Epinikia sind im Allgemeinen als einmalige Siegesfeiern bekannt zu Ehren der Göttin Nike. In Ephesos begegnen sie jedoch nach dem Parthersieg des Lucius Verus in den Jahre 166/67 n. Chr. auch als periodischer Kranzagon, welcher danach als „Große Epinikien“ figuriert. Die unten aufgeführten Epinikien für einen Sieg des Kaisers Maximinus Thrax über Germanen im Jahre 236 n. Chr. wurden dagegen zusammen mit den Öffnet internen Link im aktuellen FensterPythia Mariana durchgeführt und erscheinen dadurch deutlich herabgestuft. Von den Spielen sind einstweilen nur gymnische Agone bekannt.

Literatur allgemein: H. Engelmann, Eine Victoria Caesaris und das Parthermonument, Öffnet externen Link in neuem FensterZPE 113, 1996, 91-93; J. Nollé, Ein ephesischer Kult der ‚Victoria Romanorum’ und das sogenannte Parthermonument, Chiron 33, 2003, 459-484.

Quellen

IvE 671:

„Die Heimat (hat geehrt) den T. Fl. Kleitosthenes Iulianus, Kaiserfreund und Asiarch der Tempel in Ephesos und Agonothet der Öffnet internen Link im aktuellen FensterKoina Asias und der Großen Epinikia. Grammateus des Volkes, Vater des Titus Flavius Kleitosthenes, kaisertreuer Prytane und Eirenarch und F[...“

IvE 721 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

„Rat und Volk der Stadt Ephesos, der ersten und größten Metropolis der (Provinz) Asia und zweifacher Pflegerin der Kaisertempel, ehrte Timaios, Sohn des Attalos, Archiereus von Asia der Tempel in Ephesos, und seine Gattin Aphilla, Tochter des Menander, die das Priesteramt mit ihm (gemeinsam) bekleidete, und ihren Sohn Aquila, weil (Timaios) mit großem Aufwand und Hingabe sein Priesteramt versah und für [---] der Victoria Caesaris 70.000 Silberdenare gab (aus dem Titel) für „die Hetzjagden“, und weil er Agonothet war sowohl der Großen Epinikia wie des Öffnet internen Link im aktuellen FensterKoinon Asias in Ephesos. [-- P]aulinus stellte (diese Basis) [seiner gelieb]ten Heimat auf, [wie er es vor dem Rat zugesagt hatte].“

Literatur: H. Engelmann, Eine Victoria Caesaris und das Parthermonument, Öffnet externen Link in neuem FensterZPE 113, 1996, 91-93;M.J.D. Carter, The presentation of gladiatorial spectacles in the Greek east: Roman culture and Greek identity (Ann Arbor 2007) 197; 351 Nr. 265.

Siegerbasis, Inschriften von Ephesos IV Nr. 1146:

“[…den] Koinon von Asie[n und die Große] [E]pinikien und [… und] [A]gone, die mit Ta[lenten dotiert sind] [unter der] Aufsicht von …“

IvE 3071, 16-23:

„ … [Den M. Aurelius] (…) Vater des M. Aur. Artemidoros Metrodorianus, kaisertreuer Ritter und Prytane und Gymnasiarch aller Gymnasien und Agonothet und Eisagoge der Großen Epinikia, der in seiner Amtszeit als Prytane den Weg pflastern ließ vom Prytaneion bis zum Eingang der Straße. (…).“

H. Engelmann – D. Knibbe - R. Merkelbach, Die Inschriften von Ephesos IV (Bonn 1980) Nr. 1107:

„Epinikia des Imperator Caesar G. Iulius Verus Maximinus Augustus und seines Sohnes, des Caesar Gaius Iulius Maximinus Augustus: Aurelius Basileus, Sohn des Kelados, Bürger von Ephesos, hat glorreich die Öffnet internen Link im aktuellen FensterGroßen Pythia in Ephesos gewonnen. Marius Septimius Marion, Agonothet auf ewig der Großen Pythia hat auf herrliche Weise die Großen Pythia in Ephesos ausgerichtet. Marius Septimius, der kaiserliebende Grammateus des Volkes und Agonothet auf ewig und Marius Septimius Marianus, Agonothet der Großen Pythia, haben das Ehrenmal errichtet, als Valerius Messala Prokonsul war. 5. Agonothesie. Er gewann auch die Artemiseia in Hypaipa.“

Kommentar: Inschrift auf einer Säule aus der Zeit des Kaisers Maximinus Thrax mit Nennung einmaliger Epinikien.

Literatur: D. Knibbe, ÖJh 50, 1972/75 Beiblatt 50 Nr. 15 (4); SEG 26, 1976/77, Nr. 1261.