Attischer Dichter der Neuen Komödie. Seine Werke sind allein in Fragmenten erhalten, 9 Titel sind überliefert.
Testimonia
Athenaios I (
7D)
Ausgaben und Literatur
A. Meineke, Fragmenta Comicorum Graecorum I, Historia critica comicorum Graecorum (Berlin 1839) 477-478.
A. Meineke, Fragmenta Comicorum Graecorum IV, Fragmenta Poetarum Comoediae Novae (Berlin 1841) 486-
495.
Th. Kock, Comicorum Atticorum Fragmenta III, Novae comoediae fragmenta, pars 2 (Leipzig 1888) 317-
324.
RE VI (Stuttgart 1907) 1218-1219 s.v. Euphron Nr. 3 (Kaibel).
Carlo Scardino, Die Neue Komödie, in: B. Zimmermann - A. Rengakos (Hrsg.), Die Literatur der klassischen und hellenistischen Zeit, Handbuch der griechischen Literatur der Antike, II (München 2014) 1090.
Werke
Ἀδελϕοί, Die Brüder
Komödien gleichen Titels sind von
Alexis,
Apollodoros,
Diphilos,
Hegesippos,
Menander und
Philemon überliefert. Eine lateinische Komödie '
Adelphoe' stammt von
Terenz, von
Pomponius eine
Atellane mit dem Titel
Adelphi
(K. fr. 1) Athenaios IX 24 (379d-380b) (
Perseus)
„Euphron, den ich kurz zuvor (
377d) erwähnt habe, ihr Herrn Richter - ich würde keinen Augenblick zögern, euch Richter zu nennen, da ich ja euer Urteil über eure Eindrücke erwarte - lässt in dem Drama 'Die Brüder' einen gelehrten und gut ausgebildeten Koch über die Küchenmeister, die vor ihm waren, sprechen und darüber, welche spezielle gute Fähigkeit jeder besaß und worin er besonderen Erfolg hatte. Trotzdem hat er keinen solchen beschrieben, wie ich ihn euch oft aus anderen Anlässen vorgeführt habe. Es heißt dort:
Wiewohl ich viele Schüler hatte, lieber Lykos, wirst
du nun als echter Koch mein Haus nach nur zehn Monaten
verlassen, wo du doch weitaus der Jüngste bist,
weil du stets nachgedacht und Mut bewiesen hast.
Als einziger hat ja der Rhodier Agis einen Fisch hervorragend gegrillt,
Nereus von Chios kochte einen See-Aal wie fürs Göttermahl,
der Honigteig im Feigenblatt mit Milchrahm Chariades aus Athen,
die schwarze Soße, die gelang als erstem dem Lamprias, und
die Würste hat Aphthonetos, und Euthynos den Linsenbrei kreiert,
Ariston Goldbrassen für das Gemeinschaftsmahl.
So kommen diese gleich nach den
Sophisten, die in alter Zeit
gewesen, und sie sind uns die zweiten Sieben Weisen jetzt.
Doch ich bemerkte, daß das meiste schon eimal erfunden war,
und kam als Erster drauf, mir dieses anzueignen, ohne daß
ein Mensch mir das verübelte, nein, alle nahmen mich.
Wenn du nun siehst, daß dies von mir erfunden ist,
und etwas Eigenes hinzuerfunden hast, dann ist dies dein.
Auf Tenos opferten die Menschen vor vier Tagen ein
ganz zartes, kleines Lamm. Es waren viele Leute da,
von weitem angereist. 'Kein Fleisch für außerhalb' gab es:
für Lykos nicht und auch für seinen Lehrer nicht.
Da hast du andere bekniet, zwei Böcke zu beschaffen, und
als sie das ein ums andre Mal die Leber sich betrachteten,
da langtest du mit einer Hand nach unten unbemerkt,
warfst rasch die Niere ins Zisternenloch
und schlugst dann heftig Lärm: 'Es hatte keine Niere drin!'
So sagten sie. Die Anwesenden bückten sich nach dem Verlorenen.
Sie opferten ein andres Tier. Da sah ich, wie von dem
du dieses Mal das Herz verschwinden ließt ...
Schon längst bist du ein Meister, sieh das an: Nur du allein
hast eine Kunst ersonnen, wie man als Wolf nicht vergebends schnappt.
... "
Lit. und Ausgaben:
Αἴσχρα, Die Hässliche
Athenaios VII (307e) (Perseus)
Ausgaben und Lit.:
Ἀποδιδοῦσα
Athenaios XI (503e) (Perseus)
Ausgaben und Lit.:
Δίδυμοι, Die Zwillinge
Stobaios, floril. XV 2.
Ausgaben und Lit.:
Θεῶν ἀγορὰ, Götterversammlung
Stobaios, floril. XXVIII 11
Ausgaben und Lit.:
Θεωροί, Die Festgesandten
Athenaios IX (399b-c) (Perseus)
Ausgaben und Lit.:
Μοῦσαι, Die Musen
Athenaios VIII (343b) (Perseus)
Ausgaben und Lit.:
Παραδιδομένη, Die Ausgelieferte
Athenaios III (100d) (Perseus)
Ausgaben und Lit.:
Συνέφηβοι, Die Jugendgenossen
In einer längeren Passage über Köche mit Zitaten aus mehreren Komödien unterschiedlicher Dichter heißt es bei Athenaios:
(K. fr. 10) Athenaios IX 21 (377 d-e) (Perseus):
„Wenn du, Karion, bei Leuten, die ein Beitragsmahl veranstalten, dienst,
dann gibt es keinen Wettbewerb, auch nichts von dem zu tun,
was du gelernt hast. Gestern warst du gar in Not: da hatte doch bei dir
kein Gründling eine Leber, alle waren leer,
ein Hirn verdorben. Wenn du mal, Karion, doch
in einen solchen Saustall kommst,
zu Dromon, Kerdon, Soterides, mußt du, wenn
sie Lohn berappen, wieviel du gefordert hast,
ganz schlicht dich fügen; aber wohin jetzt der Weg uns führt,
zum Hochzeitsfest, da schöpfe ab, wo du nur kannst!
Beachtest du's, bist du mein Schüler und ein guter Koch.
Hier, die Gelegenheit ist günstig. Ziehe Nutzen! Geizig ist
der Alte, klein der Lohn. Erwische ich dich jetzt,
daß du nicht alles aufißt, auch die Kohlen, dann
bist du erledigt. Geh hinein! Der Alte kommt
da nämlich grade lang. Wie mißgünstig er um sich schaut.” (Übers. nach C. Friedrich)
Ausgaben und Lit.:
