Caesarea Maritima, römisches Theater (Bild: Berthold Werner; wikimedia)
Caesarea, Theater (Photo Haramati/Dal)
Caesarea, Theater (Photo A. Koch)

Maße

Dm cavea 100 m
Dm orchestra 30 m

Inschriften

Allg.: C. Brusa Gerra, in: A. Frova (Hrsg.), Scavi del Caesarea Maritima (Rom 1966) 217-228; B. Lifshitz, Revue Biblique 74, 1967, 57 Nr. 3; J. und L. Robert, REG 80, 1967, 645; P. Gros, Théâtre et culte impérial en Gaule Narbonnaise et dans la péninsule Ibérique, in: Stadtbild und Ideologie. Die Monumentalisierung hispanischer Städte zwischen Republik und Kaiserzeit (München 1990) 383.

ICaesareaMaritima 126 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

„Quintus Caecillius, Sohn des ..., Komödienschauspieler und Erster Sprecher, aus Öffnet internen Link im aktuellen FensterAntiocheia bei Daphne, habe (die Säule?) geweiht und aufstellen lassen."

Lit.: Z. Weiss, Public spectacles in Roman and late antique Palestine (Cambridge - London 2014) 174.

Schriftquellen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterFlavius Josephus, Antiquitates Iudaicae XV 8 ff.
Flavius Josephus, Bellum Iudaicum I 21,5-8:

„Da fiel ihm (d.h. Herodes dem Großen) unter anderem auch eine Stadt am Meer auf - sie hatte den Namen Stratonsturm -, eine Stadt, die damals dem Verfall nahe war, wegen der landschaftlichen Schönheit der Gegend jedoch geeignet erschien, seinen ehrgeizigen Plänen Raum zu geben. Er ließ sie deshalb ganz aus weißem Marmor wieder aufbauen und zierte sie mit einem herrlichen Königsschloß, wodurch seine angeborene Großzügigkeit besonders deutlich wurde. Zwischen Dora und Joppe nämlich, wo die Stadt liegt, besaß damals die ganze Küste aus irgendwelchen Gründen keinen einzigen Hafen … Auch die Häuser am Hafen waren aus weißem Marmor, und die Straßen liefen parallel alle zum Hafen hin. Gegenüber der Hafeneinfahrt stand auf einer Anhöhe ein besonders großer und schöner Tempel des Caesar, und darin befand sich seine Kolossalstatue, die hinter ihrem Vorbild, dem olympischen Zeus, nicht zurückblieb, ebenso eine Roma-Statue, der Hera von Argos nachgebildet. Diese Stadt errichtete Herodes für das ihm anvertraute Herrschaftsgebiet, den Hafen für die Seeleute, die an dieser Küste ihrem Beruf nachgingen, für den Caesar aber war die ganze Gründung als Ehrenmal bestimmt, und deshalb nannte er sie auch Caesarea. Die übrigen Bauwerke, das Amphitheater, das Theater und die Marktplätze gestaltete er alle so, daß sie diesem Namen entsprachen. Alle fünf Jahre sollten nach seiner Verfügung Öffnet internen Link im aktuellen FensterKampfspiele stattfinden, die ebenfalls nach dem Kaiser benannt wurden, und er war auch der erste, der bedeutende Preise dafür stiftete, und zwar um die 192. Olympiade. Nicht nur die Sieger, sondern auch die Zweiten und Dritten im Wettkampf kamen so in den Genuß der königlichen Freigebigkeit.“

Flavius Josephus, ant. iud. XIX 7,4 (332-334):

„Dennoch wagte, als einst Öffnet externen Link in neuem FensterAgrippa nach Caesarea gereist war, ein gewisser Simon aus Jerusalem, der im Ruf eines Gesetzesgelehrten stand, das Volk zu versammeln und den König zu beschuldigen, er sei nicht gottesfürchtig und des Zutritts in den Tempel, der nur eingeborenen Juden offen stehe, gar nicht wert. Von dieser Rede Simons gab der Stadtkommandant dem König sofort schriftliche Meldung. Dieser ließ Simon zu sich kommen, hieß ihn im Theater, wo er sich gerade aufhielt, an seiner Seite Platz zu zu nehmen und fragte ihn mild und gütig: 'Sage mir doch, ob hier etwas gegen die Gesetz geschieht?' Simon wußte darauf nichts zu antworten und bat um Verzeihung.” (Übers. nach H. Clementz)

Lit.: Z. Weiss, Public spectacles in Roman and late antique Palestine (London - Cambridge 2014) 53.

Weitere Quellen bei: L. I. Levine, Roman Caesarea. Qedem 2 (Jerusalem 1975) 24 f.

Beschreibung

Das Theater wurde bereits unter Herodes d. Gr. in flachem Gelände mit Substruktionen für den Zuschauerraum erbaut. Der Zugang erfolgte durch diese Unterbauten. Zuschauerraum und Bühnengebäude waren eine architektonische Einheit. Unter dem Bühnengebäude befand sich ein hyposcaenium zur Aufbewahrung von Requisiten. Der Boden der orchestra war ursprünglich farbig verputzt gewesen, in der mittleren römischen Kaiserzeit wurde dieser Boden durch einen polychromen Marmorplattenboden in opus-sectile-Technik ersetzt. In einer späten Phase wurde das Bühnengebäude niedergelegt und die orchestra zu einem vollen Kreis ergänzt, die damit für amphitheatralische Spiele ausgerüstet war. An die polyvalente Nutzung von Theatern nicht allein für die traditionellen dramatischen Aufführungen erinnert Öffnet externen Link in neuem FensterLibanios, or. LXIV 60, welcher den einen kompletten Tag andauernden Besuch im Theater damit begründet, dass man dort auch Boxer, Ringkämpfer, Akrobaten und Tierkämpfe sehen könne.
Im 4. Jh. n. Chr. wurde ein Wasserreservoir angelegt, um Wasserspiele und Naumachien abhalten zu können. Im Rahmen dieser Umbauten wurde auch die Inschrift mit Erwähnung des Öffnet externen Link in neuem FensterPontius Pilatus wiederverwendet.

Zuschauer: 4.000.

Literatur

E. Frézouls, Recherches sur les théâtres de l'orient Syrien, Syria 36, 1959, 216 Taf. XVI 3.

A. Frova (Hrsg.), Scavi del Caesarea Maritima (Rom 1966)

A. Segal, Die Theaterbauten im Alten Palästina in römisch-byzantinischer Zeit, Antike Welt 18/1, 1987, 2-21 Abb. 1-3.

J.Cl. Golvin, L'amphithéâtre romain. Essai sur la théorisation de sa forme et de ses fonctions, I-II (Paris 1988) 246.

P. Ciancio Rossetto - G. Pisani Sartorio (Hrsg.), Teatri greci e romani alle origini del linguaggio rappresentato, II (Rom 1994) 348-351 Abb.

A. Segal, Theatres in Roman Palestine and Provincia Arabia. Mnemosyne Supplementum 140 (Leiden/New York/Köln 1995) 64-69 Abb. 67-71.

H. Windfeld-Hansen, Die Grundrißdispositionen der griechischen und römischen Theater bei Vitruvius und geometrische Konstruktionsregeln für antike und altchristliche Zentralbauten, Boreas 23/24, 2000/2001, 140.

R. G. Chase, Ancient Hellenistic and Roman Amphitheatres, Stadiums, and Theatres – the way they look now (Portsmouth, New Hamphshire 2002) 191 Abb.

Y. Porath, Theatre, racing and athletic installations in Caesarea, Qadmoniot 125, 2003, 37-39 (hebr.).

M. C. Sturgeon, Dedications of Roman Theatres, in: CARIS: Essays in Honor of Sara A. Immerwahr, Hesperia Supplement 33 (Athen 2004) 417.

E. Burmeister, Antike griechische und römische Theater (Darmstadt 2006) 147 f.

F. Sear, Roman Theatres – An Architectural Study (Oxford 2006) 302 f. Abb. 280.

A. Berlan-Bajard, Les spectacles aquatiques Romains. Collection de l’École Française de Rome 360 (Rom 2006) 256-271. 534-541 Abb. 34-35.

D. A. Koch, Bilder aus der Welt des Urchristentums (Göttingen 2009) 43 Abb. 48 (Pilatus-Inschrift).

Öffnet externen Link in neuem FensterJ. Patrich, Herodian Entertainment Structures, in: D.M. Jacobson - N. Kokkinos (Hrsg.), Herod and Augustus. Papers Read at the Institute of Jewish Studies Conference, 21st–23rd June 2005 (Leiden 2009) 193-197.

H. P. Kuhnen, Theater im Heiligen Land, in: J. Schefzyk – W. Zwickel (Hrsg.), Judäa und Jerusalem – Leben in römischer Zeit (Stuttgart 2010) 103 Abb.

Z. Weiss, Buildings for mass entertainment in the cities of the Decapolis, Aram 23, 2011, 367-381.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikimedia

Veranstaltungen

Wasserspiele

Literatur: Frova 125-128. 138; Segal 66.

Aktische (?) Spiele:

An vielen Öffnet internen Link im aktuellen FensterOrten belegte Spiele im Andenken an den Seesieg Octavians bei Öffnet internen Link im aktuellen FensterActium-Nikopolis über Kleopatra VII. und Marcus Antonius.

Inschriften:
Ehreninschrift aus Aphrodisias für den Kitharaspieler
Öffnet internen Link im aktuellen FensterMelito, 3. Jh. n. Chr.

Kaisareia

Spiele zu Ehren des Kaiserhauses.

Flavius Josephus, bell. iud. I 21,5-8.

Schauspieler-Inschrift aus Öffnet internen Link im aktuellen FensterOstia, CIL XIV 474.

Kommodeia

Spiele zu Ehren von Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterCommodus.

Inschriftliche Zeugnisse:

Schauspieler-Inschrift aus Öffnet internen Link im aktuellen FensterOstia, CIL XIV 474.

Pantomimische Aufführung

Eine Passage im Jerusalemer Talmud bezieht sich auf einen 'Pantokakos' genannten Pantomimen, welcher Rabbi Abbahu fünf Sünden gesteht, darunter seine Auftritte im Theater mit dem Klatschen der Hände beim Tanz, seinen Tanz mit babulia, d.h. entweder mit einem Tympanon, Krotalen bzw. Kastanetten oder Kymbalon, ferner das Dekorieren des Theaters und das Engagieren von Tänzern und Musikern. Der Gegenstand des Pantomimus wird nicht genannt, ebensowenig das Fest, in dessen Rahmen er gegeben wurde. Vgl. die Tänzerin Isidora in Öffnet internen Link im aktuellen FensterArsinoe.

J Ta'anit 1 4,64b.

Lit.: L. Ginzberg, Ginzei Schechter, I (New York 1928) 403 f.; S. Liebermann, Greek in Jewish Palestine (New York 1994) 31-33; Z. Weiss, Public spectacles in Roman and late antique Palestine (London - Cambridge 2014) 133-135.