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Die Aufführungen von Komödien waren in der griechischen und römischen Theaterwelt Teil der Feiern für die Götter. Ihr Name wird bei Aristoteles von κωμάζειν = ausgelassen schwärmen bzw. κῶμος hergeleitet und er erinnert daran, dass sie sich von den Phallosliedern ableite, die noch in seiner Gegenwart bei Phallosprozessionen gesungen wurden. Die Ursprünge dieser noch unzusammenhängenden Komödie wurden schon in der Antike bei den Dorern, namentlich den Megarern gesucht. In der attischen Komödie machte man sich gerne über die derben Späße seiner Nachbarn lustig. Die Erfindung der Komödie mit einem Handlungszusammenhang wurde dem vielleicht aus dem sizilischen Megara Hyblaia stammenden Öffnet internen Link im aktuellen FensterEpicharmos zugemessen. Seine Stücke waren kurz und kamen noch ohne einen Chor aus. In der Folge stand in Sizilien und Großgriechenland die Komödie in Form der Phlyaken-Stücke in großer Blüte, wenn man den zahlreichen Darstellungen auf unteritalischen Vasenbildern glaubt.

Die Verwurzelung der Komödie im dorischen Kulturkreis geht weiter aus Bemerkungen des Öffnet internen Link im aktuellen FensterSosibios hervor, wonach in Sparta die 'Deikelisten' einfache Possen mit Obstdieben und fremden Ärzten aufführten. In Sikyon kennt er die Phallophoren, in Theben die Ethelontai und andernorts die Sophisten. Von archäologischer Seite geben die zahlreichen archaischen Vasenbilder der sog. Dickbauchtänzer einen Reflex von der Verbreitung dieser noch vorliterarischen Gattung. Zu großer literarischer Blüte gelangte die Komödie jedoch erst im Athen des 5. Jhs. v.Chr., auch wenn darauf hinzuweisen ist, dass Susarion nach dem Zeugnis des Marmor Parium 39.54b (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI) bereits vorher im attischen Öffnet internen Link im aktuellen FensterIkarion eine Komödie aufgeführt haben soll, die aber möglicherweise noch nicht die Form der klassischen attischen Komödie hatte.

Die Einteilung der griechischen Komödie in eine Alte, Mittlere und Neue Komödie geht möglicherweise bereits auf Öffnet externen Link in neuem FensterAristophanes von Byzanz, den Leiter der seiner Zeit größten Bibliothek der Welt in Alexandria, zurück, wobei vor allem die Alte und die Neue Komödie sich deutlich voneinander unterscheiden lassen, während die Mittlere eine Übergangsphase darstellt. Bekanntester Vertreter der Alten K. ist Öffnet internen Link im aktuellen FensterAristophanes, der Neuen Öffnet internen Link im aktuellen FensterMenander. Die Alte Komödie ist für ihren beißenden persönlichen Spott auf Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bekannt, während die Neue K. die alltäglichen Probleme des bürgerlichen Lebens darstellte. In der modernen Forschung wird die Bedeutung der Epocheneinteilung stark relativiert.

In Athen wurden Komödien seit 486 v.Chr. an den Öffnet internen Link im aktuellen FensterStädtischen Dionysien und seit ca. 440 an den Öffnet internen Link im aktuellen FensterLenäen jeweils zu Ehren des Dionysos aufgeführt. Die Zahl der im 5. Jh. an den Städtischen Dionysien und den Lenäen aufgeführten Komödien Athens wird zwischen 500 und 600 berechnet, als in den Bestand der Bibliothek von Alexandria eingegangene Werke sind 365 bekannt (Öffnet externen Link in neuem FensterCGF I 7 Kaibel). Die Schauspieler trugen komische Masken, gürteten sich einen ledernen Phallos um und stopften sich ihr Gesäß und ihren Bauch aus.

Literatur (vgl. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBibliographie und zu den einzelnen Komödiendichtern)

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Alte Komödie

Mittlere Komödie

Neue Komödie

weblinks:

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Öffnet externen Link in neuem Fensterwikipedia

Öffnet externen Link in neuem FensterDer Neue Pauly

Quellen

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Aristoteles, Poetik 2 (1448a):

„ ... Auf Grund desselben Unterschiedes weicht auch die Öffnet internen Link im aktuellen FensterTragödie von der Komödie ab: Die Komödie sucht schlechtere, die Tragödie bessere Menschen nachzuahmen, als sie in der Wirklichkeit vorkommen.”

Aristoteles, Poetik 3 (1448a):

„ ... Die Komödie wird nämlich von den Megarern beansprucht, von den hiesigen mit der Begründung, sie sei dort zur Zeit der bei ihnen herrschenden Demokratie entstanden, und von den sizilischen (Megarern), weil von dort der Dichter Öffnet internen Link im aktuellen FensterEpicharmos stamme, der viel früher als Öffnet internen Link im aktuellen FensterChionides und Öffnet internen Link im aktuellen FensterMagnes gelebt hat.”

Aristoteles, Poetik 4 (1449a):

„Nachdem die Tragödie und die Komödie aufgekommen waren, bemächtigten sich die Dichter je nach ihrer Eigenart einer der beiden Gattungen, und die einen wurden statt Jambikern Komödiendichter, die anderen statt Epikern Tragiker, weil diese Formen großartiger und angesehener waren als jene. ... Sie hatten ursprünglich aus Improvisationen bestanden (sie selbst und die Komödie: sie selbst von seiten derer, die den Öffnet internen Link im aktuellen FensterDithyrambos, die Komödie von Seiten derer, welche die Phallos-Umzüge, wie es sie noch in vielen Städten gibt, anführten). ”

Aristoteles, Poetik 5 (1449a-b):

αἱ μὲν οὖν τῆς τραγῳδίας μεταβάσεις καὶ δι᾽ ὧν ἐγένοντο οὐ λελήϑασιν, ἡ δὲ κωμῳδία διὰ τὸ μὴ σπουδάζεσϑαι ἐ ἀρχῆς ἔλαϑεν [449 β] καὶ γὰρ χορὸν κωμῳδῶν ὀψέ ποτε ὁ ἄρχων ἔδωκεν, ἀλλ᾽ ἐϑελονταὶ ἦσαν. ἤδη δὲ σχήματά τινα αὐτῆς ἐχούσης οἱ λεγόμενοι αὐτῆς ποιηταὶ μνημονεύονται. τίς δὲ πρόσωπα ἀπέδωκεν ἢ προλόγους ἢ [5] πλήϑη ὑποκριτῶν καὶ ὅσα τοιαῦτα, ἠγνόηται. τὸ δὲ μύϑους ποιεῖν [Ἐπίχαρμος καὶ Φόρμις] τὸ μὲν ἐξ ἀρχῆς ἐκ Σικελίας ἦλϑε, τῶν δὲ Ἀϑήνησιν Κράτης πρῶτος ἦρξεν ἀϕέμενος τῆς ἰαμβικῆς ἰδέας καϑόλου ποιεῖν καὶ μύϑους.

„ Die Veränderungen der Tragödie, und durch wen sie bewirkt wurden, sind gut bekannt. Die Komödie hingegen wurde nicht ernst genommen; daher blieben ihre Anfänge im Dunklen. Denn erst spät bewilligte der Archon einen Komödienchor. Zuvor waren es Freiwillige. Erst als die Komödie einigermaßen bestimmte Formen angenommen hatte, wurde die Erinnerung an ihre bedeutenderen Dichter aufgezeichnet. Wer die Masken oder die Prologe oder die Anzahl der Schauspieler und was dergleichen ist, eingeführt hat, ist nicht bekannt. Der Gedanke, Handlungen zu erfinden, kam ursprünglich aus Sizilien [Epicharm und Phormis]. In Athen begann als erster Öffnet internen Link im aktuellen FensterKrates die jambische Form aufzugeben und zusammenhängende Handlungen von allgemeiner Bedeutung zu erfinden. ..." (Übers. nach M. Fuhrmann)

Aristoteles, eth. Nic. 1128a22-24.
Athenaios VI 223A (Forts. von 222A zur Öffnet internen Link im aktuellen FensterTragödie):

„Uns Komikern gehts anders: Alles müssen
wir neu erfinden, Namen Handlungen,
die Reden neu, die Vorgeschichte auch,
die Lage jetzt, die endliche Entwirrung,
Prologe. Wenn ein Chremes oder Pheidon
nur einmal patzt dabei, pfeift man ihn aus,
doch Peleus oder Teukros dürfens tun." (Übers. U. und K. Treu)

Öffnet internen Link im aktuellen FensterAthenaios XIV (621D). 
Iuvenal, sat. III 93-102:

... an melior cum Thaida sustinet aut cum
uxorem comoedus agit vel Dorida nullo
cultam palliolo? mulier nempe ipsa videtur,
non persona, loqui: vacua et plana omnia dicas
infra ventriculum et tenui distantia rima.
nec tamen Antiochus nec erit mirabilis illic
aut Stratocles aut cum molli Demetrius Haemo:
natio comoeda est. rides, maiore cachinno
concutitur; flet, si lacrimas conspexit amici,
nec dolet; ...

„Welcher Schauspieler übernimmt besser die Rolle einer Öffnet internen Link im aktuellen FensterThais, einer ehrbaren Frau oder einer Doris, und ganz ohne Übergewand? Ein richtiges Weib, nicht eine vorgetäuschte Person, spricht da scheinbar: Man möchte meinen, dass ihm am Unterleib alles fehlt und er ganz glatt ist, ja, dass ihm sogar die zarte Spalte klafft. Aber dort drüben erregt ein Antiochus, ein Stratokles, ein Haemus oder der weibische Demetrius keine besondere Bewunderung: Das ganze Volk ist ein Komödiant. Wenn du lächelst, brüllt er vor Lachen, wenn er beim Freunde Tränen sieht, weint er bitterlich - doch ohne Schmerz zu empfinden." (Übers. nach H.C. Schnur)

Öffnet internen Link im aktuellen FensterPlato, Theaet. 152E.