Zur Erschaffung des Öffnet internen Link im aktuellen FensterDithyrambos, d.h. eines Chorliedes im Wechselgesang im 6. Jh. v. Chr. in Korinth heißt es bei

Herodot, Historien I 23 (Öffnet externen Link in neuem Fenstergriechischer Text):

Übersetzung:
„Es ward beim Vorgebirge Tainaron auf dem Rücken eines Delphins an Land getragen: Arion von Methymna, ein Kitharöde, der nicht seinesgleichen hatte zu der Zeit und der als erster auf der Welt, soweit wir wissen, einen Dithyrambos kunstvoll gedichtet und benannt und einstudiert hat, in Korinth.“

Im Lobgesang auf den Korinthier Xenophon, einem Sieger in Olympia, heißt es einleitend mit einem Blick auf die Erfindungen der Korinther bei

Pindar, Ol. XIII 1 ff.:

„Preisend das Haus, das dreimal zu Olympia gesiegt hat, das freundlich ist zu den Bürgern
und seinen Gästen dient, will ich kenntlich machen
das gesegnete Korinth, die Vorhalle des Poseidon vom Isthmos, ...
...
vielfältig auch in den Busen der Männer gelegt
alte Erfindungen. Jedes Werk gehört dem Erfinder.
Wo sind zum Vorschien gekommen des Dionysos
Chariten mit dem stiertreibenden Dithyrambos?
... "

Einen Reflex zur Bedeutung Korinths für die Erfindung des Chorliedes bietet eine Bemerkung des Kithara-Spielers Öffnet internen Link im aktuellen FensterStratonikos, die überliefert ist bei:

Athenaios VIII 42 (350c):

„Sportliche Wettkämpfe sollen die Einwohner von Elis veranstalten, die von Korinth welche für Musik und Tanz und die Athener Theaterwettbewerbe. Wenn welche von diesen versagen, soll man den Spartanern die Prügel geben! ..."

Literatur: B. Zimmermann, Dithyrambos. Geschichte einer Gattung (Göttingen 1992) 24-29;R. Krumeich - N. Pechstein - B. Seidensticker (Hrsg.), Das griechische Satyrspiel, Texte zur Forschung, 72 (Darmstadt 1999) 9; I. Nielsen, Cultic Theatres and Ritual Drama Arhus Studies in Mediterranean Antiquity 4 (Aarhus 2002) 94-96; E. Pöhlmann, Die Anfänge der Tragödie und Komödie in Athen, in: S. Moraw - E. Nölle (Hrsg.), Die Geburt des Theaters in der griechischen Antike (Mainz 2002) 19. 

 

In anderen Zusammenhängen:

Vitruv V 5,7-8 (Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinischer Text).

Übersetzung nach Fensterbusch:
„Mancher wird nun vielleicht sagen, daß jährlich in Rom viele Theater gebaut sind und man bei ihnen auf diese Dinge (d. h. den Einbau von Schallgefäßen) keine Rücksicht nimmt. Aber hierin wird er irren, weil alle aus Holz gebauten öffentlichen Theater mehrere Flächen aus Brettern haben, die natürlicherweise eine Resonanz geben müssen. Wir können das auch an den Sängern zur Kithara beobachten, die sich, wenn sie fortissimo singen wollen, zu den Türen des Bühnenhauses hin abwenden und so mit deren Hilfe eine Resonanz für ihre Stimme erlangen. Wenn aber Theater aus festem Baumaterial z. B. Mörtelmauerwerk, Stein oder Marmor, die keine Resonanz geben können, gebaut werden, müssen diese Verhältnisse durch Schallgefäße reguliert werden. 8. Wenn man aber fragt, in welchem Theater man das getan hat, so können wir in Rom keins aufzeigen, wohl aber in den Landschaften Italiens und mehreren Städten der Griechen, und wir haben auch als Gewährsmann Lucius Mummius, der nach Zerstörung des Theaters in Korinth diese bronzenen (Schallgefäße) nach Rom gebracht und als Weihgeschenke "aus der Waffenbeute" im Tempel der Luna niedergelegt hat. Auch haben viele geschickte Baumeister, die in kleinen Städten Theater gebaut haben, dadurch daß sie aus Geldmangel so tönende irdene Gefäße ausgewählt und nach dieser Berechnung aufgestellt haben, sehr gute Wirkungen erzielt.“

Pausanias II 4,5 (Öffnet externen Link in neuem Fenstergriechischer Text).

Übersetzung:
„Das Heiligtum der Athena Chalinitis liegt beim Theater, und in der Nähe steht ein nacktes Holzbild des Herakles, das ein Werk des Daidalos sein soll. Was Daidalos machte, ist eher seltsam anzusehen, doch zeigt sich auch etwas Göttliches in diesen Werken. Über dem Theater befindet sich das Heiligtum des Kapitolinischen Zeus nach der Sprache der Römer, auf griechisch würde er Koryphaios heißen. Nicht weit vom Theater liegt das alte Gymnasion und eine Lerna genannte Quelle.“

Plutarch, Aratos 23 (Öffnet externen Link in neuem Fenstergriechischer Text).

Übersetzung:
„Als alles gesichert schien, stieg Aratos von der Burg herab zum Theater, wo eine unzählbare Menge Volkes zusammenströmte in dem Verlangen, ihn zu sehen und die Worte zu hören, die er zu den Korinthern sprechen würde. Er ließ die Zugänge beiderseits von den Achaiern besetzen und trat selbst von der Bühne her in die Mitte, gepanzert und mit einem durch die Anstrengung und die Schlaflosigkeit ganz veränderten Gesicht, so daß das Hochgefühl der Seele und die Freude durch die Erschöpfung des Körpers überwältigt war. Während nun die Menschen, während er hervortrat, sich in Freudenbezeugungen ergossen, nahm er den Speer in die rechte Hand, lehnte Knie und Körper mit leichter Neigung daran, um sich zu stützen, und stand lange Zeit schweigend da, während er das Klatschen und die Zurufe der Menschen empfing, die seine Tapferkeit lobten und sein Glück priesen. Als sie endlich aufhörten und zur Ruhe kamen, sammelte er sich, hielt eine der vollbrachten Tat angemessene Rede für die Achaier und beredete die Korinther, dem Bund beizutreten, übergab ihnen auch die Schlüssel der Tore, die nun zum ersten Male seit den Zeiten Philipps' in ihre Hände kamen.“