In den Jahrhunderten bevor mit dem Theater des Pompeius das erste steinerne Theater in der Stadt Rom erbaut worden war, benutzte man eigens für spezielle Anlässe errichtete hölzerne Theater, die nach ihrer Benutzung wieder abgebaut wurden. Verschiedentlich wurden diese Theaterbauten in der antiken Literatur erwähnt. Reflexe über die Verhältnisse in den republikanischen Theaterbauten um das Jahr 200 v. Chr. bieten auch viele Stelle in den Komödien des Plautus.

Literatur allgemein:
RE V A 2 (Stuttgart 1934) 1411 f. s. v. Theatron (C. Fensterbusch).
A. Rumpff, Die Entstehung des römischen Theaters, MDAI 3, 1950, 40 ff.
M. Bieber, The History of the Greek and Roman Theater (Princeton 1961) 167 ff.
J.Cl. Golvin, L'amphithéâtre romain. Essai sur la théorisation de sa forme et de ses fonctions, I-II (Paris 1988) 22 ff.
F. Bernstein, Ludi publici. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung der öffentlichen Spiele im republikanischen Rom. Historia Einzelschriften 119 (Stuttgart 1998) bes. 291 ff.

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Quellen

Livius VII 2,1-13 (364 v. Chr.):

Et hoc et insequenti anno C. Sulpicio Petico, C. Licinio Stolone consulibus pestilentia fuit. Eo nihil dignum memoria actum, nisi quod pacis deum exposcendae causa tertio tum post conditam urbem lectisternium fuit. Et cum vis morbi nec humanis consillis nec ope divina levaretur, victis superstitione animis ludi quoque scaenici, nova res bellicoso populo - nam circi modo spectaculum fuerat -, inter alla caelestis irae placamina instituti dicuntur; ceterum parva quoque, ut ferme principia omnia, et ea ipsa peregrina res fult. Sine carmine ullo, sine imitandorum carminum actu ludiones ex Etruria acciti ad tibicinis modos saltantes haud indecoros motus more Tusco dabant. Imitari deinde eos luventus simul inconditis inter se iocularia fundentes versibus coepere, nec absoni a voce motus erant. Accepta itaque res saepiusque usurpando excitata. Vernaculis artificibus, quia ister Tusco verbo ludio vocabatur, nomen histrionibus inditum qui non, sicut ante, Fescennino versu similem incompositum temere ac rudem alternis iaciebant, sed impletas modis saturas descripto iam ad tibicinem cantu motuque congruenti peragebant. Öffnet internen Link im aktuellen FensterLivius post aliquot annis, qui ab saturis ausus est primus argumento fabulam serere, idem scilicet - id quod omnes tum erant - suorum carminum actor, dicitur, cum saepius revocatus vocem obtudisset, venia petita puerum ad canendum ante tibleinem cum statuisset, canticum egisse aliquanto magis vigente motu, quia nihil vocis usus impediebat. Inde ad manum cantari histrionibus coeptum, diverbiaque tantum ipsorum voci relicta. Postquam lege hac fabularum ab risu ac soluto loco res avocabatur et ludus in artem paulatim verterat, luventus histrionibus fabellarum actu relicto ipsa inter se more antiquo ridicula intexta versibus lactitare coepit; unde, quae exodia postea appellata consertaque fabellis potissimum Atellanis sunt; quod genus ludorum ab Oscis acceptum tenuit luventus nec ab histrionibus pollui passa est; eo institutum manet, ut actores Öffnet internen Link im aktuellen FensterAtellanarum nec tribu moveantur et stipendia, tamquam expertes artis ludicrae, faciant. Inter aliarum parva principia rerum ludorum quoque prima origo ponenda visa est, ut appareret, quam ab sano initio res in hanc vix opulentis regnis tolerabilem insaniam venerit.

„Sowohl in diesem wie im folgenden Jahr, in dem C. Sulpicius Peticus und C. Licinius Stolo Konsuln waren, wütete die Seuche. Darum geschah nichts Bemerkenswertes, nur daß man, um die Götter um Gnade zu bitten, damals zum dritten Mal seit Gründung der Stadt ein feierliches Göttermahl gab. Und da die Gewalt der Krankheit weder durch menschliche Maßnahmen noch durch die Macht der Götter gelindert wurde, soll man, da sich der Aberglaube der Gemüter bemächtigte, neben den anderen Sühnemitteln für den Zorn der Götter auch Bühnenspiele eingerichtet haben, eine Neuerung für das kriegerische Volk - denn es hatte nur das Schauspiel im Circus gegeben. Es war übrigens auch eine unbedeutende Sache, wie fast alles am Anfang, und sie kam aus der Fremde. Ohne jede gebundene Rede, ohne Gestikulation, die den Inhalt eines Textes dargestellt hätte, führten aus Etrurien herbeigerufene, zu den Weisen eines Flötenspielers tanzende Männer nach etruskischer Sitte nicht unschöne Bewegungen aus. Die jungen Leute fingen dann an, sie nachzuahmen, wobei sie zugleich in kunstlosen Versen einander Scherze zuriefen, und ihre Bewegungen standen mit den Worten im Einklang. Die Sache fand daher Gefallen und wurde durch öftere Ausübung weiterentwickelt. Den einheimischen Künstlern gab man, weil der Tänzer im Etruskischen "ister" hieß, den Namen "histriones". Sie warfen sich nicht mehr, wie früher, aus dem Stegreif ungelenke und primitive Verse, denen der Fescenninen ähnlich, im Wechsel zu, sondern führten Saturae auf, ganz mit Melodien unterlegt, wobei der Gesang zum Spiel der Flöte genau vorgeschrieben war und die Bewegung dazu paßte. Öffnet internen Link im aktuellen FensterLivius hat nach einer Reihe von Jahren als Erster gewagt, sich von den Saturae zu lösen und vom Inhalt her einen Handlungszusammenhang herzustellen. Er führte natürlich, wie alle damals, seine Stücke selbst vor und soll, als er, öfters zur Wiederholung aufgefordert, heiser geworden war, um die Erlaubnis gebeten haben, einen jungen Burschen zum Singen vor den Flötenspieler stellen zu dürfen, und sein Lied mit erheblich lebhafterer Gestik dargestellt haben, weil er nicht auf seine Stimme zu achten brauchte. Von da an wurde es üblich, daß zu dem Gebärdenspiel der Schauspieler ein anderer sang, und nur die Dialogpartien waren deren eigener Stimme vorbehalten. Nachdem sich die Sache durch diese Art Dramen vom Lachen und ausgelassener Kurzweil gelöst und das Spiel sich allmählich zu einer Kunst entwickelt hatte, überließ die Jugend den Schauspielern die Aufführung der Dramen und begann, sich nach der alten Sitte selbst gegenseitig Scherze, in Verse gefaßt, zuzuwerfen. Von daher kommt, was später "Exodia" (Nachspiele) genannt und vor allem an die Atellanen angefügt wurde. Diese Art von Spielen, die man von den Oskern übernommen hatte, behielt die Jugend bei, und sie ließ nicht zu, daß sie von Schauspielern beschmutzt wurde. Seither besteht die Einrichtung, daß die Öffnet internen Link im aktuellen FensterAtellanenspieler nicht aus ihrer Tribus ausgestoßen werden und daß sie Kriegsdienst leisten, als wenn sie mit der Schauspielkunst nichts zu tun hätten. Mir scheint, man muß zu den kleinen Anfängen anderer Dinge auch den ersten Ursprung der Spiele stellen, damit deutlich wird, wie eine Sache nach einem vernünftigen Anfang zu dem jetzigen, kaum für reiche Monarchien erträglichen Wahnsinn gelangt ist." (Übersetzung nach H.J. Hillen).

Vgl. Öffnet internen Link im aktuellen FensterValerius Maximus II 4,4.

Lit.: F. Leo, Varro und die Satire, Hermes 24, 1889, 67-84; O. Weinreich, Zur römischen Satire, Hermes 51, 1916, 386-414;  P. Boyancé, À propos de la satura dramatique, REA 34, 1932, 11-25 (= ders., dass., in: Études sur la Réligion Romaine, Coll. de l'École Française de Rome 11 (1972) 171-186); C.A. van Rooy, Livy VII 2 and Valerius Maximus II 4,4. Two notes, Mnemosyne 5, 1952, 236-242 (Öffnet externen Link in neuem FensterJSTOR); J. Blänsdorf, Voraussetzungen und Entstehung der römischen Komödie, in: E. Lefèvre (Hrsg.), Das römische Drama, Grundriss der Literaturgeschichte nach Gattungen (Darmstadt 1978) 93 f.; P. L. Schmidt, Postquam ludus in artem paulatim verterat. Varro und die Frühgeschichte des römischen Theaters, in: G. Vogt-Spira (Hrsg.), Studien zur vorliterarischen Periode im frühen Rom (Tübingen 1989) 78 ff.; F. Bernstein, Ludi publici. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung der öffentlichen Spiele im republikanischen Rom, Historia Einzelschriften 119 (Stuttgart 1998) 119 ff.; F. Graf, Religion and Drama, in: M. McDonald - J.M. Walton (Hrsg.), The Cambridge Companion to Greek and Roman Theatre (Cambridge 2007) 60; B. Seidensticker, Das antike Theater (München 2010) 84.

Livius XXXIV 54,3-8 (zum Jahre 195 v. Chr.):

Öffnet internen Link im aktuellen FensterMegalesia ludos scaenicos A. Atilius Serranus, L. Scribonius Libo aediles curules primi fecerunt. Horum aedilium Öffnet internen Link im aktuellen Fensterludos Romanos primum senatus a populo secretus spectavit praebuitque sermones, sicut omnis novitas solet, aliis tandem, quod multo ante debuerit, tributum existimantibus amplissimo ordini, aliis demptum ex dignitate populi, quicquid maiestati patrum adiectum esset, interpretantibus et omnia discrimina talia, quibus ordines discernerentur, et concordiae et libertatis aequae minuendae esse. Ad quingentesimum quinquagesimum octavum annum in promiscuo spectatum esse; quid repente factum, cur immisceri sibi in cavea patres plebem nollent? Cur dives pauperem consessorem fastidiret? Novam, superbarn libidinem, ab nullius ante gentis senatu neque desideratam neque institutam. Postremo ipsum quoque Africanum, quod consul auctor eius rei fuisset, paenituisse ferunt. Adeo nihil motum ex antiquo probabile est; veteribus, nisi quae usus evidenter arguit, stari malunt.

„Die kurulischen Ädilen A. Atilius Serranus und L. Scribonius Libo gaben als erste an den Öffnet internen Link im aktuellen FensterMegalesien szenische Spiele. Bei den Öffnet internen Link im aktuellen Fensterludi Romani dieser Ädilen war es das erste Mal, daß der Senat vom Volk getrennt zuschaute, und das führte zu Gerede, wie es jede Neuerung zu tun pflegt. Die einen beurteilten es so, daß der höchste Stand endlich erhalten habe, was er schon viel früher hätte erhalten müssen; die anderen legten es so aus, daß man alles, was man zu der Vorrangstellung der Senatoren hinzugefügt, der Würde des Volkes entzogen habe, und alle solche Unterschiede, die zwischen den Ständen gemacht würden, führten dazu, die Eintracht und das gleiche Maß an Freiheit zu mindern. Bis zum 558. Jahr habe man beim Zuschauen gemischt gesessen. Was sei plötzlich geschehen, daß die Senatoren nicht mehr wollten, daß das einfache Volk sich in den Sitzreihen unter sie mische? Warum solle ein Reicher etwas gegen einen armen Nebenmann haben? Das sei eine neuartige, überhebliche Willkür, die der Senat noch keines anderen Volkes bisher gewünscht oder angeordnet habe. Zuletzt soll auch Africanus selbst es bereut haben, daß er als Konsul die Sache befürwortet hatte. So wenig findet eine Änderung des Althergebrachten Beifall. Man will lieber, daß es beim Alten bleibt, es sei denn, daß die Praxis etwas eindeutig als falsch erweist." (Übersetzung nach H.J. Hillen)

 

Livius XL 51 (zum Theater des Lepidus im Jahre 179 v. Chr.):

 

Censores fideli concordia senatum legerunt. Princeps lectus est ipse censor M. Aemilius Lepidus pontifex maximus; tres eiecti de senatu; retinuit quosdam Lepidus a collega praeteritos.
Opera ex pecunia attributa divisaque inter se haec fecerunt: Lepidus molem ad Tarracinam, ingratum opus, quod praedia habebat ibi privatamque publicae rei impensam inseruerat; theatrum et proscaenium ad Apollinis, aedem Iovis in Capitolio columnasque circa poliendas albo locavit et ab bis columnis, quae incommode opposita videbantur, signa amovit clipeaque de,columnis et signa militaria adfixa omnis generis dempsit.

"Die Zensoren hielten treu ihr Wort und veröffentlichten in Eintracht die Senatsliste. Erster des Senates wurde der Zensor und Pontifex maximus M. Aemilius Lepidus selbst. Drei wurden aus dem Senat ausgestoßen; Lepidus behielt einige im Senat, die sein Amtsgenosse nicht wieder in die Liste aufgenommen hatte.
Folgende öffentliche Arbeiten ließen sie von dem Teil des ihnen zugewiesenen Geldes ausführen, das sie unter sich aufgeteilt hatten: Lepidus einen Damm bei Tarracina, eine Arbeit, durch die er sich unbeliebt machte, weil er dort Güter besaß und seine eigenen Unkosten auf die Staatskasse abgewälzt hatte. Er ließ ein Theater mit Zuschauerraum und Bühne am Apollotempel errichten und den Jupitertempel auf dem Kapitol und die Säulen ringsum mit Kalk glätten, und er ließ an diesen Säulen die Standbilder entfernen, die ihm unpassend angebracht zu sein schienen, und die Rundschilde und die Feldzeichen jeder Art, die an den Säulen befestigt waren, herabnehmen." (Übersetzung nach H.J. Hillen)

Literatur: G. Tosi, Gli edifici per spettacoli nell'Italia romana (Rom 2003) 18; siehe ferner unter Rom, Marcellus-Theater, Veranstaltungen, ludi Apollinares.

 

Livius XLI 27 (zum Jahre 174 v. Chr.):

 

Censores vias sternendas silice in urbe, glarea extra urbem substruendas marginandasque primi omnium locaverunt pontesque multis locis faciendos; et scaenam aedifibus praetoribusque praebendam; et carceres in circo et ova ad notam curriculis numerandis statuendam, et metas transfigurandas et caveas ferreas, per quas bestiae intromitterentur feriis in monte Albano consulibus et clivom Capitolinum silice sternendum curaverunt et porticum ab aede Saturni in Capitolium et ad senaculum ac super id curiam.

„Die Zensoren ließen Straßen in der Stadt pflastern und Straßen außerhalb der Stadt eine Decke aus Kiesschotter geben und als allererste erhöhte Fußwege daneben anlegen und ließen an vielen Stellen Brücken bauen. Und sie ließen eine Bühne bauen und den Ädilen und den Prätoren zur Verfügung stellen, und sie vergaben die Aufträge für die Startplätze im Circus und für die Eier, um ein Merkzeichen hinzusetzen für das Zählen der Runden, und für die Umänderung der Wendesäulen und für die eisernen Käfige, durch die die wilden Tiere hereingelassenwurden, am Latinerfest auf dem Albaner Berg für die Konsuln und den Aufstieg zum Kapitol pflastern und die Säulenhalle vom Tempel des Saturn auf das Kapitol und zum Senaculum und zum Senatsgebäude oberhalb davon." (Übersetzung nach H.J. Hillen)

 

Literatur: W. Richter, Rheinisches Museum 104, 1961, 257 f.; J. H. Humphrey, Roman Circuses. Arenas for Chariot Racing (London 1986) 70 f.; F. Bernstein, Ludi publici. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung der öffentlichen Spiele im republikanischen Rom. Historia Einzelschriften 119 (Stuttgart 1998) 292; G. Tosi, Gli edifici per spettacoli nell'Italia romana (Rom 2003) 18.

 

Polybios XXX 14 (13); Livius XLV 43 (167 v.Chr.):

  

Öffnet externen Link in neuem FensterL. Anicius, ebenfalls ein römischer Feldherr, der die Illyrer niedergeworfen und ihren König Öffnet externen Link in neuem FensterGenthios mit seinen Kindern in die Gefangenschaft abgeführt hatte, hat bei seinen Siegesspielen in Rom, wie Polybios im 30. Buch erzählt, etwas ganz Lächerliches und Unsinniges gemacht. Er ließ aus Griechenland die berühmtesten Künstler kommen, im Circus eine große Bühne herrichten und zuerst alle Flötenspieler mit einem Mal auftreten. Es waren die Theodoros aus Böotien, Theopompos ... und Hermippos aus Lysimacheia. Diese stellte er zusammen mit dem Chor auf das Proskenion und ließ sie alle zugleich blasen. Als diese die Griffe auf dem Instrument mit den entsprechenden Bewegungen ausführten, ließ er ihnen sagen, sie spielten nicht richtig: Sie sollten mehr miteinander kämpfen. Da sie nicht wußten, was er von ihnen wollte, wies sie ein Lictor an, sich gegeneinander zu wenden und eine Art von Schlacht aufzuführen. Die Flötenspieler begriffen schnell, gingen zu Bewegungen über, die ihrem frechen Übermut zupasse kamen, und richteten ein tolles Durcheinander an. Sie ließen die Chöre in der Mitte gegen die äußeren Front machen, während sie ohne Melodie in schrillen Dissonanzen flöteten und dabei ihre Instrumente hin und her bewegend abwechselnd gegeneinander anrückten und zurückwichen. Zugleich bestiegen alle Tänzer die Bühne und stürmten unter lautem Getöse und Füßestampfen bald gegen die Gegenüberstehenden vor, bald machten sie wieder kehrt. Als aber einer der Tänzer auf den Einfall kam, sein Gewand hochzugürten, sich gegen den auf ihn eindringenden Flötenspieler zu wenden und die Hände wie zum Faustschlag zu erheben, da gab es eine ohrenbetäubenden Applaus bei den Zuschauern. Während jene sich noch ein Schlacht lieferten, traten zwei Tänzer mit Musikbegleitung in die orchestra, und vier Faustkämpfer bestiegen mit Trompeten- und Posaunenbläsern die Bühne, und all diese kämpften nun miteinander: Es war eine unbeschreibliche Szene. Was ich nun aber erst über die tragischen Schauspieler berichten will, sagt Polybios, werden manche sicher so auffassen, als wollte ich sie zum Besten halten." (Übers. nach H. Drexler)

  

154 v.Chr.

Orosius IV 21,4:

eodem tempore censores theatrum lapideum in urbe construi censuerunt. quod ne tunc fieret, Öffnet externen Link in neuem FensterScipio Nasica gravissima oratione obstitit dicens, inimicissimum hoc fore bellatori populo ad nutriendam desidiam lasciviamque commentum, adeoque movit senatum, ut non solum vendi omnia theatro conparata iusserit, sed etiam subsellia ludis poni prohibuerit.

„Zu jener Zeit beantragten die Zensoren, in der Stadt ein steinernes Theater zu bauen. Dass dies damals nicht geschah, verhinderte Scipio Nasica in einer sehr gewichtigen Rede, in der er sagte, es werde dies für ein kriegerisches Volk äußerst verderblich sein, da es Müßiggang und Ausschweifung nähre. Er bewegte den Senat so sehr, dass dieser nicht nur befahl, alles für das Theater Beschaffte zu verkaufen, sondern auch verbot, Bänke für die Spiele aufzustellen."

Livius per. XLVIII.

Appian, bellum civile I 28.

Valerius Maximus II 4,2.

Velleius Paterculus I 15,3:

Eodem temporum tractu, quamquam apud quosdam ambigitur, Puteolos Salernumque et Buxentum missi coloni, Auximum autem in Picenum abhinc annos ferme centum octoginta quinque, ante triennium quam Öffnet externen Link in neuem FensterCassius censor a Lupercali in Palatium versus theatrum facere instituit, cui in eo moliendo eximia civitatis severitas et consul Scipio restitere, ... 

„Zur gleichen Zeit - darüber sind sich freilich nicht alle einig - wurden Kolonisten nach Puteoli, Salernum, Buxentum, und außerdem nach Auximum ins Picenerland entsandt. Das ist 187 Jahre her, drei Jahre bevor Cassius als Zensor zwischen dem Lupercal und dem Palatin ein Theater zu bauen begann.. Diesem Bau widersetzte sich die Bürgerschaft ebenso wie der Konsul Scipio (Nasica Corculorum) mit beachtlicher Strenge.”

Kommentar: Es handelte sich um die Zensoren Öffnet externen Link in neuem FensterC. Cassius Longinus und M. Valerius Messalla, deren Antrag mit Hinweis auf Gefährdung der öffentlichen Sitten durch einen Senatsbeschluß von Öffnet externen Link in neuem FensterP. Cornelius Scipio Nasica verhindert wurde. Erst Öffnet internen Link im aktuellen FensterPompeius konnte das erste permanente Theater aus Stein in Rom errichten lassen. Die Lage des Theaters am Palatin wurde mit aller Vorsicht mit dem Theater für die ludi scaenici bei den Öffnet internen Link im aktuellen FensterLudi Megalenses beim Tempel der Magna Mater in Verbindung gebracht.

Lit.: F. Bernstein, Ludi publici. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung der öffentlichen Spiele im republikanischen Rom. Historia Einzelschriften 119 (Stuttgart 1998) 202. 295 ff.; G. Tosi, Gli edifici per spettacoli nell'Italia romana (Rom 2003) 19.

150 v.Chr.

Livius, periocha XLVIII 25:

Cum locatum a censoribus theatrum exstrueretur, P. Cornelio Nasica auctore tamquam inutile et nociturum publicis moribus ex senatus consulto destructum est, populusque aliquamdiu stans ludos spectavit.

"Als ein von den Zensoren in Auftrag gegebenes Theater errichtet wurde, riß man es nach einem auf Antrag des P. Cornelius Nasica gefaßten Senatsbeschluß als etwas Unnützes und für die öffentlichen Sitten Schädliches wieder ab, und das Volk schaute noch eine Zeitlang stehend den Spielen zu." (Übers. H. Hillen)

99 v.Chr. (Bühne des Claudius Pulcher)

Plinius, nat. hist. XXXV 23:

habuit et scaena ludis Claudii Pulchri magnam admirationem picturae, cum ad tegularum similitudinem corvi decepti imagine advolarent.


"Auch die Bühne für die Spiele des Claudius Pulcher erregte große Bewunderung im Hinblick auf die Malerei, als Raben an die täuschend ähnlich gemalten Dachziegel heranflogen."

 

Theater des Caligula

 

Bei Beschreibung der Vorbereitungen zum Anschlag auf Caligula; Josephus, ant. iud. XIX 1:

 

(13) ... κατεσκεύαστο δ τ θέατρον, πηκτν δ γίνετο κατ καστον νιαυτόν, τοιόνδε τρόπον· θύρας χει δύο φερούσας τν μν ες αθριον, τν δες στον εσόδοις κα ποχωρήσεσιν, πως μ ταράσσοιντο ο νδον πειλημμένοι, κ δατς τς καλύβης νδοτέρω διαφράγμασιν τέραν πειληφυίαις πναστροφ τος νταγωνιστας κα πόσα κροάματα. ...

 

 

(4) Unterdessen wurden circensische Spiele gefeiert, ein Schauspiel, dem die Römer leidenschaftlich ergeben sind. Dabei drängt sich alles nach dem Circus, und wenn das Volk etwas von dem Cäsar erbitten will, rottet es sich zusammen und bringt dort sein Begehren vor. Derartige Bitten gelten als bevorzugt und finden stets Erhörung. ...

(11) .... Es sei deshalb besser, meinten sie, erst bei den Spielen, die auf dem Palatium aufgeführt werden sollten, ans Werk zu gehen. Diese Spiele werden zu Ehren Cäsars gefeiert, der zuerst die dem Volke zustehende Gewalt auf seine Person übertragen hat, und die römischen Patrizier finden sich mit Weib und Kind wie auch der Cäsar selbst ein, um von eigens dazu errichteten Zelten aus den Spielen zuzusehen. Die Verschworenen meinten also, es sei leicht, in einer Versammlung von so vielen tausend Menschen den Cäsar gleich beim Eintritt zu überfallen, da dann sogar seine Leibwache ihm keine Hilfe leisten könne.
(12) Chaerea wartete demgemäß einen Tag um den anderen, und als die Spiele begannen, war er gleich am ersten Tag zur Tat entschlossen. Doch das Geschick, das noch Aufschub bestimmt hatte, erwies sich als mächtiger als die Kühnheit der Verschworenen. Denn drei der vier festlichen Tage mussten erst vergehen, bevor endlich am vierten Tag die Tat ausgeführt werden konnte. ...
(13) ... Schon strömte eine Menge mit Ungestüm zum Palatium, und einer stieß und drängte den andern, um den besten Platz zum Zusehen zu erhalten. Gaius hatte an diesem Drängen immer seine besondere Freude und ließ deshalb auch weder den Senatoren noch den Rittern bestimmte Plätze freihalten. Vielmehr mussten alle durcheinander sitzen, Männer wie Frauen, Sklaven wie Freie. Für Gajus aber wurde ein besonderer Weg offen gehalten, und nun opferte er zunächst den Manen des Cäsars Augustus, zu dessen Ehren die Spiele veranstaltet wurden. ... Als nun das Opfer dargebracht war nahm er, umgeben von den besten Freunden, seinen Platz im Theater ein. Das Theater wurde jedes Jahr von neuem aufgeschlagen und war mit folgender Einrichtung versehen: Es hatte 2 Tore, von denen das eine ins Freie führte und das andere den Ein- und Ausgang zu einer Säulenhalle offen ließ, damit die innen befindlichen nicht gestört würden, die Schauspieler und Musiker aber sich aus demselben Raume, innerhalb dessen noch ein anderer abgeschlossen war, ungehindert zurückziehen könnten. Als nun das Volk ruhig geworden war und Chaerea mit den übrigen Tribunen nicht weit vom Cäsar auf der rechten Seite des Theaters saß, Platz genommen hatte, fragte Vatinius, ein Mann von Senatorenrang und gewesener Prätor, den neben ihm sitzenden Cluvius, einen ehemaligen Konsul, ob er nichts Neues gehört habe. ... „Heute, lieber Cluvius, wird das Schauspiel vom Tyrannenmord aufgeführt.“ ... Nun wurden ganze Ladungen von Früchten und Vögeln, die wegen ihrer Seltenheit hochgeschätzt waren, unter die Zuschauer geworfen, und Gajus hatte seine helle Freude daran, den darüber entstandenen Streitigkeiten zuzusehen. Alsdann ereignete sich zweierlei, das als Vorzeichen aufgefasst werden musste. Man führte nämlich ein Schauspiel auf, in welchem ein Räuberhauptmann ans Kreuz geschlagen wurde und die Öffnet internen Link im aktuellen FensterPantomime stellte die Kinyrische Fabel dar, in der Öffnet externen Link in neuem FensterKinyras nebst seiner Tochter Öffnet externen Link in neuem FensterMyrrha umkommt. Sowohl bei der Kreuzigung nun wie bei der Tötung des Kinyras floss künstliches Blut in Menge. Es steht übrigens fest, dass dies derselbe Tag war, an dem Philippus, des Amyntas Sohn, als er ins Theater gehen wollte, von seinem Bruder Pausanias ermordet wurde. Weil nun Gajus im Zweifel war, ob er, weil dies der letzte Tag war, bis zum Ende des Spiels bleiben oder, wie er es sonst tat, erst baden und speisen und dann wiederkommen solle, sah Minucianus, der oberhalb des Cäsars saß, den Chaerea hinausgehen und stand aus Besorgnis, die Zeit möchte ungenutzt verstreichen, schnell auf, um ihm Mut zu machen. ...

 

Kommentar: Die Parallele zur Ermordung des Makedonenkönigs Öffnet externen Link in neuem FensterPhilipp II. in seinem Theater in Öffnet internen Link im aktuellen FensterAigai wurde bei Öffnet internen Link im aktuellen FensterSueton, Caligula 57 als kommendes Vorzeichen zur Ermordung Caligulas beschrieben und dort als Aufführung des Schauspielerstars Öffnet internen Link im aktuellen FensterMnester verdeutlicht.