Korinth, Blick in den Zuschauerraum des Theaters (Photo: J. Blänsdorf).
Korinth, Römisches Theater.
Korinth, Reste des Theaters (Photo Th. Weber).

Maße


Dm der römischen cavea 121 m
Dm der griechischen Orchestra 23,4 m
Dm der römischen cavea 22 m
Hellenistisches Bühnengebäude 22,2 x 10,3 m

Inschriften

Schriftquellen

Veranstaltungen

Beschreibung


Das griechische Theater stammt aus spätklassischer Zeit, die cavea wurde noch im 4. Jh. v. Chr. in Stein ausgebaut. Im Jahre 146 v. Chr. wurde es mit der Zerstörung Korinth’s aufgegeben und in der Zeit von Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterAugustus (27 v.-14 n.Chr.) durch ein römisches Theater ersetzt. Vom sonst kaum erhaltenen griechischen Theater erhielten sich zwei Charons-Passagen im Felsgrund der Orchestra.

Weitere Umbauten wurden wegen des bevorstehenden Besuchs von Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterNero gegen 67 n. Chr. vorgenommen. Der Bau mußte jedoch nach dem Erdbeben 77 n. Chr. wiederum erneuert werden. Der Neubau des Bühnengebäudes zog sich von hadrianischer Zeit bis in die 2. Hälfte des 2. Jhs. hin und trat an die Stelle der älteren römischen Anlage.

Unter Kaiser Caracalla wurde die orchestra in eine Arena umgebaut, indem die vordersten Sitzreihen abgebaut wurden. In der orchestra wurden auf einer hohen Schutzmauer Malereien mit Kampfszenen zwischen Tieren und Gladiatoren (Öffnet externen Link in neuem Fenstervenationes ) angebracht. Ein Graffito berichtet - vermutlich - die seiner Zeit bekannte Geschichte vom Gladiator Androklos und einem Löwen: ὁ λεοντο ἀναγνοὺς σϖτῆρα  τὸν ὑπὸ ταῦρον [vgl. Aelian, de natura animalium VII 48 (Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinische Übersetzung des griechischen Textes); Gellius V 14 (Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinischer Text)] . In der 2. Hälfte des 3. Jhs. entstand eine Kolymbethra für Tethymimen.

Korinth, Theater während der Ausgrabungen. An der Brüstungsmauer um die orchestra erkennt man noch die Reste von Malereien mit Darstellungen von venationes (Bild: © American School for Classical Studies at Athens; www.ascsa.edu.gr.)
Korinth, Theater, Ausschnitt der Malereien der Orchestrabrüstung mit einem venator vor einem Stier; oben: Originalsubstanz, unten: Aquarell (Bild: © American School for Classical Studies at Athens; www.ascsa.edu.gr.).

Die Datierung des Umbaues der Orchestra in eine Arena hängt sehr von der Datierung der Malereien auf der Schutzmauer zwischen Orchestra und Zuschauerrängen ab. Die Grabungsbefunde deuten auf eine Datierung ab dem 2. Jh. n.Chr., die genauere Festlegung auf die Zeit Caracallas mit stilistischen Mitteln ist jedoch sehr schwierig und in hohem Maße unsicher. Auch der Versuch, die herausgehobene Figur mit roten Stiefeln und einer Tunika mit Clavus vor dem Stier entweder mit dem für Gladiatorenkämpfe begeisterten Kaiser Öffnet externen Link in neuem FensterCommodus (vgl. Öffnet internen Link im aktuellen FensterCassius Dio LXXII 17-20) oder Caracalla (Öffnet internen Link im aktuellen FensterCassius Dio LXXVIII 9-10) zu identifizieren, muss im höchsten Maße hypothetisch bleiben. Die für Caracalla historisch bezeugten Bauten von Jagdtheatern (ϑέατρα κινηγετικά) oder Umbauten von Theatern in solche scheint zwar den passenden zeitgeschichtlichen Hintergrund dieser Umbaumaßnahme zu bilden, kann aber dennoch nicht auf Caracalla eingeengt werden. Eine Reihe von Umbauten von Orchestern in Arenen im griechischen Osten wurde in severische Zeit datiert, wie z. Bsp. Öffnet internen Link im aktuellen FensterStobi, Öffnet internen Link im aktuellen FensterPhilippi und Öffnet internen Link im aktuellen FensterKourion.

Zuschauer: 11.000

Korinth, Theater: Malereireste von einer venatio auf der Brüstung der Orchestramauer. Man erkennt einen von l.n.r. springenden Leoparden, hinter ihm die Beine eines venators und rechts vor ihm einen Speer (Bild: © American School for Classical Studies at Athens; www.ascsa.edu.gr.).

Skulpturen-Ausstattung


Literatur zum Theater


Öffnet externen Link in neuem FensterTh.L. Shear, Excavations at Corinth in 1925, AJA 29, 1925, 381-391.

Öffnet externen Link in neuem FensterTh.L. Shear, Excavations in the theatre district of Corinth in 1926, AJA 30, 1926, 444-463.

Öffnet externen Link in neuem FensterR. Stillwell, The Theatre at Corinth, AJA 33, 1929, 77-97.

L. Robert, Les gladiateurs dans l’Orient grec (Paris 1940; ND Amsterdam 1971) 117 Nr. 60.

Öffnet externen Link in neuem FensterE. Capps, Observations on the Painted venatio of the Theatre at Corinth and on the Arrangements of the Arena, Hesperia Supplement 8 (Baltimore 1949) 64-70.

Öffnet externen Link in neuem FensterR. Stillwell, The Theatre. Corinth II, Results of the excavations conducted by the American School of Classical Studies at Athens (Princeton 1952).

G. Traversari, Gli spettacoli in acqua nel teatro tardo-antico (Rom 1960) 31-34 Abb. 9-10.

C. Anti – L. Polacco, Nuove ricerche sui teatri greci arcaici (Padua 1969) 101-126.

Öffnet externen Link in neuem FensterM. L. Sturgeon, Sculpture – the Reliefs from the Theatre. Corinth IX 2, Results of the excavations conducted by the American School of Classical Studies at Athens (Princeton 1977).

H. Schwingenstein, Die Skulpturenausstattung des griechischen Theatergebäudes. Münchener archäologische Studien 8 (München 1977) 37.

E. Billig, Die Bühne mit austauschbaren Kulissen. Eine verkannte Bühne des Frühhellenismus? Opuscula Atheniensia 13, 1980, 35-80, bes. 43 ff.

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Öffnet externen Link in neuem FensterCh. K. Williams II – O.H. Zervos, Corinth, 1987: South of Temple E and East of the Theater, Hesperia 57, 1988, 95-146.

Öffnet externen Link in neuem FensterCh. K. Williams II – O.H. Zervos, Corinth 1988: East of the Theater, Hesperia 58, 1989, 19-36 Abb. 7-8 Taf. 8-11.

M. Fuchs, Die Ausstattung römischer Theater in Italien und den Westprovinzen des römischen Reiches (Mainz 1987) 132. 187.

C. Courtois, Le bâtiment de scène dans les théâtres antiques de l'Italie et de la Sicile. Étude chronologique et typologique (Löwen 1989) 32.

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R. Gogräfe, Theater im römischen Reich. Bühne für Schauspieler, die Feiern des Imperiums und die Sponsoren des Reiches (Mainz 2013) 127 f. Abb. 88-88b.