Side, Theater, Fries der scaenae frons mit Theatermasken (Photo: W. Taube).
Side, Theater, Bühnengebäude (Photo W. Taube)

Öffnet internen Link im aktuellen FensterPythien

Öffnet internen Link im aktuellen FensterMystikon

Öffnet internen Link im aktuellen FensterTouesianeios-Agon

Öffnet internen Link im aktuellen FensterGladiatorenkämpfe

Literatur allgemein:

G.E. Bean, The inscriptions of Side (London 1965) 57.

J. Nollé, Side im Altertum. Geschichte und Zeugnisse I. Inschriften griechischer Städte in Kleinasien 43 (Bonn 1993) 84-94.

Pythien

Heiliger, ökumenischer, Gordianischer, Antoninischer Apollonischer isopythischer Agon

Unter Kaiser Gordian im Jahre 243 n. Chr. eingerichtete Spiele. Wahrscheinlich, aber nicht sicher, existierten bereits früher in Side Spiele zu Ehren des Apollon, die nun mit dem Epitheton "Gordianischer Antoninischer" sowie dem Zusatz „Heilig", „Ökumenisch", also weltumspannend, sowie „isopythisch" aufgewertet wurden: Sie wurden also den Öffnet internen Link im aktuellen Fensterpythischen Spielen zu Ehren des Apollon Pythios in Öffnet internen Link im aktuellen FensterDelphi gleichgesetzt, ein Umstand, der auch in zahlreichen Homonoia-Münzen zum Ausdruck gebracht wurde, welche die Eintracht zwischen Delphi und Side memorierten. Sie werden ferner als „Öffnet internen Link im aktuellen Fenstereiselastisch“ und „ekeicheirios" bezeichnet. Ihre Aufwertung in das Jahr 243 läßt sich nach Münzen des Jahres 247 datieren, in denen ihrer zweiten Aufführung gedacht wird. Gut bezeugt sind die gymnischen Agone, im Theater von Side werden die nur als „thymelisch“ bezeichneten Wettbewerbe stattgefunden haben. Die Spiele standen unter der Leitung zweier Agonotheten und eines Alytarchen. Als Siegpreise werden auf den Abbildungen der Preistische Palmzweige, Preiskronen und Geldbeutel dargestellt.

Lit.: Öffnet externen Link in neuem FensterJ.H. Krause, Die Pythien, Nemeen und und Isthmien: aus den Schrift- Bildwerken des Alterthums (Leipzig 1841) 75; P. Weiss, Ein agonistisches Bema und die isopythischen Spiele von Side, Chiron 11, 1981, 315-346; M. Wörrle, Stadt und Fest im kaiserzeitlichen Kleinasien. Studien zu einer agonistischen Stiftung aus Oinoanda. Vestigia 39 (München 1988) 191; J. Nollé, Antike Welt 21, 1990, 258 f.; J. Nollé, Inschriften, Münzen und Papyri – Dokumente aus dem antiken Side, in: P.R. Franke – W. Leschhorn – B. Müller – J. Nollé, Side. Münzprägung, Inschriften und Geschichte ... . Ausstellung in Saarbrücken, Homburg, München, Kiel, Wien, Augsburg und Aalen (Saarbrücken 1989) 47-49 (Öffnet externen Link in neuem Fensteracademia); P.R. Franke - M.K. Nollé, Die Homonoia-Münzen Kleinasiens, I. Katalog (Saarbrücken 1997) Nr. 1926-1938; St. Mitchell, Antatolia: Land, Men and Gods in Asia Minor, I (Oxford 1993) 222; J. Nollé, Side im Altertum: Geschichte und Zeugnisse II. Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien 44 (Bonn 2001) 442-451.

Ehreninschrift des M. Aurelius Obrimianus Konon; FO: Tasahir Kalesi, AE 1972, 628 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

(Vorderseite)
„Rat und Volk der Stadt der Kasaten ehren Marcus Aurelius Obrimianus Konon den Jüngeren, einen Mann aus unserem Honoratiorenkreis, aus erster und erlauchter Familie, der das eponyme Amt würdig und tadellos bekleidete und das Erzpriesteramt für das Kaiserhaus zweimal großzügig versah, der das Amt des Eirenarchen gesetzestreu und tadellos ausübte und die Anona in die Provinz Syrien brachte und (ohne Aufwandsentschädigung) eine Gesandtschaft zum Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterAlexander unternahm. Sein Standbild stellte seine Tochter Aurelia Kononiane Klas zum Andenken an den allerliebsten Vater auf,

(Nebenseite)
der aber auch in der ruhmreichsten und erlauchten Stadt der Sideten das Demiurgenamt großzügig und unbestechlich führte, nach dem Demiurgenamt, die Agonothesie und die Gymnasiarchie aufwändig versah, als der 'Kaiserliche, Ökumenische Agon Apollonios Gordianeios Antoninios isopythios ekecheirios eiselastikos für die ganze Welt' nach der kaiserlichen Privilegierung zum erstenmal unter ihm ausgetragen wurde, der auch für den Bau des sich im Bau befindlichen Nymphäums in der ruhmreichsten und erlauchten Stadt der Sideten 5.000 Silberdenare spendete." (Übers. nach J. Nollé).

Kassettenreliefs des hier erwähnten Hydreions bzw. Nymphäums von Side zeigen Öffnet internen Link im aktuellen FensterBrabeia mit den Aufschriften 'Oikoumenikos' und 'Hieros'.

Lit.: G.E. Bean - T.B. Mitford, Journeys in Rough Cilicia 1964-68, Denkschriften der österreichischen Akademie Wien, 102 (Wien 1970) 43 ff. Nr. 21; K. Hopwood, Policing the Hinterland: Rough Cilicia and Isauria, in: S. Mitchell (Hrsg.), Armies and frontiers in Roman and Byzantine Anatolia (Oxford 1983) 176. 185; J. Nollé, Side im Altertum, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 43 (Bonn 1993) 204-207 TEp 4; Chr. Gliwitzky, Späte Blüte in Side und Perge. Die pamphylische Bauornamentik des 3. Jahrhunderts n.Chr. (Bern 2010) 100-102.

Side, Vorderseite des Altars der Marci Aureli Seleuci (Photo: © D. Osseman).
Podest mit Inschrift (IK Side II 134; PHI) und Reliefs von Spieleveranstaltungen; AO: Side, Museum:

Es handelt sich um das Podest für einen vergoldeten Altar, den die beiden Marci Aurelii Seleuci stiften wollten, hierfür aber erst die Zustimmung des Orakels von Delphi mit Hilfe der Demiurgen von Side einholen mußten. Vermutlich handelte es sich um jenen Altar, zu dem am Beginn der Pythien eine Prozession zog und dort ein feierliches Opfer darbrachte.

Vorderseite:

Das Relief der Vorderseite zeigt ein überlebensgroßes Öffnet internen Link im aktuellen FensterBrabeion auf einem Podest zwischen einem Herold mit Palmzweig (links) und einem Trompeter, der sich selbst bekränzt (rechts).

Inschrift:

"Dem väterlichen Gott, dem Gründer Apollon, haben M(arcus) Aurelius Seleucus, Sohn des --- und M. Aurelius Seleucianus Seleucus, Sohn des Seleucus in 4. Generation, der Junge, (beide) Ratsherrn den Altar anfertigen und vergolden und mit dem Podest aufstellen lassen als zum dritten Mal der heilige, ökumenische, pythiengleiche (und) apollinische Agon, bei dem Gerichtsferien ausgerufen wurden (und) bei dem die Sieger das Recht auf einen triumphalen Einzug in ihre Heimatstadt innerhalb des gesamten Erdkreises hatten. Hierbei waren, nachdem sie Demiurg waren, Vettianus Pomponianus Claudianus Diogenes, römischer Ritter, (und) Aurelius Diphilianus Diphilus, römischer Ritter, Agonotheten und Decimus Iunius Licinnius Titianus, Sohn des Titianus, der ruhmliebende, Alytarch."

Side, linke Seite des Altars der Marci Aureli Seleuci (Photo: © D. Osseman)

Linke Seite:

Vier Personen einer Festprozession, welche im Rahmen der Feierlichkeiten in das Öffnet internen Link im aktuellen FensterTheater führte. Von rechts nach links: ein Mann mit einem Dreifuß, ein Mann mit Kithara, ein Mann mit einem nicht mehr erkennbaren Gegenstand und schließlich ein Mann mit einer Theatermaske. Alle Gegenstände sind bedeutungsmäßig  mit Apollon verbunden.

Rückseite:

Rennen mit zwei Bigen, d.h. Rennwagen mit einem Zweigespann, und Wagenlenkern. Links und rechts sind zwei runde metae, Wendemarken, dargestellt.

Side, rechte Seite vom Altar der M. Aureli Seleuci (Photo: © D. Osseman)

Rechte Seite:

Fortsetzung der Prozession von der linken Seite: Kenntlich sind 4 Personen, von denen die linke Person einen Aulos hält.

Inschriften:

Epigramm auf den Vater. Es handelt sich um ein delphisches Orakel. Der Sinn der Zahl '274' am Beginn des Textes ist unklar. Bemerkenswert ist die Charakterisierung des Vaters als eine Person, die mehr durch ihren Geist als durch die äußere Pracht ihres Gewandes hervorsticht. Die Bemerkung hebt auf die dem Triumphator ähnliche prachtvolle Bekleidung des Spielegebers bzw. Agonotheten ab, wie sie gelegentlich auf spätantiken Diptychen oder den Fragmenten der Wandmalerei vom Opfers des Öffnet externen Link in neuem FensterSpielegebers zu Beginn eines munus in der Villa von Ahrweiler dargestellt ist (Öffnet internen Link im aktuellen FensterLiteratur).

"274 - Du wirst nicht als einer gesehen, der ringsum mit glänzenden Gewändern angetan ist, wirst aber im Geist von reinem Glanz umstrahlt, und die Götter ehren dich und erfüllen deinen Wunsch, welchen auch immer du in deinem klugen Sinn erbittest, weil du das rechte Maß kennst."

Epigramm auf den Sohn

"359 - Noch versteckt deine Unbekanntheit deine Trefflichkeit mit schamhafter Zurückhaltung. Mit ganzem Sinn begehrst du ein liebliches und löbliches Werk zu vollbringen und scheust doch davor zurück. Aber es gefällt den Göttern, dass du es klug überlegt ausführst."

Lit.: A.W. van Buren - R. Norton - D.G. Hogarth, Inscriptions from Asia Minor, Cyprus, and the Cyrenaica, JHS 28, 1908, 190-192 (Öffnet externen Link in neuem FensterJSTOR); P. Weiss, Chiron 11, 1981, 315-346; Öffnet externen Link in neuem FensterJ. und L. Robert, Bulletin épigraphique 1982, 417-422; J. Nollé, IK 44 Side II Nr. 134; R. Lane Fox, Pagans and Christians in the Mediterranean world from the second cent. AD to the conversion of Constantine (London 1986) 225. 580-584; M. Wörrle, Stadt und Fest im kaiserzeitlichen Kleinasien (1988) 190-192; R. Merkelbach - J. Stauber, Steinepigramme aus dem griechischen Osten, IV. Die Südküste Kleinasiens, Syrien und Palaestina (München - Leipzig 2002) 153-157; Öffnet externen Link in neuem FensterJ.-Y. Strasser, Inscriptions agonistiques de Sidé, Epigraphica Anatolica 35, 2003, 63–76 .

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem FensterBilder Dick Osseman

Side, Kassettenrelief vom Nymphäum mit Darstellung eines Brabeions mit der Aufschrift Oikoumenikos (Bild: Mansel 1978, Abb. 108).
Ebda., weiteres Kassettenrelief mit einem Brabeion und der Beschriftung 'Hieros' (Bild: nach Mansel 1978, Abb. 107).
Kassettenreliefs des Nymphäums vor dem Stadttor:

Die Kassettenreliefs des Brunnenbaues zeigen u.a. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBrabeia mit der Aufschrift 'Oikoumenikos' und 'Hieros' sowie eine Preisvase ohne Inschrift. Die Beischriften werden auf den unter Kaiser Gordian III. aufgewerteten isopythischen Agon zu Ehren Apollons bezogen und stellen Preise dar, die den Siegern des Agons winkten. Das 'Oikoumenikos'-Brabeion hat die Form eines Granatapfels in Anspielung auf die Wortbedeutung des Namens Side.

Lit.: A.M. Mansel, Arch. Anz. 1956, 87 Abb. 41; ders., Side. 1947-1966 Yılları Kazıları ve araştırmalarının sonuçları, Türk tarih kurumu yayınları, V 23, Antalya bölgesinde araştırmalar, 10 (Ankara 1978) 101 ff. Abb. 107-108; P. Weiss, Ein agonistisches Bema und die isopythischen Spiele von Side, Chiron 11, 1981, 336. 342 Taf. 25,2; Öffnet externen Link in neuem FensterL. Robert, CRAI 1982, 267 f. Abb. 13-14; D.O.A. Klose, Zur Entstehung der Preiskronen. Das Beispiel der Aktischen Spiele, Jahrb. für Numismatik und Geldgeschichte 47, 1997, 40 f. Abb. 20-21; D. Salzmann, Kaiserzeitliche Denkmäler mit Preiskronen. Agonistische Siegespreise als Zeichen privater und öffentlicher Selbstdarstellung, Stadion 24,1, 1998, 95. 201 Abb. 19-20; J. Rumscheid, Kranz und Krone. Zu Insignien, Siegespreisen und Ehrenzeichen der römischen Kaiserzeit, Istanbuler Forschungen, 43 (Tübingen 2000) 89. 190 Nr. 164; J. Nollé, Side im Altertum. Geschichte und Zeugnisse, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 44 (Bonn 2001) 451 f. Nr. 135; 80 Abb. 41; C. Dorl - Klingenschmid, Prunkbrunnen in kleinasiatischen Städten, Studien zur antiken Stadt, 7 (München 2001) 147; 242-244 Kat.-Nr. 106; . Chr. Gliwitzky, Späte Blüte in Side und Perge. Die pamphylische Bauornamentik des 3. Jahrhunderts n.Chr. (Bern 2010) 105 Abb. 172-173.

Münzdarstellungen

Münze mit dem Portät der Öffnet externen Link in neuem FensterHerennia Etruscilla auf der Vs und der Stadtgöttin von Side auf der Rs: Letztere trägt in der ausgestreckten Rechten ein Öffnet internen Link im aktuellen FensterBrabeion mit der Aufschrift 'Pythia', rechts von ihr deutet ein Schiffsschnabel die Bedeutung Sides für die Seefahrt an, links vor ihren Füßen steht ein gebogener Rechteckschild.

Lit.: J. Nollé, Side. Zur Geschichte einer kleinasiatischen Stadt in der römischen Kaiserzeit im Spiegel ihrer Münzen, Antike Welt 21, 1990, 248 Abb. 7 Nr. 27; ders., Kaiserliche Privilegien für Gladiatorenmunera und Tierhetzen. Unbekannte und ungedeutete Zeugnisse auf städtischen Münzen des griechischen Ostens, Jahrb. Numismatik und Geldgeschichte 42/43, 1992/93, 58 Abb. 6 (Typus Sides 1a).

Mystikon

Der Agon dieses Namens geht bereits auf das 2. Jh. n.Chr. zurück tritt in Side neben der unten genannten Inschrift auf Münzen seit der Zeit Kaiser Valerians auf. Dort wird er als „Heilig“ und „Ökumenisch“ bezeichnet. Darbietungen von Herolden und Komödienschauspielern sind positiv bezeugt.

Lit. allg.: P. Weiss, Ein agonistisches Bema und die isopythischen Spiele von Side, Chiron 11, 1981, 336; J. Nollé, Pamphylische Studien, Chiron 16, 1986, 204 ff.; M. Wörrle, Stadt und Fest im kaiserzeitlichen Kleinasien. Studien zu einer agonistischen Stiftung aus Oinoanda. Vestigia 39 (München 1988) 237; J. Nollé, Side. Zur Geschichte einer kleinasiatischen Stadt in der römischen Kaiserzeit im Spiegel der Münzen, Antike Welt 21, 1990, 258; P. Weiss, Auxe Perge. Beobachtungen zu einem bemerkenswerten städtischen Dokument des späten 3. Jhs. n.Chr., Chiron 21, 1991, 355; St. Mitchell, Antatolia: Land, Men and Gods in Asia Minor, I (Oxford 1993) 218; S. Fein, Die Beziehungen der Kaiser Trajan und Hadrian zu den litterati (Stuttgart 1994) 125.

Quellen

Sieger-Inschrift des Marcus Aurelius Philoxenos (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

ἀγαθῆι τύχηι.
Μᾶρκον Αὐρήλιον Φιλόξενον Σιδήτην, κήρυκα
καὶ κωμῳδὸν ἱερονείκην παράδοξον,
νεικήσαντα ἀγῶνας τοὺς [ὑπογεγρ]αμμένους·
[ἐν τῇ] λαμπροτάτῃ καὶ ἐνδόξῳ πατρ[ίδι τὸν] Μυστικὸν
[ἑπτα]τάκις· καὶ Ἰσοκαπιτώλιον ἐν Ἑρμου[πόλει]· Σεβά-
μια ἐν Δαμασκῷ· Ἁδ[ριά]νεια ἐν Ἀντιοχε[ί]ᾳ τῇ π[ρὸς] Δά-
φνην· καὶ τὸν Εὐκράτους· κοινὸν Πόντου ἰσά-
κτιον ἐν Νεοκαισαρείᾳ ἱεροὺς οἰκουμενικοὺς
εἰσελαστικούς· καὶ ἐν Κασταβάλοις Σεουήρεια
Περάσεια δὶς κ[αὶ ……δ]ί̣ς, ἀγῶνας ἱεροὺς εἰσε-
λαστικούς

καὶ κοινοὺς ἄ[λλους καὶ ταλαν]τιαίους δεκάπεντε,
καὶ ἡμιταλα[ταλαντιαίους καὶ χειλιοδ]ραχμιαίους· πεʹ·
ὁ δὲ ἀνδριὰς [ἀνεστάϑη ὑπὸ…]τος Κόνωνος ἆθλον
 [ἀγωνοτετο]ῦντος
[Μο]υσαίου


„Zum guten Glück. Den Marcus Aurelius Philoxenos aus Side, Herold und Komödienschauspieler, außerordentlicher Sieger im heiligen Wettkampf, der die folgenden Agone gewonnen hat: in seiner berühmten und ehrwürdigen Heimatstadt den Mystikos 7 (?) Mal, in Öffnet externen Link in neuem FensterHermoupolis die isokapitolischen Spiele, die Sebasmia in Öffnet internen Link im aktuellen FensterDamaskus, die Öffnet internen Link im aktuellen FensterHadrianeia in Öffnet internen Link im aktuellen FensterAntiocheia bei Daphne, die Spiele des Eukrates, den isoaktischen Koinon von Pontus in Öffnet externen Link in neuem FensterNeokaisareia, die heiligen, ökumenischen und eiselastischen Spiele, die Öffnet internen Link im aktuellen FensterSevereia Peraseia in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKastabala 2 Mal […] 2 Mal die heiligen und Öffnet internen Link im aktuellen Fenstereiselastischen Agone […] und andere Spiele anläßlich von Versammlungen und 15 Siege bei talent-dotierten Spielen und bei mit einem halben Talent dotierten Spielen […] Drachmen dotierten 85 Siege […] unter dem Agonotheten […] Mousaios.”

Lit.: G.E. Bean, Side Kitabeleri - The inscriptions of Side (Ankara 1965) 51 f. Nr. 149; J. Nollé, Side im Altertum. Geschichte und Zeugnisse, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 44 (Bonn 2001) 437-440 Nr. 130; Chr. Gliwitzky, Späte Blüte in Side und Perge. Die pamphylische Bauornamentik des 3. Jahrhunderts n.Chr. (Bern 2010) 105 Anm. 127.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterEhreninschrift des Trompeters T. Flavius Philagros in Tralles.

Touesianeios-Agon

Der als „pamphylisch“ bezeichnete Agon wurde von dem auf Lebenszeit ernannten Agonotheten Aurelius Paeonius Tuesianus aus eigenen Mitteln bestritten. Er war „Epibaterios“ der Götter Apollon und Athena. Der Bezug sidetischer Münzen mit agonistischer Thematik und Darstellung des Apollon Kitharödos bzw. des Apollon Sidetes aus der Zeit Kaiser Elagabals bzw. Apollons und Athenas aus der Zeit des Alexander Severus ist nicht gesichert. Die Darstellung des Apollon Kitharödos deutet jedenfalls den Bezug eines Agons zum Theater an.

Inschriftliche Zeugnisse:

CIG 4352-4357 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Lit.: G.E. Bean, Side Kitabeleri - The inscriptions of Side (Ankara 1965) 43 f. Nr. 145; P. Weiss, Ein agonistisches Bema und die isopythischen Spiele von Side, Chiron 11, 1981, 335; M. Wörrle, Stadt und Fest im kaiserzeitlichen Kleinasien. Studien zu einer agonistischen Stiftung aus Oinoanda. Vestigia 39 (München 1988) 243 Anm. 94.

Zeugnisse für Gladiatorenkämpfe

Ehreninschrift aus Öffnet externen Link in neuem FensterKibyra minor für Aurelius Mandrianus Longinus, AE 1972, 626 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

γαϑι | <τχηι>.
βουλ κα δμος τς λαμπροττης κα νδξου Σιδητν πλεως τεμησεν vv Αρλιον Μανδριανν Λογγενον, τ̣
̣[ν]
διον βουλευτν, ρχιερασμενον τ Σεβαστ εσεβς κα ϕιλοτεμως, πιδντα νομς βουλευτας τε κα πολε
ταις,
πιτελσαντα ϑεωρας παρ τν καιρν τς ρχιερωσνης ατο μεγαλοπρεπς, γωνοϑετσαντα σε̣μ̣νς καλουμ
̣-
νου
γνος Φοιβεου κα δντος π τ γωνοϑεσίᾳ ατο διανομς βουλευτας τε κα πολεταις, γορανομ
σαντα
γνς τριμνου τρτης, ερηναρχσαντα νδρεως κα πιμελς, ρχισειτωνησμενον, πρακτορεσαντα, προϑ
σαν-
τα
πρ τς σεμνοττης βουλς, παραπμψαντα ερς νννας ες τ Σρων ϑνος τρς, συνιερασμενον τ
γυ-
ναικ
ατο Αρηλίᾳ Κιλλαραμωτιαν Ει τ προκαϑεζομν ϑε ϑην πενταετηρδι, προστατ
σαντα κυνη-
γεσι
ν κα μονομαχιν τν καταλειϕϑεισν π το τς ρστης μνμης πατικο Ττου Λικιννου Μουκιανο

νδξως κα μεγαλοπρεπς, γενμενον κα πιμελητν το δρεου κα ν λλαις πιμελεαις πολλας κα -
πηρεσ
αις χρησιμεσαντα τ πλει κα ν τος λλοις πσιν ν τος πρτοις ξητασμνον· τν δ νδριντα ν
στη-
σεν Α
ρ. Κιλλαραμωτιαν Ιης γυν ατο ϕιλανδρας χριν.

„Zum guten Glück. Der Rat und das Volk der sehr berühmten und ruhmreichen Stadt Side ehren Aurelius Mandrianos Longinus, den hervorragenden Ratsherrn, der auf fromme und ehrliebende Art Kaiserpriester war, der den Ratsherrn und Bürgern Gesetze gegeben hat, der zur rechten Zeit während seiner großzügig geführten Priesterschaft ein Schauspiel durchgeführt hat, der in ehrwürdiger Art Agonothet beim Agon des Phoibos war und der als Agonothet den Ratsherrn und Bürgern eine Spende gab, der drei Mal dreimonatiger Aufsichtsbeamter über den Markt war, der in tugendhafter und sorgsamer Weise Friedensrichter war, der oberster Kornhändler war, der die Steuern eintrieb, der das Voropfer darbrachte für den würdevollsten Rat, der die heilige annona zum Volk der Syrer drei mal leitete, der zusammen mit seiner Frau Aurelia Killaramotiane Eia Vorsitzender im fünfjährigen Priesteramt für die Göttin Athena war, der in ruhmvoller und großzügiger Art und Weise Vorsitzender der Jagdvorführungen und Gladiatorenkämpfe war, die vom Konsular Titus Licinius Mucianus zu seinem besten Andenken veranstaltet worden waren, der Aufseher für Bewässerung geworden war und für viele andere Sachen Sorge trug und in mühsamen Diensten (Ruderdiensten?) der Stadt nützlich war und in allen anderen Angelegenheiten unter den Ersten in der Reihe stand: Diesem Ehemann in Liebe und Dankbarkeit seine Frau Aurelia Killaramotiane Ies.“

Die Veranstaltung der fraglichen Gladiatorenkämpfe und venationes war vom Suffektkonsul der Jahre 177/8 n.Chr. T. Licinnius Mucianus gestiftet worden und fand später unter der Leitung des Aur. Mandrianos Longinus statt. Dieser war auch Agonothet von Wettkämpfen, die Phoebus genannt wurden, was vermutlich eine von der örtlichen Bevölkerung leicht verstandene Bezeichnung für Pythische Spiele zu Ehren des delphischen Apollon war. Außerdem veranstaltete er "Theoriai", was man mit spectacula übersetzen kann und von Louis Robert als Theateraufführungen verstanden wurde.

Lit.: G.E. Bean - T.B. Mitford, Journeys in Rough Cilicia 1964-68, Denkschriften der österreichischen Akademie Wien, 102 (Wien 1970) 38-41 Nr. 19; BE 1972, 498; RE Suppl. 14 (Stuttgart 1974) 233 s.v. Licinnius (W. Eck); K. Hopwood, Policing the Hinterland: Rough Cilicia and Isauria, in: S. Mitchell (Hrsg.), Armies and frontiers in Roman and Byzantine Anatolia (Oxford 1983) 176. 186; W. Günther, Gladiatorendenkmäler aus Milet, Mitt DAI Istanbul 35, 1985, 126; J. Nollé, Side im Altertum, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 53 (Bonn 1993) 197-202; J. Nollé, Kaiserliche Privilegien für Gladiatorenmunera und Tierhetzen. Unbekannte und ungedeutete Zeugnisse auf städtischen Münzen des griechischen Ostens, Jahrb. für Numismatik und Geldgeschichte 42/43, 1992/93, 49-82; N. Pollard, Soldiers, cities and civilians in Roman Syria (Ann Arbor 2000) 186; M.J.D. Carter, The presentation of gladiatorial spectacles in the Greek east: Roman culture and Greek identity (Diss Ann Arbor 2007) 211; 382 Nr. 437; Chr. Mann, „Um keinen Kranz, um das Leben kämpfen wir". Gladiatoren im Osten des römischen Reiches und die Frage der Romanisierung (Berlin 2011) 65; N.P. Milner, Athletics, army recruitment and heroisation: L. Sep. Fl. Flavillianus of Oinoanda, Anatolian Studies, 61, 2011, 151-167.

 

Side, Säule mit der Darstellung zweier Gladiatoren, eines Löwen und einer tabula mit der Inschrift des Modestus (Bild: nach A.M. Mansel 1978, 209 Abb. 237).
Zwei Säuleninschriften für Modestus, BE 1951, 191a (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI) und Modesta, BE 1951, 191a (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Die beiden Inschriften stehen auf Säulen, die in der Nähe des Theaters gefunden worden sind. Neben den Inschriften befinden sich einfache Reliefs mit den Darstellungen von Gladiatoren, über die ein Löwe hinwegspringt.

Α|Ε (= πρτη) νδοξος
Μ
δεστον τ
ν
κα
ρτμιον τ
ν
γ γνους ϕιλ
δοξον
Τετραπωλειτ
ν γε-
ρουσ
α κοιν δγματι τ
ς
λαμρ
ς μητροπλεως Σ
δης

„Die Erste und Ruhmvolle (Stadt). Der Ältestenrat der Tetrapoliten mit gemeinsamen Beschluss der berühmten Metropolis Side für den Modestus und den Artemios, von ihren Vorfahren her ehrbegierig.“

Der Begriff ϕιλδοξος bezieht sich vor allem auf die Ausrichtung von Gladiatorenkämpfen und die Veranstaltung von Tierjagden.

 

 

Α|[Ε] (= πρτη) νδοξος
Μοδ
σταν τν ρχιερ
αν
τ
ν κ προγνων ϕιλ
τ[ει]-
μον,
Τετραπωλειτ[
ν γε]-
ρουσ
α κρσει τ
[ς μητρο]-
πολεως Σιδ[ητ
ν ξ
]-
κις νεωκ[
ρων].

„Die Erste und Ruhmvolle (Stadt). Der Ältestenrat der Tetrapoliten mit Entscheidung der Metroplis Side während ihrer sechsten Neokorie für Modesta, Priesterin und von ihren Vorfahren her Ehrliebende.“

Lit.: L. Robert, Les gladiateurs dans l'Orient grec (Paris 1940) 144 Nr. 101-102; E. Bosch, in: A.M. Mansel - E. Bosch - J. Inan, 1947 senesi Side kazılarına dair önrapor = Vorläufiger Bericht über die Ausgrabungen in Side im Jahre 1947, Türk Tarih Kurumu yayınlarından, V. seri, Nr. 11 (Ankara 1951) 48-52 Nr. 1-2; BE 1952, 156; A.M. Mansel, Side. 1947-1966 Yılları Kazıları ve araştırmalarının sonuçları, Türk tarih kurumu yayınları, V 23, Antalya bölgesinde araştırmalar, 10 (Ankara 1978) 209 Abb. 237; M.J.D. Carter, The presentation of gladiatorial spectacles in the Greek east: Roman culture and Greek identity (Diss Ann Arbor 2007) 211; 383 Nr. 438.

Münzdarstellungen

Münze des Caracalla mit seinem Porträtkopf auf der Vs., auf der Rs. die Stadtgöttin von Side mit Fackel (?) in vorgestreckter Rechter, Schiffsschnabel in ihrer Linken, li. eine cista mystica (?) und rechts runder, als Schild gedeutetet Gegenstand, hinter dem zwei Palmzweige hervorschauen. Der Schild wurde von Nollé als Gladiatorenschild gedeutet und zusammen mit weiteren Münzexemplaren als Anspielung auf die von T. Licinnius Mucianus (Öffnet internen Link im aktuellen Fenstersiehe oben Ehreninschrift AE 1972, 626) gestifteten Gladiatorenspiele gewertet, die demzufolge wenigstens von der Zeit Kaiser Caracallas bis in die Regierungszeit von Traianus Decius ausgerichtet wurden.

Lit.: S. Atlan, 1947 - 1967 yılları Side kazıları sırasında elde edilen sikkeler  [Die Fundmünzen von Side aus den Grabungen der Jahre 1947 - 1967.], Türk Tarih Kurumu yayınları, V. dizi, Antalya bölgesinde araştırmalar 34, 9 (Ankara 1976)  44 Nr. 95 Taf. II; J. Nollé, Kaiserliche Privilegien für Gladiatorenmunera und Tierhetzen. Unbekannte und ungedeutete Zeugnisse auf städtischen Münzen des griechischen Ostens, Jahrb. Numismatik und Geldgeschichte 42/43, 1992/93, 59 f. Abb. 8 (Typus Sides 1c).