Die im Osten des Reiches verbreiteten Feiern wurden anläßlich des zweiten Besuchs Hadrians in Ephesos im Sommer 124 als pentaeterischer Agon eingerichtet. Sie waren heilig, ein Kranzagon und iselastisch sowie ökumenisch, d.h. weltumspannend. In 25 Inschriften sind sie bis in das 3. Jh. hinein bezeugt. Neben den Vorkämpfen der Trompeter und Herolde finden sich neben Belegen für gymnische Disziplinen auch solche für einen musischen Agon pythischer Flötenspieler, von kyklischen Flötenspielern, von Chorflötenspielern sowie Kitharaspielern und Rhetoren. Auch hier fehlt ein Beleg dramatischer Agone.

Literatur allgemein: M. Lämmer, Olympien und Hadrianeen im antiken Ephesos, Dissertation Köln 1967, bes. 36-61; St. Mitchell, Antatolia: Land, Men and Gods in Asia Minor, I (Oxford 1993) 221; P. Scherrer, Anmerkungen zum städtischen und provinzialen Kaiserkult: Paradigma Ephesos - Entwicklungeslinien von Augustus bis Hadrian, in: H. Thür (Hrsg.), „…und verschönerte die Stadt…“ (Wien 1997) 93-112.

Quellen

Inschriften von Ephesos Nr. 730:

„Mit gutem Glück. Rat und Volk der ersten und bedeutendsten Stadt Asias und zweifachen Tempelpflegerin der ehrwürdigen Ephesier ehren Po. Vedius Papianus, Antoninus, den erlauchten Senator und erblichen und auf Lebenszeit tätigen Agonotheten der Großen Hadrianeia. Dieser ist in der Tradition seiner Vorfahren und des Geschlechts ein Wohltäter und Gründer unserer Heimat. Errichtet haben das Ehrenmal die Korresiten vom Tor bis zum Stadion.“

Agonotheten-Inschrift mit Erwähnung der Megala Hadrianeia, H. Engelmann – D. Knibbe -
R. Merkelbach, Die Inschriften von Ephesos IV (Bonn 1980) Nr. 1085A.

Inschrift des Prytanen, Asiarchen und Agonotheten M. Fulvius Publicianus mit Erwähnung der Hadrianeia und der Epinikien (des Maximinus Thrax?), H. Engelmann – D. Knibbe - R. Merkelbach, Die Inschriften von Ephesos IV (Bonn 1980) Nr. 1087A.

Inschrift einer Statuenbasis des Rhetors Aurelius Athenaios, Inschriften von Ephesos VII Nr. 4114.

Siegerinschrift eines Flötenspielers in Delphi aus dem frühen 3. Jh. n. Chr., FdD III 1, Nr. 550, Z. 12.

Inschrift des kyklischen Flötenspielers Tiberius Claudius,
Rouché, Performers, Nr. 67.

Siegerinschrift des 3. Jh. n. Chr. aus Öffnet internen Link im aktuellen FensterPhiladelphia, CIG 3428.

Empfangszeremoniell für Kaiser Hadrian im Jahre 124 n. Chr. im Theater:

Inschriften von Ephesos Nr. 1145.

Literatur: H. Halfmann, Itinera principum, Geschichte und Typologie der Kaiserreisen im Römischen Reich. Heidelberger althistorische Beiträge und epigraphische Studien 2 (Stuttgart 1986) 119; A. Chaniotis, Theatre rituals, in: P. Wilson (Hrsg.), The Greek theatre and festivals. Documentary studies, Oxford studies in ancient documents (Oxford 2007) 53.