Attischer Tragödiendichter und Dithyrambiker, Sohn des Xenophantes. Er wurde in Komödien des
Aristophanes verspottet, woraus sich seine Schaffenszeit ableiten lässt. Über seine Werke ist nichts bekannt, dafür scheint er durch seine Haarpracht hervorgestochen zu sein.
Testimonia
Aristophanes,
Acharner 387-392:
In einer Antwort des Chors der Acharner an Dikaiopolis, der seinen Kopf bereits auf den Hackblock gelegt hat, heißt es:
Chor: „Was windest di dich und spielst raffiniert und hältst uns noch hin?
Doch nimm meinethalb von Hieronymos
Den stockfinsterdichten Unterweltshelm,
Und leg die Kniffe des Sisyphos an den Tag:
Doch einen Aufschub gibt's von diesem Handel nicht.” (Übers. Peter Rau)
Scholia zu Aristophanes Acharner:
Bernard P. Grenfell - Arthur S. Hunt, The Oxyrhynchus Papyri, VI (London 1908) p. 157 Nr. 856, Z 27.
Aristophanes,
Wolken 347-350.
In einer Textpassage in den "Wolken" des Aristophanes wird die vielfältige Form der Wolken beschreiben und dabei unter anderem auch das wilde Haupthaar des Hieronymos, des Sohnes des Xenophantes, zum Vergleich herangezogen:
Sokrates: "Sie werden so alles, was immer sie wollen; drum wenn sie mit wallendem Haar sehn
Einen Wilden von dieser zottigen Sorte, zum Beispiel den Sohn des Xenophantes,
So geben sie sich, sein Ungestüm verspottend, die Form von Kentauren." (Übers. Peter Rau)
Suda α676:
̓́Αϊδος κυνη: ̓Αριστοφάνης: λάβε δ' ἐμου γ' ἕνεκα παρ' ̔Ιερωνύμου σκοτοδασυπυκνότριχα τὴν ̓́Αϊδος κυνῆν. ἐπὶ τῶν ἀφανῶν εἴρηται ἡ παροιμία. νῦν δὲ ἐπὶ τῶν ἄγαν κομώντων. οὑ̂τος γὰρ ὁ ̔Ιερώνυμος μελῶν ἠ̂ν ποιητὴς καὶ τραγῳδὸς ἀνώμαλος καὶ ἀνοικονόμητος, διὰ τὸ ἄγαν ἐμπαθεῖς γράφειν ὑποθέσεις καὶ φοβεροῖς προσωπείοις χρῆσθαι: ἐδόκει κροτεῖσθαι. ἐκωμῳδεῖτο δὲ ὡς πάνυ κομῶν: διόπερ ̓́Αϊδος κυνῆ ἔφη αὐτὸν κωμῳδικῶς, ὡς κουρειῶντα.
„Hadeshelm: Aristophanes: „Nimm für mich den schattenhaften, zotteligen Hadeshelm von Hieronymos.“ Dieses Sprichwort bezog sich ursprünglich auf Unsichtbare. Nun aber auf jene mit übermäßig langem Haar. Denn Hieronymos war ein melischer und tragischer Dichter, der als eigenbrötlerisch und ungepflegt galt, da er allzu sentimentale Rollen verfasste und furchterregende Masken trug; er schien Beifall zu ernten. Man verspottete ihn wegen seines langen Haares; daher sagte Aristophanes scherzhaft, er sei Hades' Hundefell, da er so langes Haar habe.”
Suda κ1768:
Κλεῖτος: ὁ Ξενοφάντου. οὗτος ἐπὶ κόμῃ ἐσκώπτετο. οἱ δὲ ̔Ιερώνυμόν φασι, τὸν διθυραμβοποιόν: ὃς Ξενοφάντου μὲν ἦν υἱός, περὶ παῖδας δὲ ἄγαν ἐπτόητο. λάσιον δὲ εἰ̂χε τὸ σῶμα: ὥσπερ οἱ Κένταυροι τὸ τῶν ἵππων μέρος. Κλειτὸς δὲ ὁ ἔνδοξος.
„Kleitos: Der Sohn des Xenophantes. Dieser Mann wurde wegen seiner Frisur gehänselt – manche behaupten jedoch, es handle sich um Hieronymos; auch er war der Sohn eines gewissen Xenophantes und hegte eine starke Vorliebe für Knaben. Er war behaart, ähnlich wie die Kentauren ihren behaarten Pferdekamm hatten. Das Adjektiv „kleitos“ bedeutet aber auch „berühmt“”
Ausgaben und Literatur
RE VIII (Stuttgart 1913) 1564-1565 s.v. Hieronymos Nr. 14 (Paul Maas)
