Spiele zu Ehren des Kaisers
Hadrian mit agonistischen Aufführungen wurden im griechischen Osten vielfach ins Leben gerufen. Sie zeigen das Bestreben des römischen Kaisers, der griechischen Kultur neues Leben einzuhauchen und belegen auf ihre Weise seine bekannte philhellenische Einstellung. Neben den überwiegend bezeugten gymnischen Agonen sind in Athen auch die musischen Agone mit einem Flötisten und einem Sänger zur Kithara bezeugt, sichere Nachweise dramatischer Agone fehlen jedoch.
Ob das Zeugnis bei Athenaios III 115 A-B (
griechisch) über Aristomenos, einen Freigelassenen
Hadrians, der als Schauspieler der "
Alten Komödie" bezeichnet wird und der aus Athen stammte, so interpretiert werden darf, dass bei Aufführungen der Spiele zu Ehren des römischen Kaisers in Athen auch eine Wiederbelebeung der "
Alten Komödie" stattfand, muss unsicher bleiben wie auch überhaupt die Orte seines Auftritts.
Lit.:
RE II 1 (Stuttgart 1895) 949 s.v. Aristomenes Nr. 13 (Wentzel); H. Friedländer, Sittengeschichte, II (Leipzig 1921-23) 119 f.; H. Leppin, Histrionen (Bonn 1992) 213..
Quellen
Aelius Aristeides, Romrede 99:
Übersetzung:
„Städte strahlen nun in Glanz und Anmut, und die ganze Erde ist wie ein paradiesischer Garten geschmückt. Rauchwolken aus den Ebenen und Feuersignale von Freund und Feind sind verschwunden, als hätte sie ein Wind davongetragen, jenseits von Land und Meer. An ihre Stelle sind anmutige Schauspiele aller Art und Wettkämpfe in unbegrenzter Zahl getreten. So hören die Festversammlungen gleich wie ein heiliges, nie erlöschendes Feuer nicht mehr auf, sie gehen bald zu diesen, bald zu jenen, und ständig wird irgendwo gefeiert; denn allen geht es so, daß dies zu Recht geschieht. Daher verdienen allein diejenigen Mitleid, die außerhalb eures Reiches wohnen, wenn es irgendwo noch welche gibt, weil sie von solchen Wohltaten ausgeschlossen sind.“
Lit.: R. Klein (Hrsg.), Die Romrede des Aelius Aristides. Texte zur Forschung 45 (Darmstadt 1983) Text und Kommentar.
Hieronymos-Eusebios: Gründung der Spiele im 16. Regierungsjahr von Kaiser Hadrian.
Ehreninschrift eines Agonotheten, aus Athen, IG III 682. IG II/III2 2086, Z 30 (163/64 n. Chr.) (
PHI):
Übersetzung:
„… Übungsleiter der Lieder des vergöttlichten Hadrian …“
Inschrift, CIG 248;
IG III 121.
Ehreninschrift eines Agonotheten in Athen severischer oder jüngerer Zeit..
Inschrift der dionysischen Techniten, aus Athen,
IG III 20.
Lit.:
Ehreninschrift des Marcus Aurelius Epaphroditus aus Tlos.
Statuenbasis, CIG 247;
IG III 128:
Ehreninschrift eines Ringers aus Athen.
Inschrift, IG XIV 739; INapoli I 49 (
PHI):
In
Neapel gefundene Siegerinschrift des Ringers Marcus Aurelius Hermagoras aus
Magnesia am Sipylos. Nach seinen Siegen bei den
Aktischen Spielen, den Nemeischen Spielen, dem
Schild von Argos, den
Isthmischen Spielen, den
Panathenäen, den
Panhellenien, den Olympischen Spielen, den Hadrianeia in Athen, den Spielen anlässlich des
Koinons von Asien in Smyrna, den
Olympischen Spielen in Smyrna, den
Olympischen Spielen in Ephesos, den
Balbillia in Ephesos, den
Augusteia in Pergamon, den
Traianeia in Pergamon und den
Haleia auf Rhodos bekleidete er das Amt des Xystarchen in Actium und in
Mopsuestia sowie seiner Heimatstadt
Magnesia; bei den Olympischen Spielen in Ephesos und Smyrna war er oberster Hellanodike. Insgesamt werden für ihn 29 Siege bei heiligen Spielen und 127 bei gelddotierten Spielen verzeichnet sowie ausdrücklich ein Sieg bei den olympischen Spielen in Olympia (177 n.Chr.).
Lit.: Jean Yves Strasser, Mémoires de Champions, Corpus des palmarès, d'Octavien à Valentinien Ier, Bibliothèque des Écoles françaises d’Athènes et de Rome (BEFAR),395 (Athen 2021) Nr. 79 (
openedition)
Inschrift,
IG XIV 1102, 26:
Siegerinschrift des Athleten Marcus Aurelius Demetrios aus Rom und Umgebung.
Inschrift,
FdD III 1, 363-365 Nr. 550, Z. 8.
Siegerinschrift eines musischen Agonisten von der Heiligen Straße im Apollonheiligtum zu Delphi beim Schatzhaus der Siphnier aus severischer Zeit.
Inschrift, FdD III 1 (Paris 1929) 361 f. Nr. 547 Z 14 (
PHI):
Statuenbasis mit der Ehreninschrift eines Flötisten, gefunden im Apollonheiligtum in Delphi beim Schatzhaus des Sikyonier.
Inschrift, FdD III 1, Nr. 555, 12 (
PHI)
Statuenbasis mit einer Siegerinschrift, gefunden im Apollonheiligtum in Delphi beim Schatzhaus der Thebaner bzw. am Tor A'.
Siegerinschrift, CIG 3674; IGRR IV 160, Z. 7-8 (
PHI):
Inschriftliche Ehrung aus Kyzikos für den Pankratiasten M. Aurelius Koros. Bei den Hadrianeia in Athen war er Sieger im Pankration der Knaben, in dieser Disziplin gewann er ebenso bei den Spielen des Koinon von Asien in Kyzikos und bei den olympischen Spielen in Tralles. In Athen gewann er diese Disziplin bereits bei den bartlosen Jünglingen, ebenso bei den Isthmien und den kapitolinischen Spielen in Rom, wo er auch bei den Epinikien siegte. In Rom wurde er auch mit einem vergoldeten
Brabeion ausgezeichnet. M. Aurelios Koros war Bürger von Thyateira, Kyzikos, Athen, Tralles und Byzanz.
Lit.: L. Moretti, RFIC 82, 1954, 283. 286 (Koina Asias); Maria L. Caldelli, Agon Capitolinus (Rom 1993) Nr. 39; A. Barattolo, Mitt DAI Istanbul 45, 1995, 67-69; Peter Herz, Nikephoros 11, 1998, 171-182 (SEG 48, 1481); ders., in: N. Başgelen u.a. (Hrsg.), Anatolian & Thracian Studies in Honour of Zafer Taşlıklıoğlu (1999) 81-82 (Koina Asias von Kyzikos); Andrew Farrington, Isthmionikai, Nikephoros Beih. 21 (Hildesheim 2012) Nr. 1.206; A. Avram, Prosopographia Ponti Euxini externa (2013) Nr. 863; Jean Yves Strasser, Mémoires de Champions, Corpus des palmarès, d'Octavien à Valentinien Ier, Bibliothèque des Écoles françaises d’Athènes et de Rome (BEFAR),395 (Athen 2021) Nr. 78 (
openedition)
Siegerinschrift, IGRR IV 1761, 17:
Inschriftliche Ehrung eines Fünfkämpfers aus
Philadelphia-Alasehir.
Lit.: W.H. Buckler, JHS 37, 1917, 88–90 Nr. 1; L. Moretti, Iscrizioni agonistiche greche (Rom 1953) 239-241 Nr. 82; Maria Letizia Caldelli, Considerazioni sulla cronologia dei Chrysantina di Sardis, ZPE 109, 1995, 64 Nr. 16 (
pdf)
Siegerinschrift, CIG 3208; IGRR IV 1432, Z. 15-16:
Inschriftliche Ehrung aus Smyrna des Kitharöden C. Antius Septimius Publius.
Lit.:
Siegerinschrift, IGRR IV 1519, 11-12:
Inschriftliche Ehrung des Athleten M. Aurelius Damas, gefunden in Sardes.
Lit.: J. Keil - A. von Premerstein, Lydien I 27 (IGR IV 1519). W. H. Buckler - D.M. Robinson, I.Sardis I 79; L. Moretti, I.agonistiche 84; Rudolf Knab, Die Periodoniken. Ein Beitrag zur Geschichte der gymnischen Agone an den 4 griechischen Hauptfesten (Bottrop 1934) Nr. 52; Moretti, Olympionikai, 878; Maria L. Caldelli, Agon Capitolinus (Rom 1993) Nr. 40 Taf. xvi-xviii; Kostouros, Νεµέων, Nr. 116; Patrick Gouw, Griekse atleten in de romeinse keizertijd (Diss. Amsterdam 2009, Nr. 89 (
pdf); O. van Nijf, in: Kathleen Coleman - Jocelyne Nelis-Clément (Hrsg.), L’organisation des spectacles dans le monde romain : huit exposés suivis de discussions, 22-26 août 2011, Vandœuvres, Genève, Fondation Hardt, Entretiens sur l’Antiquité classique 58, 2012, 56-58, 80-82; Andrew Farrington, Isthmionikai, Nr. 202; Wolfgang Decker, Antike Spitzensportler, Athletenbiographien aus dem Alten Orient, Ägypten und Griechenland (Hildesheim 2014) Nr. 75; Jean Yves Strasser, Les fleurs d’or du Tmolos, REG 132, 2019, 408-409; Jean Yves Strasser, La carrière du pancratiaste Markos Aurelios Dèmostratos Damas, BCH 127,1, 2003, 258-266; Petya A. Andreeva, Festivals in the Roman province of Thrace, II, Dissertation Sofia 2014, 441; Jean Yves Strasser, Mémoires de Champions, Corpus des palmarès, d'Octavien à Valentinien Ier, Bibliothèque des Écoles françaises d’Athènes et de Rome (BEFAR), 395 (Athen 2021) Nr. 85 (
openedition)
Ch. T. Newton (Hrsg.), Greek Inscriptions in the British Museum (London 1874-1890) Nr. 613, Z. 9.
Lit.:
Statuenbasis für einen mehrfachen Sieger im Pentathlon:
Lit.: R. Heberdey/G. Niemann/W.Wilberg, Das Theater. Forschungen in Ephesos II (Wien 1912) 180 f. Nr. 72; R. Merkelbach – J. Nollé, Die Inschriften von Ephesos VI (Bonn 1980) Nr. 2072, Z. 10.
Literatur
W. Weber, Untersuchungen zur Geschichte des Kaisers Hadrian (Leipzig 1907) 210.
L. Robert, Études d’épigraphie grecque, Revue de Philologie 56, 1930, 36-38 (= Opera Minora Selecta II [Amsterdam 1969] 1136-1138.
D. J. Geagan, Hadrian and the Athenian Dionysiac Technitai, Transactions of the American Philological Association 103, 1972, 133-156.
S. Follet, Athènes au IIe et au IIIe siècle. Études chronologiques et prosopographiques (Paris 1976) 348 ff.
A. J. Spawforth – S. Walker, The World of the Panhellenion, I. Athens and Eleusis, JRS 75, 1985, 78-104, bes. 90 f.
St. Mitchell, Festivals, Games and Civic Life in Asia Minor, JRS 80, 1990, 190 (Rezension).
Francesco Camia, Hadrianos Olympios Panhellenios: worshipping Hadrian in Athens, in: A. Kouremenos (Hrsg.), The Province of Achaea in the 2nd Century CE. The Past Present (London/New York 2022) (
academia.edu)
