Argentomagus, gallo-römisches Theater (Photo: R. Gogräfe).
Argentomagus, gallo-römisches Theater (Photo: R. Gogräfe).
Argentomagus, gallo-römisches Theater (Photo: R. Gogräfe).
Argentomagus, gallo-römisches Theater (Photo: R. Gogräfe).

Maße

Dm cavea 61 m (Phase 1); 85,5 m (Phase 2)
Dm orchestra 20 m (Phase 1)
pulpitum 12,7 x 7,4 m
Bühnengebäude 13,9 x 5,4 m

Beschreibung


Das gallo-römische Theater liegt bei einem Ort der Bituriger, in dem es neben dem Theater auch ein Öffnet externen Link in neuem FensterAmphitheater gab.

Die cavea ist an einen leicht ansteigenden Hang gebaut und weist zwei deutlich voneinander abweichende Bauphasen auf. Beide zeigen einen asymmetrischen und unregelmäßigen Grundriß. In der ersten Phase übersteigt die cavea einen Halbkreis und zeigt entsprechend stumpfwinklige Analemmata. Die Sitzreihen ruhen nicht auf radial ausgerichteten Substruktionen, sondern liegen zwischen konzentrisch verlaufenden Mauern und ruhen auf ebenso geführten Mauerzügen. Dazwischen verliefen von außen nach innen Zugänge zur orchestra, welche die cavea in 7 ungleichmäßige cunei unterteilte. Um die annähernd kreisrund geführte orchestra verlief eine Stufe für die Ehrensitze (bisellia). Ein kleine römische Bühne (pulpitum) reichte von der südlichen Begrenzungsmauer in die orchestra hinein, dahinter lag das nur wenig breitere Bühnengebäude. Damit weist das Theater einige im gallischen Bereich typische Abweichungen vom klassischen römischen Theater auf, nämlich das Fehlen seitlicher Eingänge und das Vorhandesein rückwärtiger Zügänge zur orchestra. Ferner ist das Bühnengebäude sehr klein. In der zweiten Bauphase wurde die cavea deutlich erweitert, wobei die Sitzreihen wiederum den Halbkreis übersteigen, aber dennoch durch eine 180° geführte Analemma-Mauer begrenzt werden. Der obere Teil der cavea wurde nun von 4 radial geführten überwölbten Zugängen durchzogen, darunter lag die untere cavea. Orchestra und Bühnengebäude blieben unverändert. Der Baubeginn der ersten Bauphase wird in das 2. Viertel des 1. Jhs. datiert, der Einbau der Sitzreihen in das 3. Viertel. Zwischen 150 und 170 n. Chr. wird der Bau der zweiten Phase angesetzt, um 300 scheint das Theater zerstört und aufgegeben worden zu sein.

Literatur

Öffnet externen Link in neuem FensterG.-Ch. Picard, Argentomagus, CRAI 1967, 30-42.

Öffnet externen Link in neuem FensterG.-Ch. Picard, Nouvelles découvertes à Argentomagus, CRAI 1969, 153-161.

G.-Ch. Picard, À propos d'Argentomagus: les théâtres ruraux sacrés en Gaule, Archeologia 1969, 69-77. 

G.-Ch. Picard, Les théâtres ruraux de Gaule, Revue archéologique 1970/1, 184-192.

Öffnet externen Link in neuem FensterG.-Ch. Picard, Gallia 26, 1968, 327-336; 28, 1970, 262-265; 30, 1972, 329; 32, 1974, 311-313.

G.-Ch. Picard, RACentre 63, 1976, 213-226.

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Öffnet externen Link in neuem FensterG. Coulon, Bibliographie sur le site gallo-romain d'Argentomagus, Saint-Marcel/Argenton-sur-Creuse (Indre), Gallia 30, 1991, 189-194.

F. Dumasy, Argentomagus: d’un théâtre à l’autre, in: C. Landes (Hrsg.), Spectacula: Le théâtre antique et ses spectacles. Colloque du Musée arch. Henri Prades, Lattes 1989 (Lattes 1992) 21-27.

Öffnet externen Link in neuem FensterM. Fincker – F. Tassaux, Les grands sanctuaires «ruraux» d'Aquitaine et le culte impérial, Mélanges de l'École Française de Rome, Antiquité 104, 1992, 41-76 Abb.

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G. Coulon – J.-C. Golvin, Voyage en Gaule (Arles – Paris 2006) 92.

weblinks:

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