Perge, kleinasiatisch-römisches Theater.

Inschriften

Akklamation des Diodotos; IKPerge II 340.

Akklamation des Diodotos; IKPerge II 341.

Perge, Theater, Relief vom Wandfuß der scaenae frons mit dionysischer Szene; am oberen Rand IK Perge II 342 (Bild: N. Eschbach).
Akklamation des Diodotos; IK Perge II 342; SEG L 2000,1344 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).

Die Inschrift befindet sich auf dem oberen Rand des Reliefs mit Dionysos und Pan aus dem Fries vom Wandfuß der scaenae frons.

Akklamation des Diodotos (?); IK Perge II 352 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
Ehreninschrift für Cornelianus auf einer Brüstungsplatte der Orchestra; IK Perge II 338 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
Ehreninschrift für Cornelianus; IK Perge II 339 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
Akklamation des Cornelianus; SEG L 2000, 1342 (PHI):

„Glück auf, Cornelianus. Du hast für unsere Mutterstadt ein olympisches Werk erbaut! Nimm den Vorsitz.”

Die Inschrift steht auf einem Stein der Theaterbalustrade und muss sich ursprünglich ganz in der Nähe von SEG L 2000, 1343 befunden haben. Es ist jeweils eine Akklamation des Publikums im Theater für Claudius Cornelianus Latro Apellianus erhalten, die recht spontan auf den Steinen des Theaters verewigt wurde. Cornelianus war unter Kaiser Tacitus quaestor pro praetore der Provonz Lycia et Pamphylia.

Lit.: S. Şahin, Bauhistorisch-epigraphische Zeugnisse aus dem Theater von Perge, in: Olba. Kılıkıa arkeolojisini araştırma merkezi yayınları, 3 (2000) 205 f. Nr. 2 (Öffnet externen Link in neuem FensterAcademia.edu); A. Chaniotis, Theatre rituals, in: P. Wilson (Hrsg.), The Greek theatre and festivals (Oxford 2007) 63 (Öffnet externen Link in neuem Fensterpdf).

Akklamation des Cornelianus; SEG L 2000, 1343 (PHI):

„Glück auf, Cornelianus. Das ganze Bauwerk wartet auf dich."

Lit.: S. Şahin, Bauhistorisch-epigraphische Zeugnisse aus dem Theater von Perge, in: Olba. Kılıkıa arkeolojisini araştırma merkezi yayınları, 3 (2000) 206 Nr. 3 (Öffnet externen Link in neuem FensterAcademia.edu); A. Chaniotis, Theatre rituals, in: P. Wilson (Hrsg.), The Greek theatre and festivals (Oxford 2007) 63 (Öffnet externen Link in neuem Fensterpdf).

IK Perge II 343 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
IK Perge II 344 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
IK Perge II 345 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
IK Perge II 347 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).

Lit.: R. Merkelbach - J. Stauber, Steinepigramme aus dem griechischen Osten, 4. Die Südküste Kleinasiens, Syrien und Palästina (München - Leipzig 2002) 140.

Inschrift auf einer Herme von der Brüstung der Orchestra; IK Perge II 348 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).

IK Perge II 349 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
Konsoleninschrift aus dem Bühnengebäude; IK Perge II 350 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
Konsoleninschrift aus dem Bühnengebäude; IK Perge Ii 351 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI).
Ehreninschrift für Antoninus; SEG L 2000,1345 (PHI):

Der Statuensockel befand sich „on the southern wall of the entrance on the northern side of the skene of the theatre".

Lit.: S. Şahin, Bauhistorisch-epigraphische Zeugnisse aus dem Theater von Perge, in: Olba. Kılıkıa arkeolojisini araştırma merkezi yayınları, 3 (2000) 206 Nr. 3 (Öffnet externen Link in neuem FensterAcademia.edu).

Maße

Dm cavea 113,2 m
Dm orchestra 31,24 m

Perge, Gesamtansicht des Theaters (Photo Inst. f. Klass. Archäologie der Universität Mainz)
Perge, Blick auf die Bühne des Theaters.
Perge, Theater, Detail der Bühne (Photo J. Blänsdorf).
Perge, Grundriss des Theaters nach veralteter Bauaufnahme (Plan: Lanckoronski).

Beschreibung

Das römisch-kleinasiatische Theater liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion und bildete mit ihm zusammen ein Zentrum für die Veranstaltungen großer Feierlichkeiten.

Es liegt an einem Hang und ist in Teilen auf Substruktionen erbaut. Die cavea ist in zwei Ränge unterteilt und nach Osten geöffnet. Der untere Rang gliedert sich in 29 Sitzreihen, die durch 12 Treppen erschlossen sind. Im mittleren Umgang standen die Ehrensitze. Im Umgang zwischen den beiden Zuschauerrängen befindet sich eine Bankreihe von Ehrensitzen mit Rückenlehne, ähnlich den Theatern in Epihania und Bosra. Der obere Rang weist 19 Sitzreihen mit 23 Treppen auf. Den oberen Abschluß der cavea bildete ein Arkadengang, ähnlich den Theatern in Aspendos und Side.

Die seitlichen Zugänge des Theaters sind überwölbt, darauf befinden sich weitere Sitzreihen. 

Im frühen 3. Jh. bzw. noch in severischer Zeit baute man die orchestra in eine Arena um, indem man die Orchestramauer aufbaute. Eine marmorne Balustrade mit Gitterplatten, die zwischen hermenartige Ständer eingelassen waren, trennten die Zuschauer von den Geschehnissen in der orchestra, die nun auch als Arena genutzt werden konnte.

Die Vorderseite der Bühne bestand wie in römischer Zeit üblich aus einem Wechsel runder und rechteckiger Nischen, hier waren diese aufwändig mit reichen Muschelädikulen verziert, ähnlich dem Theater in Hierapolis. Die Bühnenrückwand besaß die für große kleinasiatische Theater üblichen 7 Tore gegenüber den im Westen geläufigen drei. Diese lagen in tiefen Nischen zwischen Wandvorsprüngen, welche die verkröpfte scaenae-frons-Architektur trugen. Der Wandsockel der scaenae frons ist vergleichbar anderen kleinasiatischen Theatern wie Side, Hierapolis oder Nysa mit einem Relieffries versehen. Er zeigt Darstellungen aus dem Leben des Dionysos. Der Wandfuß der zweiten Etage war mit dem Fries einer Kentauromachie dekoriert. In der Mitte saß über der valva regia ein Fries mit Darstellung der Stadtgöttin Artemis Pergaia und weiteren Göttern. Die oberste Etage zierte ein Fries mit Gigantenkämpfen. Die Friese der beiden oberen Etagen sind im Museum Antalya ausgestellt. Andere Pfeifenfriese des Theaters waren mit einer Vielzahl von Theatermasken dekoriert.

Das Proskenion wurde in einer zweiten Bauphase umgebaut, das Hyposkenion mit einer Segmenttonne überwölbt und die scaenae frons von 2 auf 3 Etagen erhöht. Dieser Phase wird auch der Bau des Bogenganges über der summa cavea zugewiesen. Unter Kaiser Tacitus (275/76 n.Chr.) wurden die Parodoseingänge und die Türen des Proskenion zugesetzt. In noch späterer Zeit lassen sich Instandsetzungsarbeiten nachweisen. 

Nach früher vertretenen Datierungen geht der Bau entweder bereits auf eine Stiftung der in Perge mit 14 Statuen verewigten Plancia Magna um das Jahr 120 n. Chr. zurück oder wurde erst um die Mitte des 2. Jhs. errichtet. Ein weiterer Vorschlag geht auf die Zuweisung einer Bauinschrift des Marcus Plancius Rutilius Varus zurück, der wohl mit dem Prokonsul Bithyniens um 70-72 n. Chr. zu identifizieren ist. Die Zuweisung der Inschrift ist aber nur erschlossen und kann nicht mehr durch einen baulichen Zusammenhang abgesichert werden. Neuere Analysen der Bauornamentik ergaben zudem einen Ansatz des heute sichtbaren Bühnenhauses mit einer ersten Bauphase frühestens ab der spätantoninischen Periode vor 190 n. Chr. und einer weiteren Phase mittelseverischer Zeit gegen 220 n. Chr., die in Zusammenschau mit der Bauplastik als sehr gut begründet angesehen werden muß.

Zuschauer: 11.000.

Perge, Theater, Ausschnitt aus dem Fries der Gigantomachie im obersten Fries; Museum Antalya (Photo: G. Krämmer).
Perge, Theater, Friesausschnitt aus der Mitte der zweiten Etage der scaenae frons mit Darstellung eines Opfers vor der Artemis Pergaia (Photo: G. Krämmer).
Perge, Theater, Wandfries der unteren Etage, Szene der Aufzucht des Dionysoskindes bei den Nymphen.
Perge, Theater, Wandfries der unteren Etage, weitere Szene der Aufzucht des Dionysoskindes bei den Nymphen.
Perge, Theater, Theatermasken auf einem Pfeifenfries der scaenae frons (Photo: G. Krämmer).

Ausstattung

D. de Bernardi Ferrero, Teatri classici in Asia Minore IV (Rom 1974) 28-30 Abb. 28-30. 32; 140 Abb. 205; 147 Abb. 217.

H.S. Alanyali, Eine Reliefplatte aus dem Theater von Perge mit der Darstellung einer Gigantomachie, in: F. Blakolmer u. a. (Hrsg.), Fremde Zeiten = Festschrift Jürgen Borchardt (Wien 1996) 381-386.

Öffnet externen Link in neuem FensterH.S. Alanyali, Der Kentauromachie- und der Gigantenfries, Zeitschrift für Archäologie 3/5, 1997.

J. Inan/N. Atik/A. Öztürk/H.S. Alanyali/G. Ateş, Vorbericht über die Untersuchungen an der Fassade des Theaters von Perge, Archäologischer Anzeiger 2000, 285-340.

H. Işkan, Zwei Privatportäts aus Patara, Jahrb. DAI 117, 2002, 265 Abb. 12-13.

A. Öztürk, Macht der Architektur, Architektur der Macht in der Kaisrezeit von Perge, in: E. L. Schwandner – K. Rheidt (Hrsg.), Macht der Architektur – Architektur der Macht. Bauforschungskolloquium Berlin 30. Oktober-2. November 2002, Diskussionen zur archäologischen Bauforschung 8 (Mainz 2004) 201-210.

H.S. Alanyali, Gebannte Kentauren und Giganten, Antike Welt 2007, 85-90.

J. Fejfer, Roman Portraits in Context, Image and Context 2 (Berlin – New York 2008) 59 (allgemein).

H.S. Alanyali, Der Kentauromachie- und Gigantomachie-Fries im Theater von Perge. Sonderschriften des Österreichischen Archäologischen Instituts (in Druck).

G.W. Bowersock, Infant Gods and Heroes in Late Antiquity: Dionysos' First Bath, in: R. Schlesier (Hrsg.), A different god? Dionysos and ancient polytheism (Berlin 2011) 3.

Literatur

K. Lanckoronski, Die Städte Pamphyliens und Pisidiens (Wien 1890) 33-63 Taf. XIII-XIV.

D. de Bernardi Ferrero, Teatri classici in Asia Minore III (Rom 1970) 147-157 Abb. 151-171 Taf. XXVIII-XXX; Bd. IV (Rom 1974) 13 Abb. 8; ; 54 Abb. 68; 122 Abb. 174; Taf. F.

G.E. Bean, Kleinasien 2. Türkische Südküste von Antalya bis Alanya (Stutgart 1970) 40-42 Taf. 3 oben und unten rechts.

S. Onurkan, Artemis Pergaia, Istanbuler Mitteilungen 19/20, 1969/70, 289-298 Taf. 55-58.

J. und H. Wagner, Die türkische Südküste (Frankfurt/Wien 1977/78) Abb. 113. 119; 163 Abb. 27.

J. Wagner, Türkei. Die Südküste von Kaunos bis Issos. Artemis-Cicerone (München 1980) 165 f. Abb.

J. Inan, Kazi Sonuçlari Toplantisi 3, 1981, 46.

J. Inan, Kazi Sonuçlari Toplantisi 8/2, 1986, 137-144 Abb. 10-60.

J. Inan, Kazi Sonuçlari Toplantisi 9/2, 1987 186f. Abb. 2-18.

S. Onurkan, Perge Tiyatrosu’nda Bulunan Ikinci Bir Artemis Pergaia Kabartması, in: A. Çilingiroğlu (Hrsg.), Anadolu Demir Çağları I (Ankara 1987) 86 ff.

J. Inan, Kazi Sonuçlari Toplantisi 10/2, 1988, 187-245 Abb. 1-33.

J.Cl. Golvin, L'amphithéâtre romain. Essai sur la théorisation de sa forme et de ses fonctions, I-II (Paris 1988) 240.

H. Abbasoglu, Kazi Sonuçlari Toplantisi 11,/2, 1989, 213f. Abb. 5-20.

H. Abbasoglu, Perge kazisi 1988 yili çalizma reporu, Höyük 1, 1988, 121-125.

K. Tancke, Figuralkassetten griechischer und römischer Steindecken, Europäische Hochschulschriften Reihe XXXVIII Archäologie, Bd. 20 (Berlin – Bern – New York – Paris 1989) 311 f. Nr. 50 Taf. LXXXII 3.

P. Ciancio Rossetto/G. Pisani Sartorio (Hrsg.), Teatri greci e romani alle origini del linguaggio rappresentato, III (Rom 1994) 356-358.

S. Şahin, Studien zu den Inschriften von Perge III. Marcus Plancius Rutilius und C. Iulius Plancius Varus Cornutus. Vater und Sohn der Plancia Magna, Epigraphica Anatolica 27, 1996, 115-119 Taf. 3.

J. Inan/N. Atik/A. Öztürk/H. S. Alanyali/G. Ateş, Vorbericht über die Untersuchungen an der Fassade des Theaters von Perge, Archäologischer Anzeiger 2000, 285-340.

S. Sahin, Bauhistorisch-epigraphische Zeugnisse aus dem Theater von Perge, Olba. Kılıkıa arkeolojisini araştırma merkezi yayınları 3, 2000, 199-209.

R. G. Chase, Ancient Hellenistic and Roman Amphitheatres, Stadiums, and Theatres – the way they look now (Portsmouth, New Hamphshire 2002) 87 f. Abb.; 158 Abb.

M. C. Sturgeon, Dedications of Roman Theatres, in: CARIS: Essays in Honor of Sara A. Immerwahr, Hesperia Supplement 33 (Athen 2004) 418.

H. Brandt/F. Kolb, Lycia et Pamphylia. Orbis Provinciarum (Mainz 2005) 65 Abb. 79.

A. Öztürk, Perge tiyatrosu sahne cephesinin mimarisi: araştırma yöntemleri ve sonuçlar (Istanbul 2005).

F. Sear, Roman Theatres. An Architectural Study. Oxford Monographs in Classical Archaeology (Oxford 2006) 372 Abb. 392.

U. Pappalardo, Antike Theater. Architektur, Kunst und Dichtung der Griechen und Römer (Petersberg 2007) 120-125.

A. Öztürk, Die Architektur der scaenae frons des Theaters in Perge, Denkmäler antiker Architektur 20 (Berlin - New York 2009).

Yaşar Yılmaz, Anadolu antik tiyatroları (Istanbul 20102) 208-211.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fenstermimarlikmuzesi

Veranstaltungen

 

Perge, Säule mit Brabeion und IK Perge 313 (Bild: G. Krämmer).

Agon Asylia Pythia

Graffito auf einer Säule mit IK Perge 313 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Der 'pythische Agon der Asyl besitzenden' Stadt Perge wurde als solcher unter Kaiser Tacitus gestiftet und gehört sicherlich zu jenen, die in der Akklamationsinschrift IK Perge II 311 genannt ist. Seine inschriftliche Erwähnung befindet sich auf einer Säule, wo er auf den Brabeion genannten Siegespreis des Agons eingeritzt ist. Er wird von einer geflügelten Nike mit emporgehaltener Weltkugel in die Höhe gehoben. Die benachbarten Säulen zeigen weitere ganz ähnliche Graffiti mit Brabeia, Niken und Kampfszenen von Pankratiasten und Boxern.

Lit.: I. Kaygusuz, Perge, unter Kaiser Tacitus Mittelpunkt der Welt, Epigraphica Anatolica 4, 1984, 2; R. Merkelbach - S. Sahin, Die publizierten Inschriften von Perge, Epigraphica Anatolica 11, 1988, 116; P. Weiss, Auxe Perge. Beobachtungen zu einem bemerkenswerten städtischen Dokument des späten 3. Jahrhunderts, Chiron 21, 1991, 361. 365; S. Sahin, Die Inschriften von Perge, II, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 61 (Bonn  2004) 31 f. Nr. 313 Taf. XI.

Perge, Säule mit Brabeion und IK Perge II 336 (Bild: G. Krämmer).

Agon Tacitios Metropolitios

Der Agon taucht ebenfalls unter der Bezeichnung Agon Tacitios Metropolitios Isocapitolios oder allein Agon Tacitios bzw. Agon Metropoliteios auf. Es erscheint fraglich, ob tatsächlich unterschiedliche Feiern gemeint sind.

IK Perge II 336 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Lit: R. Merkelbach - J. Stauber, Steinepigramme aus dem griechischen Osten, 4. Die Südküste Kleinasiens, Syrien und Palästina (München - Leipzig 2002) 133-137; S. Sahin, Die Inschriften von Perge, II, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 61 (Bonn  2004) 58-60 Nr. 333-337; vgl. A. Erol-Özdizbay, Perge Sikkelerinde Agonistik Ödül Taçları (Agonistic Prize Crowns on the Coins of Perge), in: Adalya. Suna-İnan Kiraç Akdeniz Medeniyetleri Arastirma Enstitüsü Yıllığı - the Annual of the Suna & Inan Kiraç Research Institute on Mediterranean Civilisations 15, 2012, 203-223 (Öffnet externen Link in neuem Fensteracademia.edu).

Augusteia Olympia

Lit.: P. Weiss, Auxe Perge. Beobachtungen zu einem bemerkenswerten städtischen Dokument des späten 3. Jahrhunderts, Chiron 21, 1991, 365; S. Sahin, Die Inschriften von Perge, II, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 61 (Bonn  2004) 31 Nr. 312.

Gladiatorenkämpfe

Akklamationsstele; SEG XXXIV 1984, 1306; IKPerge II 331 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Die Inschrift steht auf einem Pilaster in der sog. Tacitus-Straße, die nach zwei inschriftlich festgehaltenen Akklamationen aus der Zeit von Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterTacitus (275-276 n.Chr.) so benannt wurde. Hier wird allein der als Kolumne II bezeichnete Teil der Inschrift angeführt.

„Hoch lebe Perge, die einzige Stadt mit Asyl, hoch lebe Perge, dem Kaiser Tacitus --- , (hoch lebe Perge ---), hoch lebe Perge, Besitzerin der Neokorie seit Kaiser Vespasian, hoch lebe Perge, du mit dem heiligen Vexillum geehrte, hoch lebe Perge, du mit der Silbermünze geehrte, mit Diana von Ephesos und Diana von Perge (oder: mit den nach 56 Jahren gefeierten Ephesien und (einem Agon) für Diana Pergaia?), hoch lebe Perge, wo der die Schatzkammer des Kaisers liegt, hoch lebe Perge, vierfacher Öffnet internen Link im aktuellen FensterNeokoros, hoch lebe Perge, du erste der Gerichtsstätten, hoch lebe Perge, dem Konsulare ehrgeizige munera ausrichten, hoch lebe Perge, dem Konsulare Agone ausrichten, hoch lebe Perge, du Krone Pamphyliens, hoch lebe Perge, die nie lügt! Alle Rechte auf Beschluss des Senats.”

Die Inschrift erwähnt Agone und munera, welche Hypatikoi, d.h. einheimische Senatoren konsularischen Ranges, ausrichteten. Die Feierlichkeiten hängen mit der Erhebung der Stadt Perge zur Metropolis zusammen und erhalten vor dem Hintergrund der großen Rivalität mit der Nachbarstadt Side besonderes Gewicht. Es wird nicht erwähnt, wer die Stifter waren, doch ist hierzu auf einen gewissen Diodotos zu verweisen, der mehrere kürzere Akklamationsinschriften mit ganz ähnlicher Wortwahl auf ein Türgewände des Bühnengebäudes des Theaters geschrieben hat (IKPerge II Öffnet internen Link im aktuellen Fenster340-Öffnet internen Link im aktuellen Fenster342).

Lit.: I. Kaygusuz, Perge, unter Kaiser Tacitus Mittelpunkt der Welt, Epigraphica Anatolica 4, 1984, 1-4; R. Merkelbach - S. Sahin, Die publizierten Inschriften von Perge, Epigraphica Anatolica 11, 1988, 115 f. Nr. 22; BE 1989, 70; Ch. Roueché, Floreat Perge, in: M.M. MacKenzie - Ch. Roueché (Hrsg.), Images of authority. Papers presented to Joyce Reynolds (Cambridge 1989) 206-228; P. Weiss, Auxe Perge. Beobachtungen zu einem bemerkenswerten städtischen Dokument des späten 3. Jahrhunderts, Chiron 21, 1991, 353-392, bes. 377 f.; J. Nollé, Die feindlichen Schwestern - Betrachtungen zur Rivalität der pamphylischen Städte, in: G. Dobesch - G. Rehrenböck (Hrsg.), Die epigraphische und altertumskundliche Erforschung Kleinasiens: Hundert Jahre kleinasiatische Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Akten des Symposiums von 23. bis 25. Oktober 1990, Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, Denkschriften, 236 (Wien 1993) 312 f.; R. Merkelbach - S. Sahin - J. Stauber, Kaiser Tacitus erhebt Perge zur Metropolis Pamphyliens und erlaubt einen Agon, Epigraphica 29, 1997, 69-74; R. Haensch, Capita provinciarum. Statthaltersitze und Provinzialverwaltung in der römischen Kaiserzeit, Kölner Forschungen, 7 (Mainz 1997) 290 ff.; S. Sahin, Die Inschriften von Perge, II, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 61 (Bonn  2004) 52-58 Nr. 331 Taf. XVII. XIX (Kol. II).

Ehreninschrift für P. Rutilius Macer; IK Perge II 328 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

„Die Vaterstadt (ehrt) Publius Rutilius Macer, den Sohn des P. Rutilius Longus, der Kaiserpriester der drei Augusti war, nachdem er venationes und Gladiatorenkämpfe von -- Tagen veranstaltet hatte.”

Als die 3 Augusti werden Öffnet externen Link in neuem FensterSeptimius Severus und dessen Söhne Geta und Öffnet externen Link in neuem FensterCaracalla gemeint sein. Somit wäre die Inschrift zwischen 209 und 211 n.Chr. zu datieren.

Lit.: S. Sahin, Die Inschriften von Perge, II, Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 61 (Bonn  2004) 48 f. Nr. 328 Taf. XV.

Darstellungen

Öffnet externen Link in neuem FensterGrabrelief des thraex Alkeides