Heiliger und einer der vier großen panhellenischen Agone. Nach der Mythologie führte Apollon die Spiele nach seinem Sieg über den Drachen Python ein. Ursprünglich fanden sie alle 8 Jahre nur mit einem musischen Wettbewerb statt und entsprechend ihrer Daseinsberechtigung war die Hymne auf Apollons Sieg über den oder die Python zentrales Anliegen der Feiern. In ihrer etablierten Form dauerten die Spiele 5 Tage. 590 v. Chr. wurden nach dem Sieg im 1. Heiligen Krieg über Kirrha durch die delphische Amphiktyonie hippische und gymnische Agone hinzugefügt und von Eurylochos der Agon der Pythien aus der Siegesbeute gestiftet. Ab 582 fanden die Spiele alle 4 Jahre statt. Besonderen Rang hatten die musikalischen Agone mit Gesang zur Kithara. Der ursprüngliche Geldpreis der verschiedenen Wettkämpfe wurde später durch einen Lorbeerkranz für die Sieger ersetzt. Die musischen Agone waren ein zentraler Teil der pythischen Spiele, fanden jedoch mindestens bis in das 3. Jh. v. Chr. hinein noch im Stadion statt, wo jeweils hölzerne Aufbauten angebracht wurden. Erst in der römischen Kaiserzeit lassen sich dramatische Agone nachweisen und diese möchte man dann doch im Theater annehmen.
Die Abfolge der Festlichkeiten im Einzelnen sah am 7. des Monats Bukataios das Opfer eines Bullen, einer Ziege und eines Schafs an Apollon (IG II2, 1126; CID 10 Z. 34; Mommsen 178-182 und überhaupt 149-214), begleitet von Prozessionen und möglicherweise einer Darstellung vom Kampf Apollons gegen den Drachen. Am 8. Bukataios (d.h. am unmittelbar folgenden Abend) folgte ein großes Festmahl, am 9. der musische Agon, am 10. der gymnische und am 11. die hippischen Agone. Zahlreiche Ehreninschriften von Siegern der pythischen Wettkämpfe sind erhalten, darunter solche, die auch deren Päan wiedergeben, mitunter sogar mit den Notenzeichen.
Literatur
Johann Heinrich Krause, Die Pythien, Nemeen und Isthmien aus den Schrift- und Bildquellen des Alterthums dargestellt (Leipzig 1841) 1-106.
G.M. Sifakis, Studies in the History of Hellenistic Drama. University of London Classical Studies 4 (London 1967) 95-98.
G. Roux, Delphi – Orakel und Kultstätten (München 1971) 156-159.
L. Polacco, Rites des saisons et drames sacres chez les Grecs, in: P. Ghiron-Bistagne (Hrsg.), Anthropologie et Théâtre antique, Actes de colloque international de Montpellier 6-8 mars 1986 (Montpellier 1987) 16 f.
D.H.J. Larmour, Stage and Stadium. Drama and Athletics in Ancient Greece, Nikephoros Beihefte 4 (Hildesheim 1999) 184.
R.G.A. Weir, Roman Delphi and its Pythian Games, phil. Diss. Princeton 1998.
A. Neumann-Hartmann, Das Wettkampfprogramm der panhellenischen Spiele im 5. Jh. v.Chr., Nikephoros 20, 2007, 123-130.
Antike Schriftsteller
Philostrat, Apollonios von Tyana V 7 (193);
V 8 (194);
V 9 (195);
VI 10 (238).
Philostrat, Vitae sophistarum II 1 (553);
II 27 (616)
Plutarch, moralia 410a;
moralia 414c;
defectu oraculorum 15 (moralia 417F-418A);
Tischgespräche V (674d-e)
Inschriften
Marmor Parium
FdD III 1, 550.
FdD III 4, 447.
FdD III 4, 448.
FdD III 1, 547.
Antike Schriftsteller
Strabo IX 3,10 (421)
Siegespreis wurde ein Lorbeerkranz, ältester Wettbewerb war ein Agon von Kitharasängern, die einen Paian auf Apollon sangen:
„Der älteste Agon zu Delphi wurde von Kitharasängern gehalten, welche ein Loblied auf den Gott sangen. Dieses aber hatten die Delphier gestiftet. Nach dem Krissäischen Kriege jedoch richteten die Amphiktyonen zu Ehren des Eurylochos Pferderennen und gymnastische Kämpfe um den Siegerkranz ein und nannten sie Pythia. Zu den Kitharasängern aber fügten sie Flötenbläser und Kitharaspieler ohne Gesang, die ein Musikstück aufführen sollten, welches der pythische Satz heißt. Es enthält 5 Teile: das Vorspiel, den Versuch, den Aufruf, die Jamben und Daktylen und die Pfeifen. In Musik setzte es Timosthenes um, der Admiral Ptolemaios II., der auch eine Zusammenstellung der Häfen in 10 Büchern geliefert hat. Er will durch dieses Musikstück den Kampf Apollons mit dem Drachen feiern, indem er durch das Vorspiel die Vorbereitung, durch den Versuch den ersten Versuch des Kampfes, durch den Aufruf den Kampf selbst, durch die Jamben und Daktylen – also in Versmaßen, von denen sich das eine zu Lobgesängen, der Jambus aber zu Schmähungen vorzüglich eignet – den Jubelgesang über den Sieg, und durch das Pfeifen das Verenden des Tieres ausmalt, indem diese gleichsam das letzte pfeifende Zischen des verendenenden Drachen nachahmen.“
Nun kamen ein Wettkampf der Aulodie und des einfachen Flötenspiels hinzu:
Pausanias X 7,2:
„Der erste Wettkampf, für den man zuerst Preise ausgesetzt habe, so berichtet man, sei gewesen, einen Hymnos auf den Gott zu singen. Und es sang und siegte mit seinem Gesang Chrysothemis aus Kreta, dessen Vater Karmanos Apollon entsühnt haben soll. Später als Chrysothemis habe, wie man berichtet, Philammon mit seinem Gesang gesiegt und nach ihm Thamyris, Philammons Sohn. Orpheus aus Prahlerei mit seinen Mysterien und wegen seines sonstigen Stolzes und Musaios wegen seiner Nachahmung des Orpheus in allem sollen es abgelehnt haben, sich in einem musischen Wettkampf prüfen zu lassen. … In der 48. Olympiade, an der Glaukias aus Kroton siegte, und zwar in ihrem dritten Jahr (586/86 v. Chr.), setzten die Amphiktyonen Preise für Kitharagesang aus wie schon früher, dazu aber fügten sie noch einen Wettkampf im Flötengesang und Flötenspiel. … In der 8. Pythiade richteten sie dazu noch das Kitharaspiel ohne Gesangsbegleitung ein, und der Tegeate Agelaos wurde bekränzt (558/57 v. Chr.). … Den Lorberkranz für den Sieg an den Pythien gibt es, wie mir scheint aus keinem anderen Grund, als weil Apollon nach der geltenden Sage die Tochter des Ladon geliebt hat (Die Tochter des Ladon hieß Daphne = Lorbeer).”
Philostrat, Apollonios von Tyana V 7 (193):
Zum Auftritt von Kaiser
Nero bei den Pythien heißt es:
„Über die dortigen Vorkommnisse, sagt Damis, habe Apollonios viele Gespräche geführt. Erwähnenswert seien aber vor allem folgende gewesen: Als sie einst im Herakleion saßen, lachte Menippos plötzlich laut auf, weil er sich an Nero erinnerte, und rief: „Was sollen wir von diesem Edelmann halten? In welchen Kämpfen mag er sich jetzt wohl bekränzen lassen? Werden unsere guten Griechen nicht unter Gelächter die Volksfeste besuchen?“ „Wie ich von Telesinus vernommen habe“, bemerkte Apollonios, „fürchtet der wackere Nero die Geisseln der Eleer. Als er nämlich von seinen Schmeichlern aufgemuntert wurde, sich olympische Siege zu erringen und dadurch Rom zu verherrlichen, antwortete er: ‚Ja, wenn mich die Eleer nicht behexen. Man sagt, sie geißeln und verhöhnen mich.’
Dergleichen unsinnige Worte ließ er vielfach auch sonst verlauten. Ich aber behaupte, daß Nero in
Olympia Sieger bleiben wird; denn wer ist so tollkühn, sich ihm entgegenzustellen. In den Olympien aber wird er nicht siegen, da diese gar nicht in diese Zeit fallen. Nach alten Regeln fielen nämlich die Olympien in das vorige Jahr. Nero aber befahl den Eleern, sie aufzuschieben, bis er selbst kommen werde, wie wenn man nicht Zeus, sondern ihm zu opfern hätte. Und da kündigte er nun den Leuten Tragödien und Gesänge zur Kithara an, ohne Theater und Bühne für dergleichen zu haben - gibt es doch dort nur ein offenes, von der Natur geschaffenes Stadion, auf dem sich alles nackt übt -, und sagt, er sei willens, einen Ehrenpreis zu holen, während er sich doch schämen sollte, die Rüstung des Augustus und Julius von sich zu werfen und die Kleidung eines Amoibeus und eines
Terpnos anzuziehen. Was sagst du dazu? Er ist ja so peinlich genau in seiner Darstellung eines Kreon oder
Ödipus, dass er Angst hat, die richtige Türe zu verfehlen oder sich im Gewand und Szepter zu vergreifen.
Aber er hat so sehr seine Würde und diejenige der Römer vergessen, dass er, statt Gesetzgeber zu sein, zum Bänkelsänger geworden ist und außerhalb des Palastes betteln geht, wo er doch als Kaiser Staatsgeschäfte betreiben und über Land und Meer herrschen sollte. Es gibt zur Zeit mehrere Tragödiendichter, mein lieber Menippos, zu denen sich auch Nero zählt. Wenn nun aber einer von diesen Tragöden, erfüllt von seiner Rolle eines Oinomaos oder Kresphontes, von der Bühne weg selbst Herrscher werden möchte, was würdest du wohl dazu sagen? Würdest du nicht denken, dass er Nieswurz oder einen ähnlichen Trank nötig habe, der den Verstand wieder klar macht? Wenn aber der Herrscher Tragöde und Künstler wird, seine Stimme pflegt und die Eleer und Delphier fürchtet oder es doch für einen Gewinn hält, bei schlechtem Spiel nicht von denen gegeißelt zu werden, über die er doch herrschen sollte, was soll man dann von den unglücklichen Menschen sagen, die unter einem solchen Schandbuben zu leben haben.
Wer ist deiner Ansicht nach, mein bester Menippos, für die Griechen von größerem Verderben gewesen,
Xerxes mit seiner Brandstifterei oder Nero mit seinem Singsang? Überlege dir doch, welcher Aufwand für Neros Gesang betrieben wird, wie die Leute aus ihren Häusern vertrieben werden, wie sie nichts Wertvolles besitzen dürfen, wie sie selbst Geräte und Sklaven zur Verfügung stellen müssen und welchen schrecklichen Dingen ihre Frauen und Kinder ausgesetzt sind, weil Nero überall schändlichen Lüsten frönt. Welche entsetzlichen Händel entstehen allein nur um der Theater und Gesänge willen.
Da heißt es: Du bist gekommen, um Nero anzuhören. Du warst wohl da, hast aber ohne Begeisterung zugehört. Du hast gelacht, du hast nicht Beifall geklatscht, du hast kein Opfer dargebracht für seine Stimme, damit er noch glänzender erscheine an den Pythischen Festspielen. Die unzähligen Iliaden, die solche Spektakel über die Griechen bringen werden, kannst du dir vorstellen.
Und dass der
Isthmos durchschnitten oder vielmehr nicht durchschnitten wird, obschon jetzt, wie es heißt, daran gearbeitet wird, das hat die Gottheit mir längst zu erkennen gegeben. „Und doch“, fiel hier Damis ein, „ist diese Durchstechung des Isthmos ein Plan, der alle übrigen Pläne Neros in den Schatten stellt. Du selbst siehst ja, wie groß er ist.“ „Gewiss“, bestätigte Apollonios, „aber die Halbheit spricht gegen ihn, sei es beim Gesang oder bei der Durchstechung. Da lobe ich mir den Xerxes, allerdings nicht, weil er die Brücke schlug, sondern weil er wirklich über den Hellespont herüberkam. Den Nero dagegen werde ich nie durch den Isthmos fahren sehen, noch wird er je sein Werk zu Ende führen. Vielmehr wird er, wenn nicht alle Wahrheit untergeht, voll Furcht aus Hellas fliehen.“ (Übers. V. Mumprecht)
Philostrat, Vitae sophistarum II 1 (553)
Philostrat, Vitae sophistarum II 27 (616)
Plutarch, moralia 410a.
Plutarch, moralia 414c.
Plutarch, defectu oraculorum 15 (moralia 417F-418A):
„Am meisten aber irren sich die Gottesgelehrten in Delphi, wenn sie an einen Kampf glauben, welchen der Gott einst hier mit einer Schlange um das Orakel bestanden hat, und wenn sie die Dichter und Redner bei ihren Wettkämpfen im Theater davon reden lassen, wie wenn sie geflissentlich dem hochheiligen Fest, das sie feiern, widersprechen wollten.Da erhob der Geschichtsschreiber Philippus, welcher auch zugegen war, voll Verwunderung die Frage, welches denn das Fest sei, dem diese Wettstreiter widersprächen. Kein anderes meine ich, erwiderte Kleombrotos, als das, welches wegen des Orakels stattfindet, zu dem die Stadt eben alle Griechen, welche außerhalb der Pylen wohnen, bis nach Tempe geweihet und zusammengetrieben hat.“
Plutarch, Tischgespräche V (moralia
674d-
e):
„Bei der Feier der pythischen Spiele war die Rede davon, gewisse neu hinzugekommene Arten des Wettkampfes wieder abzuschaffen. Es waren nämlich vom ersten Anfang an nur dreierlei Wettspiele, für die Aulos, die Kithara und den Gesang zur Kithara eingeführt. In der Folge erlaubte man auch der Tragödie den Zugang, und da nun einmal gleichsam das Tor geöffnet war, so konnte man einer Menge von Spielen, die sich mit Gewalt hereindrängten, nicht mehr Widerstand leisten. So erhielt zwar das Fest eine angenehme Mannigfaltigkeit und Frequenz, konnte aber seinen ernsten und künstlerischen Charakter nicht auf Dauer erhalten, sondern machte auch den Kampfrichtern Vieles zu schaffen und zog ihnen natürlich vielfache Feindschaft von den in großer Zahl Unterlegenen zu. Vor allem aber glaubten sie, dass das Volk der Prosaisten und Dichter vom Wettkampf ausgeschlossen werden müsse, nicht aus Hass gegen die Wissenschaft, sondern weil sie diese, die doch die angesehensten unter den Kämpfern waren, oft abweisen und kränken mussten, sofern sie alle für ausgezeichnet hielten, und dennoch nicht alle Sieger werden konnten. … (
675B) Bei diesem Schriftsteller (Polemon von Athen) nun werdet ihr finden, daß im Schatzhaus der Sikyoner ein goldenes Buch in Verwahrung lag, welches die Dichterin
Aristomache von Erythrai nach erhaltenem Siegpreis bei den
Isthmien dahin verehrt hatte. ... Denn zu den pythischen Spielen sind nur drei oder vier musische Wettkämpfe von Außen eingedrungen, die Wettkämpfe in körperlicher Fertigkeit aber haben sich größtenteils in ihrem ursprünglichen Bestand erhalten.” (Übers. nach Osiander - Schwab)
Pollux, onomastikon IV 84
zu den Hymnen (anders als Strabon):
(Text folgt)
Cassius Dio, Epitome Buch 63 (1,1)
Zu den Auftritten Kaiser
Neros:
„ Einerseits beteiligte sich nämlich Nero am Wettstreit unter den Kitharöden, und nachdem
Menekrates, sein Lehrer in dieser Kunst, für ihn einen Triumph im Zirkus veranstaltet hatte, erschien der Kaiser als Wagenlenker. …
(8,2) Hingegen setzte er nach Griechenland über, ¼ er wollte vielmehr als Wagenlenker und Leierspieler auftreten, Proklamationen erlassen und bei Tragödien mitwirken.
(3) Rom genügte ihm offensichtlich nicht mehr und auch nicht das
Theater des Pompeius sowie der
Große Zirkus, es verlangte ihn vielmehr noch nach einem Feldzug in die Ferne, um, wie er sagte, «Sieger der großen Tour» zu werden. Und eine so gewaltige Masse nicht nur der Augustaner, sondern auch anderer Leute hatte er in seiner Begleitung, dass er damit, falls sie ein Kriegsheer gewesen wären, die Parther und die übrigen Völker hätte unterwerfen können.
(4) Sie waren jedoch nur von der Art, wie man es bei Truppen Neros erwarten durfte, und als Waffen trugen sie Leiern, Plektren, Masken und
Kothurne. Und der Kaiser erfocht mit ihnen Siege, wie sie für solch ein Heer paßten, und überwältigte
Terpnos,
Diodoros sowie
Pammenes statt eines Philipp, Perseus und Antiochos.
(5) Wahrscheinlich zwang er den genannten Pammenes trotz seines Alters - er hatte unter
Gaius auf seiner Lebenshöhe gestanden - auch nur deshalb zum Wettkampf, um ihn besiegen und dann seine Ehrenstatuen verunstalten zu können.
9 (1) Hätte sich Nero mit diesen Taten begnügt (67 n. Chr.), so wäre er bloß zum Gegenstand des Gespöttes geworden. Indessen wie konnte wohl einer ruhig zuhören, geschweige denn ruhig zuschauen, daß ein Römer, ein Senator, ein Patrizier, ein pontifex maximus, ein Caesar, ein Kaiser, ein Augustus auf einem Anschlag unter den Wettkämpfern genannt wurde, seine Stimme übte, verschiedene Gesänge einstudierte, auf seinem Haupte langes Haar trug, während sein Kinn glatt rasiert war,
(2) seine Toga bei den Rennen über die Schulter warf, mit einem oder zwei Begleitern spazieren ging, seine Gegner scheel anblickte und ständig mit ihnen Stichelreden führte, vor den Spielordnern und Polizeidienern zitterte und ihnen allen heimlich Geld zusteckte, um nicht im Betretungsfall ausgepeitscht zu werden? Und all dies tat er, damit er den Wettkampf mit den Kitharöden, Tragöden und Herolden siegreich bestehe, im Wettstreit aber mit den Caesaren unterliege.
(3) Was dürfte es denn für eine schlimmere Proskription je geben als diese, bei der nicht
Sulla die Namen anderer, vielmehr Nero seinen eigenen Namen auf die Liste setzte? Welcher Sieg ist wohl sinnloser als jener, bei dem er den Ölzweig, den Lorbeer, den Eppich oder den Fichtenkranz empfing, den politischen Kranz aber verlor?
(4) Indessen warum sollte man allein diese seine Handlungen beklagen, wo man doch sehen mußte, wie er sich auf Kothurne stellte, nur um vom Throne zu stürzen, daß er unter Preisgabe seiner Herrscherwürde die Maske anlegte, um in der Rolle eines entlaufenen Sklaven zu betteln, sich als Blinder führen zu lassen, die Schwangere zu spielen, ein Kind zu gebären, den Verrückten zu machen, sich in der Fremde herumzutreiben, wobei er mit Vorliebe den Part eines
Oedipus,
Thyestes, Heracles, Alcmeon und Orestes übernahm?
(5) Was die Masken anlangt, die er trug, so waren sie teils eben jenen Personen angepaßt, teils gaben sie ihn selbst wieder; die weiblichen Masken hingegen waren samt und sonders nach Sabinas Gesichtszügen gestaltet, damit auch sie, obschon tot, am Schauspiel teilnehme.
(6) Und auch all das, was die gewöhnlichen Akteure bei ihrem Auftreten spielen müssen, ahmte er nach, in Wort, in Tat und in Unterwerfung unter fremden Willen, nur daß man goldene Ketten verwendete, um ihn zu fesseln; denn man fand anscheinend als unschicklich für einen römischen Kaiser, sich in eiserne Fesseln legen zu lassen. (10,1) ¼ Vgl. Lukian, Ind. (Der ungelehrte Büchernarr) 8f. und Lukian, pisc. 33.
Inschriftliche Zeugnisse:
Proxeniebeschluß zu Ehren des Dichters Nikandros von Kolophon, vor 201 v. Chr.; Syl 452.
Lit.:
B. Haussoullier, BCH 6, 1882, 218; H. Pomtow, Zur Datierung des delphischen Paian und der Apollon-Hymnen, Rheinisches Museum für Philologie 49, 1894, 581 f.;
L. Couve, Inscriptions de Delphes, BCH 18, 1894, 72;
RE XVII (Stuttgart 1936) 250 s.v. Nikandros Nr. 10.
Weihung des Pythodoros aus Klazomenai; (PHI):
Lit.:
L. Couve, Inscriptions de Delphes, BCH 18, 1894, 70.
Weihung des Smyrnäers Julianos, Sohn des Nikias.
Lit.:
L. Couve, Inscriptions de Delphes, BCH 18, 1894, 70; L. Robert, Études épigraphiques et philologiques. Bibliothèque de l’école des hautes études (Paris 1938) 26 Taf. VIII.
Inschrift für Quintus Semiarius.
Lit.: L. Robert, Études épigraphiques et philologiques. Bibliothèque de l’école des hautes études (Paris 1938) 28.
CIG 1719
Dekret von
Gortyn zugunsten des Tib. Scandialion Sosimos:
Ἀ[γαθᾷ Τύχᾳ]·
ἡ πόλις ἡ Γορτυνίων Τιβ(έριον) Σκανδιλι[α]νὸν
Ζώσιµον, νεικήσαντα Πύθια πυθαύλας καὶ
χοραύλας, vac. πρῶτον ἀπ᾽ αἰῶνος τῇ αὐτῇ πενταετηρί-
[δ]ι, Ῥώµην πυθαύλας, Ἄκτια χοραύλας, Ἴσθµια β΄, Νέµεια,
[Ἡ]ραῖα̣, vac. κοινὸν Ἑλλήνων [ . ] πυθαύλας καὶ χοραύλας, Νέα̣ν̣
[Πόλι]ν πυθαύλας, Οὐράνια β΄, κοινὸν Ἀσίας ιγ΄, κοινὸν Κρη-
[τῶν] µς΄ πυθαύλας, χοραύλας, δ⟨ι⟩ὰ πάντων, καὶ ἄλλου̣ς [. .]
[......]α̣ς σπζ΄, vacat [κ]α̣τὰ ἐπαρχείαν θε̣µ̣α̣τ[ικο]ὺς [?]
„Die Stadt der Gortynier (ehrt) den Tiberius Scandialion Zosimos, der als pythischer Flötenspieler die Pythien gewonnen hat und als erster seit Anbeginn der Zeit als Chorflötenspieler dieselben pentaeterischen Spiele, in Rom als pythischer Flötenspieler, die Aktischen Spiele als Chorflötenspieler, die Isthmischen Spiele als […], die Hadrianeien in der Einzelausscheidung, beim Koinon der Griechen als pythischer Flötenspieler und als Chorflötenspieler, die Nemeen als pythscher Flötenspieler, die Urania 2 mal, den Koinon von Asien 13 mal, den Koinon von Kreta 3 mal als pythischer Flötenspieler, als Chorflötenspieler in der Einzelausscheidung und [die meisten] anderen … ”
Lit.:
G. Daux, Inscriptions de Delphes, BCH 68/69, 1944/45, 123-125 § 36; E.J. Jory, Α ΠΑΙΣ ΚΩΜΩΔΟΣ and the ΔΙΑ ΠΑΝΤΩΝ. Some problems of festival competitions, Bulletin of the Institute of Classical Studies 14, 1967, 86; Maria L. Caldelli, L’Agon Capitolinus. Storia e protagonisti dall’istituzione domizianea al IV secolo, Studi pubblicati dall’Istituto italiano per la storia antica 54, 1993, Nr. 14; Andrea Scheithauer, Instrumentalvirtuosen des kaiserzeitlichen Musiklebens aus der östlichen Hälfte des Imperium Romanum: Hubert Petersmann zum 60. Geburtstag, International Journal of Musicology 7, 1998, 59-86; Nikolaos Aspiotis, Prosopographia musica Graeca (Berlin 2006) 391 Nr. 2180; Jean-Yves Strasser, Choraules et pythaules d’époque impériale. À propos d’inscriptions de Delphes , BCH 126.1, 2002, 99-104; Maria Elena Della Bona, Agoni poetico-musicali nella Grecia antica, 2: I Pythia di Delfi, Testi e documenti, 30 (Pisa - Rom 2017) 90; Jean Yves Strasser, Mémoires de Champions, Corpus des palmarès, d'Octavien à Valentinien Ier, Bibliothèque des Écoles françaises d’Athènes et de Rome (BEFAR), 395 (Athen 2021) Nr. 46.
Statuenbasis für den samischen Flötenspieler und Kitharöden Satyros, Sylloge3 648B (194 v. Chr.):
Übersetzung:
„Satyros, Sohn des Eumenes, aus Samos. Dem ersten, der allein ohne Antagonisten auftrat, um im Agon Flöte zu spielen und der dem Gott und den Hellenen würdig erschien, nach dem gymnischen Agon beim Opfer im Pythischen Stadion ein Lied mit Chor für Dionysos und Kitharalied aus den Bacchen des Euripides.“
Lit.: W. Dörpfeld – E. Reisch, Das griechische Theater (Athen 1896) 259; E. Preuner, Ein delphisches Weihgeschenk (Leipzig 1900) 70 f.; E. Preuner, Griechische Siegerlisten, Athener Mitteilungen 28, 1903, 369; M. P. Nilsson, Zur Geschichte des Bühnenspiels in der römischen Kaiserzeit (Lund 1906) 16 ff.; Th. Birt, Die Schaubauten der Griechen und die attische Tragödie. Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte 42 (Berlin 1931) 27; G. M. Sifakis, Studies in the History of Hellenistic Drama. University of London Classical Studies 4 (London 1967) 22 f. 96 f.; E. J. Jory, A PAIS KWMWDOS and the DIA PANTWN. Some problems of festival competitions, Bulletin of the Institute of Classical Studies 14, 1967, 86; E. Csapo - W.J. Slater, The Context of Ancient Drama (Ann Arbor 1995) 45.
Siegerinschrift für einen Herold, FdD III 4, Nr. 447 (
PHI)
Lit.:
Siegerinschrift für den Chorflötenspieler Mnesinos Antigenides, FdD III 4, Nr. 478 (PHI)
[ἡ νεωκ]όρος Λαοδικέων τῶν πρὸς [--------------------- πόλις]
[-----]νον Ἀντιγενίδην τὸν ἴδιον πο[λείτην τὸν κ(αὶ) --------]
[---- Ῥό?]διον κ(αὶ) Νεικομηδέα καὶ Ἀντιο[χέα κ(αὶ) --------]
[-----]μόνον κ(αὶ) πρῶτον ἀπ’ αἰῶνος χο[ραυλῶν νικήσαν]-
[τα τοὺ]ς ὑπογεγραμμένους ἀγῶνας· τύχ[ῃ τῇ ἀγαϑῇ].
„... die Inhaber der Neokorie des
Laodikeier der für ... den ...non Antigenides, eingeborener Bürger, und Bürger von
Rhodos und
Nikomedia und
Antiocheia, einziger und seit Ewigkeit erster Sieger der Chorflötenspieler in den unten aufgeführten Wettkämpfen. Zum guten Glück.”
Lit.:
Siegerinschrift für den Aulos-Spieler P. Aelius Aelianus, FdD III 1, Nr. 547 (
PHI):
[ἡ πόλις τῶν --------------]
ἐν Κύπρῳ Π. Αἴλι[ον Αἰ]-
λιανὸν πυθαύλην [περι]-
οδονείκην, τὸν ἴδιον πο-
λείτην τὸν καὶ Ἀθηναῖον
καὶ Ἀντιοχέα, νεικήσαν-
τα Ῥώμην, Νέαν πόλιν,
Ἄκτια, Νέμεια γʹ, τὴν ἀπὸ
Ἄργους ἀσπίδα βʹ, Ἴσθμια βʹ,
Πύθια, Ὀλύμπεια τὰ ἐν
Ἀθήναις πρώτως ἀχθέν-
τα ὑπὸ θεοῦ Ἁδριανοῦ,
μόνος αὐλητῶν καὶ
πρῶτος ἀνθρώπων
Ἁδριάνεια τὰ ἐν Ἀθήναις
γʹ, Νεικομήδειαν, Ἀντιό-
χειαν τὴν ἐπὶ Δάφνης
ϛʹ, καὶ ἄλλους ἀγῶνας
ταλαντιαίους ρξϛʹ.
καὶ Ζμύρναν καὶ Ἔφεσον.
„[Die Stadt der ... ] in Zypern den P(ublios) Älios Älianos, den Flötenspieler zum pythischen Agon, Periodonikes, Bürger in Athen und Antiocheia, der gewonnen hat in Rom, in der Stadt Neapel, die Aktischen Spiele, die Nemeischen Spiele 3 mal, den Schild von Argos 2 mal, die Isthmischen Spiele 2 mal, die Pythischen Spiele, die Olympischen Spiele in Athen als Erster seit dem göttlichen Hadrian, einziger der Flötenspieler und erster der Menschen, der die Hadrianischen Spiele in Athen 3 mal gewonnen hat, die Spiele in Nikomedia, die Spiele in Antiochia bei Daphne 6 mal, die anderen 166 mal und den smyrnäischen und ephesischen (Agon).“
Lit.: L. Robert, Études d’épigraphie grecque XXX. Inscriptions agonístiques de Delphes, Revue de Philologie 1934, 254 (= Opera minora selecta II [Amsterdam 1969] 1154; B. Seidensticker, Das antike Theater (München 2010) 77-81 (zu Aulos-Spielern allgemein).
Siegerinschrift für den Herold P. Aelius Artemas
Lit.: Moretti (1953) Nr. 70.
Dekret für einen Enkomiographen.
Lit.: L. Robert, Études épigraphiques et philologiques (Paris 1938) 17-30.
Dekret der Stadt Nikomedia für den Flöten- und Chorflötenspieler T. Aurelius Theodotos; (
PHI)
ἡ μητρόπολις καὶ πρώτη Βειϑυνίας Πόντου Ἁδριανὴ
νεοκόρος Νεικομήδεια, ἱερὰ καὶ ἄσυλος, φίλη καὶ σύμμαχος
ἄνωϑεν τῷ δήμῳ τῷ Ῥωμαίων, Τ. Αἴλιον Αὐρηλιανὸν Θεόδοτον,
τὸν ἴδιον πολίτην, τὸν καὶ Θηβαῖον καὶ Ἀϑηναῖον καὶ Σμυρναῖον καὶ
Ἐφέσιον καὶ Περγαμηνὸν καὶ Ἀντιοχέα τῆς πρὸς Δάφνην,
Πυϑικὸν καὶ κύκλιον αὐλητὴν παράδοξον, μόνον καὶ πρῶτον
τῶν ἀπ’ αἰῶνος ἑκκαίδεκα ἐτῶν ἀράμενον ἀπὸ ΡΟΘΙΩΝ
τοὺς ἄνδρας ἀγωνίζεσϑαι, καὶ στεφανωϑέντα ἐν Ῥώμῃ
Καπετώλια Πυϑαύλας, καὶ Ποτιόλους Εὐσέβεια δίς, καὶ Νεάπολιν,
καὶ ἐν Σμύρνῃ Κομόδεια καὶ Ὀλύμπια, καὶ τ’ ἐν Ἀϑήναις Ἁδριάνεια,
καὶ Ἡραῖα, καὶ Νέμεια, καὶ Ἴσϑμια δίς, καὶ τὸ βʹ Ἄκτια κατὰ τὸ
Πυϑαύλας καὶ χωραύλας, καὶ Πύϑια Πυϑαύλας, χοραύλας,
κοινὸν τῆς Βειθυνίας ἐν Νεικομηδείᾳ Πυϑαύλας, χοραύλας
καὶ τὸν διὰ πάντων, κοινὸν Ἀσίας ἐν Σμύρνῃ Πυϑαύλας,
χοραύλας καὶ τὸν διὰ πάντων, κοινὸν Ἀσίας ἐν Περγάμῳ
Πυϑαύλας, χοραύλας καὶ τὸν διὰ πάντων, καὶ ἄλλους πλείσ-
τους ἱεροὺς τε καὶ ϑεματικοὺς ἀγῶνας, φιλοπονήσαντα ὑπὸ διδασκάλῳ
καὶ μελοποιῷ τῷ ἰδίῳ πατρὶ Ῥούφῳ Φιλαδέλφου, ἀρετῆς καὶ τῆς περὶ τὴν
δόξαν φιλοτειμίας ἕνεκεν.
„ Die Mutterstadt und erste in Bithynia Pontos, die hadrianische Neokorie Nikomedia, heilig und mit dem Recht auf Asyl ausgestattet, in Freundschaft und Waffenbrüderschaft dem Volk der Römer zugetan, hat Titus Älius Aurelius Theodotos, seinen eigenen Bürger, und den in Theben und Athen und Smyrna und Ephesos und Pergamon und Antiocheia bei Daphne, den pythischen und dithyrambischen Flötenspieler, der als einziger und als erster seit Anbeginn der Zeiten bereits mit 16 Jahren gefiel … mit den Männern wetteiferte und als pythischer Flötenspieler bei den kapitolinischen Spielen in Rom mit dem Kranz bekrönt wurde und bei den Eusebeia in Pozzuoli 2 mal und in Neapel und in Smyrna die Kommodeischen Spiele und die olympischen Spiele und in Athen die Hadrianeien, und die Spiele der Hera und die Nemeen und die Isthmien 2 mal und die Aktischen Spiele 2 mal hintereinander als pythischer und dithyrambischer Flötenspieler, und die Pythien als pythischer Flötenspieler, als dithyrambischer, den Koinon von Bithynien und Nikomedia als pythischer Flötenspieler, als dithyrambischer Flötenspieler und in der Einzelausscheidung, den Koinon von Asien in Smyrna als pythischer Flötenspieler, als dithyrambischer Flötenspieler und in der Einzelausscheidung, den Koinon von Asien in Pergamon als pythischer Flötenspieler, als dithyrambischer Flötenspieler und in der Einzelausscheidung, und die meisten anderen heiligen und mit Geldpreisen ausgestatten Agone, welche er als die Dichkunst liebender unter dem Lehrer und Lyriker Rufus, seinem eigenen Vater, Sohn des Philadelphos, wegen [seiner Tugend] und aus Gründen seiner Ehrhaftigkeit (erhielt).”
Lit:
Dekret für Eudoxos aus Argos.
Proxeniebeschluß für Aristonoos von
Korinth, Dichter eines noch erhaltenen Paian.
Übersetzung:
”Die Delphier gewähren dem Aristonoos, nachdem dieser die Hymnen für die Götter gemacht hat, ihm und seinen Nachkommen die Proxenie, die Euergesie, die Promantie, die Prohedrie, die Prodikie und das Recht auf Asyl im Krieg und im Frieden, die Freiheit von Abgaben auf alles und das Vorsteherrecht wie bei den Delphern, als Damochareos Archont war, Antandros, Erasippos und Euarchides Ratsherren. … (es folgt der Paian)”
Lit.:
H. Weil, Inscriptions des Delphes. Un péan Delphique, BCH 17, 1893, 561-568; RE II,1 (Stuttgart 1895) 967 s.v. Aristonous Nr. 7 (Otto Crusius) (
wikisource);
Otto Crusius, Die Delphischen Hymnen: Untersuchungen Über Texte und Melodien (Göttingen 1894); Théodore Reinach, La musique du nouvel hymne de Delphes, BCH 18, 1894, 363-389 (
Persée); Henri Weil, Un nouvel hymne à Apollon, BCH 18, 1894, 345-362 (
Persée); Nikolaos Aspiotes, Prosopographia musica Graeca (Berlin 2006) 75 Nr. 274.
[θ]εο[ί].
ἔδοξε τᾶι πόλει τῶν Δελφῶν ἐν ἀγορᾶι τελείωι, σὺμ ψάφοις τ[αῖς ἐ]ννόμοις. ἐπειδὴ Κλε[οχ]άρης Βίωνο[ς]
Ἀθηναῖος, φυλῆς Ἀκαμαντίδος, δήμου Κικυννέως, ποιητὴς μελῶν, ἐπιδαμήσας εἰς τὰν πόλιν, γέγραφε τῶι
θεῶι ποθόδιόν τε καὶ παιᾶνα καὶ ὕμνον, ὅπως ἄιδωντι οἱ παῖδες τᾶι θυσίαι τῶν Θεοξενίων· ἀγαθᾶι τύχαι, δεδόχθαι
τᾶι πόλει τὸμ μὲν χοροδιδάσκαλον τὸν κατ’ ἐνιαυτὸν γινόμενον διδάσκειν τοὺς παῖδας τό τε ποθόδιον καὶ τὸμ παι-
ᾶνα καὶ τὸν ὕμνον, καὶ εἰσάγειν τοῖς Θεοξενίοις· ὅπως δὲ καὶ ἁ πόλις φαίνηται τιμῶσα τοὺς ἄξιόν τι τοῦ θεοῦ γράφοντας,
ἐπαινέσαι Κλεοχάρη Βίωνος Ἀθηναῖον ἐπί τε τᾶι ποτὶ τὸν θεὸν εὐσεβείαι καὶ ὅτι εὔνους ἐστὶ τᾶι πόλει. καὶ στεφανῶ-
σαι αὐτὸν δάφνας στεφάνωι, καθὼς πάτριόν ἐστι Δελφοῖς· εἶμεν δὲ αὐτὸν καὶ πρόξενον τᾶς πόλιος, καὶ ὑπάρχειν
αὐτῶι καὶ ἐκγόνοις προμαντείαν, προεδρίαν, προδικίαν, ἀσυλίαν, ἀτέλειαν πάντων, καὶ τὰ ἄλλα ὅσα καὶ τοῖς ἄλ-
λοις προξένοις καὶ εὐεργέταις τᾶς πόλιος. ἄρχοντος Πατρώνδα, βουλευόντων Λύσωνος, Νικία, Δίωνος, Γνωσίλα, Εὐθυδίκου
„Götter. Die Stadt der Delpher hat in einer vollzähligen Versammlung beschlossen, mit den Stimmen der Stimmberechtigten. Nachdem Kleochares, Sohn des Bion, aus Athen, von der Phyle Akamantis, der Deme Kikynneis, melischer Dichter, als er sich in der Stadt aufgehalten hatte dem Gott einen musikalischen Aufzug und einen Paian und eine Hymne schrieb, damit die Knaben das Opfer der Theoxenien (Festmahlzeiten im Monat Theoxenios) in Ehren halten. Zum guten Glück, daß der Stadt ein Chorlehrer gegeben wurde, um die Kinder dies zu lehren, nämlich einen musikalischen Aufzug und den Paian und die Hymne, und sie bei den Theoxenien einzuführen. Somit beschließt auch die Stadt, daß es der Würde des Gottes angemessen ist, dies niederzuschreiben, den Athener Kleochares, Sohn des Bion zu belobigen für die dem Gott erwiesene Frömmigkeit und daß er der Stadt wohlgesinnt ist und er mit einem Kranz aus Lorbeer bekränzt wird, wie bei den Delphern Tradition ist. Er selbst sei Proxenos der Stadt und ihm und seinen Nachkommen sei die Promantie, Prohedrie, Prodikie, Asyl, Freiheit von Abgaben und das Seine übertragen und den anderen Proxenoi und Wohltätern der Stadt. Unter dem Archontat des Patrondas, den Ratsherrn Lyson, Nikias, Dion, Gnosiles und Euthydikos.”
Lit.: L. Couve, Inscriptions de Delphes, BCH 18, 1894, 71 Nr. 1 (dort auch weiteres); Sylloge2 662; Sylloge3 450; M. G. Colin, Inscriptions du trésor des Athéniens, Fouilles de Delphes III 2 (Paris 1909-1913) 93 Nr. 78 (ca. 227 v. Chr.) (
PHI)
Dekret für Aristoteles und seinen Neffen Kallisthenes; FdD III 1, Nr. 400 (
PHI)
Gegen 335 v. Chr. werden in einem städtischen Dekret Aristoteles und sein Neffe Kallisthenes geehrt, weil sie eine Liste aller Sieger bei den pythischen Spielen seit Gylis erstellt hatten:
[ἐπεὶ]
[Ἀριστοτέλης Νικο]-
[μάχου Σταγιρίτης]
[καὶ Καλλισϑένης Δ]-
[αμοτίμου Ὀλύνϑιο]-
[ς συ]νέ[ταξαν πίνακ]-
[α] τῶν ἀ[πὸ Γυλίδα νεν]-
ικηκ[ότ]ων τὰ [Πύϑια]
καὶ τῶν ἐξ ἀρ[χῆς τὸ]-
ν ἀγώνα κατασκ[ευα]-
σάντων, ἐπαινέ[σαι]
Ἀριστοτέλην κα[ὶ Κ]-
αλ[λι]σϑένην καὶ [στ]-
εφανῶσαι· ἀνα[ϑεῖν]-
αι δὲ τὸν πίν[ακα το]-
ὺς ταμί[ας ἐν τῶι ἱε]-
[ρῶ]ι με[ταγεγραμμέ]-
νο[ν εἰς στήλας -------]
— — — — — —
„Nachdem Aristoteles, Sohn des Nikomachos, aus Stagira und Kallisthenes, Sohn des Damotimos, aus Olynth eine Tafel zusammengestellt haben der Sieger seit Gylis bei den Pythien und für die Besorgung (ihrer Aufstellung) vom Anfang der Agone an. Zu belobigen sind Aristoteles und Kallisthenes und zu bekränzen. Aufzustellen haben die Verwalter die Tafeln im Heiligtum, nachdem sie auf eine Stele abgeschrieben […”
Lit.: E. Bourguet, Inscriptions de l’entrée du sanctuaire au trésor des Athéniens, Fouilles de Delphes III 1 (Paris 1929) 237 ff. Nr. 400 .
Confessio S. Cypr. Act. SS. Sept. VII 222.
Der
Hl. Cyprian (200-257 n. Chr.) hatte noch als Kind das Schauspiel der Drachentötung gesehen (im Theater?). Da Cyprian Bischof von Kartago war und sich sein Leben in der dortigen Region abspielte, wird sich die Bemerkung eher auf die Pythien in Karthago beziehen. Fraglich bleibt hierbei, inwieweit man Rückschlüsse von den dortigen Vorführungen auf solche bei den Pythien in Delphi ziehen kann.
Lit.:

