an, daß an den Öffnet internen Link im aktuellen Fensterludi Romani ein goldenes Bild des Verewigten, ferner ein goldener Kranz sowie eine sella curulis in das Theater gebracht und inmitten der Beamten, welche die Veranstaltungen leiteten, aufgestellt werden sollten."

Cassius Dio LIV 26,1:

„Hierauf weihte Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus das nach Marcellus benannte Theater ein und im Verlauf der deshalb veranstalteten Festlichkeiten führten die Söhne der Patrizier einschließlich seines Enkels Gaius das Reiterspiel namens Troia auf; außerdem wurden 600 wilde Tiere aus Afrika getötet.”

Lit.: Troja-Spiel: Öffnet externen Link in neuem FensterRE XIII (Stuttgart 1927) 2059-2067, bes. 2066 s.v. lusus Troiae (K. Schneider); Öffnet externen Link in neuem FensterRE Suppl. VIII (Stuttgart 1956) 888-905 s.v. Troiaspiel (Ernst Mehl); vgl. Öffnet internen Link im aktuellen FensterCass. Dio XLVIII 20,2 bei den Öffnet internen Link im aktuellen FensterLudi Apollinares.

Livius, Per. 140 (11 v. Chr.):

Thraces domiti a L. Pisone, item Cherusci, Tencteri, Chauci aliaeque Germanorum trans Rhenum gentes subactae a Druso referuntur. Octavia, soror Augusti, defuncta ante amisso filio Marcello, cuius monimenta sunt theatrum et porticus nomine eius dicata.

„Die Thraker wurden von L. Piso bezwungen; ebenso wird berichtet, daß die Öffnet externen Link in neuem FensterCherusker, die Öffnet externen Link in neuem FensterTenkterer, die Öffnet externen Link in neuem FensterChaucen und andere Völkerschaften der Germanen jenseits des Rheins von Öffnet externen Link in neuem FensterDrusus unterworfen wurden. Öffnet externen Link in neuem FensterOctavia, die Schwester des Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus, starb, nachdem sie zuvor ihren Sohn Marcellus verloren hatte. Erinnerungszeichen an ihn sind das Theater und die Säulenhalle, die in seinem Namen geweiht wurden."

Martial, Epig. II 29, 5:

Rufe, vides illum subsellia prima terentem, 
cuius et hinc lucet sardonychata manus 
quaeque Tyron totiens epotavere lacernae 
et toga non tactas vincere iussa nives, 
cuius olet toto pinguis coma Marcelliano
et splendent volso bracchia trita pilo, 
non hesterna sedet lunata lingula planta, 
coccina non laesum pingit aluta pedem, 
et numerosa linunt stellantem splenia frontem. 
Ignoras quid sit? Splenia tolle, leges.

„Siehst du, Rufus, den Kerl, der sich auf den vordersten Sesseln breit macht,
dessen mit einem Sardonyx geschmückte Hand auch aus dieser Entfernung noch strahlt,
wie auch sein Mantel, der so oft den Purpur von Tyrus getrunken hat,
und seine Toga, die unberührten Schnee noch übertreffen muß,
dessen pomadisiertes Haar im ganzen Marcellus-Theater zu riechen ist, 
und dessen glatt polierte Arme glänzen, weil er die Härchen einzeln ausgerupft hat?
Eine Schnalle - keine von gestern! - sitzt auf dem Schuh mit dem Halbmond,
Scharlachleder schmückt ohne zu drücken den Fuß,
und Pflaster in großer Zahl überziehen die mit Sternen übersähte Stirn.
Weißt du nicht, wer das ist! Nimm das Pflaster weg, dann kanst du's lesen.” (Übers. nach P. Barié - W. Schindler)

Plinius, nat. hist. VIII 65:

„Dieser (d.i. Augustus) hat unter den Konsuln Quintus Tubero und Öffnet externen Link in neuem FensterPaulus Fabius Maximus, der zum vierten Mal Konsul war, bei der Einweihung des Theaters des Marcellus an den Nonen des Mai als erster in Rom einen zahmen Tiger im Käfig gezeigt, der vergöttlichte Öffnet externen Link in neuem FensterClaudius aber 4 zur gleichen Zeit.”

Plutarch, Marc. XXX 6:

„Sein Geschlecht dauerte ruhmreich bis auf Öffnet externen Link in neuem FensterMarcellus fort, den Schwestersohn des Cäsar Augustus, welcher der Sohn der Öffnet externen Link in neuem FensterOctavia, der Schwester des Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus , und des Öffnet externen Link in neuem FensterGaius Marcellus war und jung als römischer Ädil starb, nachdem er nur kurze Zeit mit Augustus' Tochter (d.i. Öffnet externen Link in neuem FensterIulia) verheiratet gewesen war. Ihm zu Ehren und zum Gedächtnis stiftete seine Mutter Octavia die Bibliothek und Augustus das Theater, das er nach ihm benannte.” (Übers. nach K. Ziegler)

Öffnet externen Link in neuem FensterSHA, Sev. Alex. XXIV 3; Öffnet externen Link in neuem FensterXLIV 7.
Servius, Aen. VII 607.
Sueton, Iul. Caes. XLIV 1:

„Für die Ausschmückung und Ausgestaltung Roms, wie auch für den Schutz und die Vergrößerung des ganzen Reiches, entwarf er von Tag zu Tag zahlreichere und größere Pläne: vor allem wollte er einen Marstempel errichten, so groß wie er nirgends bestand, indem er den See, wo die Seeschlacht stattgefunden, hätte auffüllen und ausebnen lassen; ferner ein Theater von außergewöhnlichem Ausmaß, angelehnt an den Tarpeischen Felsen.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterSueton, Aug. XXIX 4.
Öffnet externen Link in neuem FensterSueton, Aug. XLIII:

„Ein anderes Mal, bei der Eröffnung der Spiele zur Einweihung des Marcellus-Theaters, geschah es, dass sein (d.i. Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus') Amtssessel unter ihm zusammenbrach und er rücklings hinfiel."

Sueton, Vespasian 19:

Anläßlich der Spiele, die zur Feier der Wiederherstellung des Marcellustheaters abgehalten wurden, hatte er auch die alten Künstler wieder auftreten lassen. Dabei gab er dem Tragöden Apellaris 400.000, den Kitharöden Öffnet internen Link im aktuellen FensterTerpnus und Öffnet internen Link im aktuellen FensterDiodorus je 200.000, einigen anderen 100.000, den übrigen mindestens 40.000 Sesterzen außer einer großen Anzahl goldener Kränze."

Kommentar: Zum Tragödienschauspieler Öffnet internen Link im aktuellen FensterApellaris, dessen Name auch als Apelles überliefert wird, siehe: H. Leppin, Histrionen (Bonn 1992) 203 f. mit weiteren Quellen zu diesem möglicherweise schon unter Öffnet externen Link in neuem FensterCaligula aktivem Sänger.

Rom, Grundriss des Marcellus-Theaters bei Serlio im Jahre 1566: Bei B ist die Position der Bühne und der scaenae frons angegeben, die nicht dokumentiert werden konnten.

Maße

Dm orchestra 37 m
Dm cavea 129,8 m

Rom, Marcellus-Theater, Gundriss auf dem Marmorplan der Forma Urbis (Bild: Carettoni u.a. 1960)

Beschreibung

Das Theater wurde bereits von Öffnet externen Link in neuem FensterCäsar begonnen, aber erst 13 oder 11 v. Chr. unter dem Namen Theater des Öffnet externen Link in neuem FensterMarcellus unter Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus eingeweiht. Unter Öffnet externen Link in neuem FensterVespasian (Öffnet internen Link im aktuellen FensterSueton, Vesp. 19,1) wurde ein neues Bühnengebäude geweiht und in der Zeit von Öffnet externen Link in neuem FensterAlexander Severus erfolgten Renovierungsarbeiten - zumindest waren solche geplant (Öffnet externen Link in neuem FensterSHA, Sev. Alex. 44,7). Im späten 4. Jh. erwähnt Ausonius die stadtrömischen Theater noch als funktionstüchtige Bauten (Öffnet internen Link im aktuellen FensterAusonius, Ludus Septem Sapientium). Noch im Jahre 421 stellte der Stadtpräfekt Petronius Maximus eine Statue im Theater auf (Öffnet internen Link im aktuellen FensterCIL VI 1660).

Das Theater liegt in flachem Gelände, weshalb die cavea vollständig auf Substruktionen ruht. Die äußere Fassade des Baues ist in 41 Arkaden gegliedert, die heute noch in 2 Etagen aufrecht stehen; darüber gab es noch ein weiteres Stockwerk. Zwischen den Bögen der unteren Etage waren dorische Halbsäulen, in der oberen Etage ionische Halbsäulen vor die Pilaster gestellt. Von der dritten Etage ist in situ nichts erhalten, nach aufgefundenen Architekturteilen war sie jedoch mit korinthischen Halbsäulen verziert; die dazwischen rekonstruierten Fenster sind in Analogie zum später entstandenen Kolosseum vermutet worden. Und schließlich ist darüber noch eine niedrige Attikazone anzunehmen, welche die Halterungen für die Sonnensegel aufnahm. Die Gesamthöhe der Fassade betrug ca. 32m. Die Schlusssteine jedes Bogens waren mit einer kolossalen Maske geschmückt.

Durch die Arkaden gelangte man in eine gewölbte, konzentrisch verlaufende Passage. Dann folgen nach innen 39 radial orientierte Wölbkammern. In 7 davon führen seicht ansteigende Treppen mit einer 180°-Wendung zum äußeren Umgang hinter der ionischen Außenfassade. In den anderen Wölbkammern befanden sich Räume ohne Durchgang: Sie beherbergten Tabernae, vielleicht auch Niederlassungen von Berufsvereinen der Walker (Öffnet internen Link im aktuellen FensterCIL VI 33838a) oder der Händler von Soldatenmänteln (Öffnet internen Link im aktuellen FensterCIL VI 956), wie man dies in verschiedenen Amphitheatern (Öffnet externen Link in neuem FensterPozzuoli, Öffnet externen Link in neuem FensterNîmes) nachweisen kann. Die mittlere Wölbkammer weicht von den üblichen insofern ab, als sie schwer betretbar und mit einer Stuckdecke verziert war: Es wurde vermutet, dass sich hierin ein Heiligtum der Dea Carmenta oder der Manen des Marcellus befinden könne. Durch weitere Wölbkammern gelangte man in einer leicht aufsteigenden Passage in einen ebenerdigen inneren Umgang, von dem aus die oberen Plätze des untersten Ranges, der ima cavea und damit des besten Ranges hinter den Ehrensitzen in der Orchestra erschlossen wurde. Unterschiedlich wurde die ima cavea nochmals mit einer Unterteilung in Form eines Umganges, einer sog. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterpraecinctio, in einen oberen und unteren Teil rekonstruiert oder ohne diesen zusätzlichen Umgang, aber mit einer breiten Stufe für die senatorischen Ehrensitze am Rand der Orchestra.

Das Bühnengebäude konnte bislang nicht freigelegt werden, ist auf dem severischen Stadtplan, der forma urbis, aber mit einer gerade verlaufenden Linie an der Stelle der  Öffnet internen Link im aktuellen Fensterscaenae frons eingezeichnet. Die dahinter verlaufende Säulenreihe wurde der porticus post scaenam zugerechnet. Dennoch wurde in Teilen der modernen Forschung die porta regia in einer gebogenen und die portae hospitaliae in einer rechteckigen Nische rekonstruiert. Die gerade Öffnet internen Link im aktuellen Fensterscaenae frons lässt sich jedoch gut mit augusteischer Architektur wie dem Theater in Öffnet internen Link im aktuellen FensterOstia vereinbaren, während die gebogenen Nischen eher jüngeren Entwicklungen entsprechen. Beidseits des Bühnengebäudes liegt je eine Apsidenhalle, die hinter der Bühne durch eine porticus miteinander verbunden sind.

Der Bau liegt in unmittelbarer Nähe zum Apollon-Tempels des Sosius und man nimmt an, dass er die Stelle einnahm, wo seit 212 v. Chr. die Bühnenvorführungen der Öffnet internen Link im aktuellen Fensterludi Apollinares stattfanden: zunächst ohne ein eigenes Theater, dann in provisorischen hölzernen Bauten und schließlich eben im Steinbau des Cäsar bzw. Marcellus.

Rom, antike Substruktionen der cavea des Marcellus-Theaters mit neuzeitlicher Überbauung des Palazzo Savelli-Orsini (Photo: Willems/Schnubel)

Literatur

A. Bartoli, I monumenti antichi di Roma nei disegni degli Uffizi, II (Rom 1915) Taf. CXLII. CLXX. CLXXI. (Öffnet externen Link in neuem FensterHEIDI)

S. Serlio, Libro III d’Architettura (Venedig 1566) (Öffnet externen Link in neuem FensterHEIDI)

E. Du Perac, I vestigi di Roma (Rom 1575) Taf. 38 (Öffnet externen Link in neuem FensterArachne)

A. Desgodetz, Les Édifices antiques de Rome (Paris 1779) 126-129 Öffnet externen Link in neuem FensterTaf. I-Öffnet externen Link in neuem FensterV (Öffnet externen Link in neuem Fensterarchive.org) (Öffnet externen Link in neuem FensterHEIDI) (Öffnet externen Link in neuem Fenstergoogle-Buch)

G.B. Piranesi, Antichità Romane, IV (Rom 1756) Taf. Öffnet externen Link in neuem FensterXXV. XXVI. Öffnet externen Link in neuem FensterXXVII (Forma Urbis). Öffnet externen Link in neuem FensterXXVIII. Öffnet externen Link in neuem FensterXXX. (Öffnet externen Link in neuem Fensterarchive.org)

A.L.T. Vaudoyer, Déscription du Théâtre de Marcellus rétabli dans son état primitif (Paris 1812) (Öffnet externen Link in neuem FensterGoogle)

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R. Lanciani, NSc 1886.

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LTUR V (Rom 1999) 31-35 s.v. Theatrum Marcelli (P. Ciancio Rossetto).

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F. Sear, Roman Theatres. An Architectural Study. Oxford Monographs in Classical Archaeology (Oxford 2006) 61-65. 135 f. Abb. 26 Taf. 9. 12. 13. 30.

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Paola Ciancio Rossetto, Teatro di Marcello. Novità sulla struttura e organizzazione dell'area post-scaenam, Studi Romani 56, 2008, 3-23 (Öffnet externen Link in neuem Fensteracademia.edu)

Paola Ciancio Rossetto - Marialetizia Buonfiglio, Teatro di Marcello: analisi e riflessioni sugli aspetti progettuali e costruttivi, in: Archeología de la Construcción, II. Los Procesos constructivos en el Mundo Romano: Italia y Provincias Orientales, Anejos de Archivo Espanol de Archeología, 57, 2010, 51-70 (Öffnet externen Link in neuem Fensteracademia.edu)

Giuseppina Pisani Sartorio - Paola Ciancio Rossetto - Marialetizia Buonfiglio (Hrsg.), Theatrum Marcelli, Monumenti Romani, 10 (Rom 2017)

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikipedia 

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikimedia

Öffnet externen Link in neuem Fensterformaurbis.stanford.edu/docs/FURmap.html

Öffnet externen Link in neuem Fenster

Ausstattung

Bild des Divus Augustus

Dediziert durch Livia und Tiberius am 23. April 22 n.Chr.:

Öffnet internen Link im aktuellen FensterFasti Praenestini; CIL I2 pp. 316, zu Apr. 23:

"signum Divo Augusto patri ad theatrum Marcelli Iulia Augusta et Tib(erius) Augustus dedicarunt.

Lit.: P. Herz. Untersuchungen zum Festkalender der römischen Kaiserzeit nach datierten Weih- und Ehreninschriften, Diss. Mainz 1975, 14. 189.

Tacitus, ann. III 64:

zu diesem Vorgang, wo das Bild des Augustus aber in der Nähe und nicht im Theater des Marcellus lokalisiert wurde:

„Um dieselbe Zeit versetzte den Princeps eine schwere Erkrankung der lulia Augusta in die Zwangslage, beschleunigt in die Hauptstadt zurückzukehren. Damals herrschte noch zwischen Mutter und Sohn aufrichtiges Einvernehmen, oder wenn Haß, so doch nur verborgener. Denn kurz zuvor hatte Iulia auf einem Standbild, das sie nicht weit vom Theater des Marcellus dem vergöttlichten Augustus weihte, den Namen des Tiberius hinter den ihrigen setzen lassen, und man glaubte, Tiberius habe dies als eine Beeintrichtigung der Hoheit des Princeps und als eine schwere persönliche Beleidigung betrachtet, die er sich zwar nach außen nicht merken ließ, aber in seinem Herzen bewahrte. Aber für jetzt wurden Bittgänge zu den Göttern und „Große Spiele“ von dem Senat beschlossen, welche die Oberpriester, die Auguren und die „Fünfzehn Männer“ in Gemeinschaft mit den „Sieben Männern“ und der Augustalischen Priesterschaft veranstalten sollten. L. Apronius hatte beantragt, daß auch die Fetialen sich an der Leitung dieser Spiele beteiligen sollten. Dem widersprach der Caesar, indem er unter Anführung früherer Vorgänge den Unterschied der rechtlichen Befugnisse der einzelnen Priesterschaften herausstellte. Niemals hätten die Fetialen über eine solch hohe Würde verfügt. Die Augustalen habe man nur deshalb hinzugenommen, weil sie die besondere Priesterschaft des Hauses bilden, für das die Gelübde dargebracht werden sollen.“