Bathyllos I

Bathyllos galt in der Antike neben Öffnet internen Link im aktuellen FensterPylades als einer der Erfinder der Öffnet internen Link im aktuellen FensterPantomime, was wohl so zu verstehen ist, dass die beiden Tänzer diese Kunst zu einer bis dato nicht gesehenen Vollendung führten. Er war Günstling des Maecenas. Wie bei anderen berühmten Künstlern der Antike wurde auch sein Name in späterer Zeit von anderen übernommen, siehe Bathyllos II.

Quellen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterAthenaios I 20d.
Seneca, nat. quaest. VII 32,3:

At quanta cura laboratur, ne cuius pantomimi nomen intercidat! Stat per successores Pyladis et Bathylli domus, harum artium multi discipuli sunt multique doctores; privatum urbe tota sonat Öffnet internen Link im aktuellen Fensterpulpitum; in hoc mares, in hoc feminae tripudiant: mares inter se uxoresque contendunt uter det latus mollius. Deinde sub persona cum diu trita frons est, transitur ad ganeam.

„Aber wieviel Sorge wird aufgewändet, damit kein Name eines Pantomimen verloren geht! Die Schule des Pylades und des Bathyllus weist eine lange Linie von Nachfolgern auf, viele Schüler und viele Lehrer solcher Künste gibt es. In der ganzen Stadt hallt es nach der privaten Bühne. Hierauf üben die Männer, hierauf üben die Frauen die Tanzschritte. Männer und Frauen üben unter sich, damit er ihnen einen geschmeidigeren Körper verleihe. Wenn darauf durch das lange Reiben der Maske die Stirn weich geworden ist, ist der Übergang zum Bordell getan." 

Tacitus, ann. I 54:

ludos Augustalis tunc primum coeptos turbavit discordia ex certamine histrionum. indulserat ei ludicro Auaustus, dum Maecenati obtemperat effuso in amorem Bathylli; neque ipse abhorrebat talibus studiis, et civile rebatur misceri voluptatibus vulgi.

„Die augustalischen Spiele, die jetzt zum ersten Mal gefeiert wurden, störte ein Streit der aufeinander eifersüchtigen Schauspieler. Augustus hatte diese Art der Volksbelustigung begünstigt, um dem Mäcenas einen Gefallen zu tun, der leidenschaftlich in Bathyllus verliebt war. Auch stand er selbst solchen Neigungen nicht fern und glaubte, sich beim Volk beliebt zu machen, wenn er an den Lustbarkeiten des Pöbels teilnähme." (Übers. nach W. Sontheimer)

Cassius Dio LIV 17,4-5:

„Und deshalb gestattete er auch den Öffnet internen Link im aktuellen FensterPrätoren, die das wünschten, den dreifachen Betrag, der ihnen aus der Staatskasse für die öffentlichen Fest gewährt wurde, aus eigener Tasche beizuschießen. So kam es, dass man ihm, obwohl einige an der Strenge seiner sonstigen gesetzlichen Maßnahmen Anstoß nahmen, wegen dieses Zugeständnisses und der Rückberufung eines gewissen wegen Empörung verbannten Tänzers Öffnet internen Link im aktuellen FensterPylades, jene Dinge nicht mehr weiter nachtrug. (5) Es war daher, wie uns berichtet wird, eine sehr geschickte Antwort, die Pylades dem Augustus erteilte, als der Kaiser ihn wegen eines Streits mit seinem Berufskollegen Bathyllos, einem Günstling des Mäcenas, schalt: «Es kann dir nur vorteilhaft sein, Cäsar, wenn das Volk seine überflüssige Zeit mit uns verbringt»." (Übers. nach O. Veh)

Athenaios I 20d-f:

„Der erste Veranstalter des auf jenen zurückgehenden Kulttanzes, den man 'tragikos' nennt, ist Bathyllos aus Öffnet internen Link im aktuellen FensterAlexandria gewesen, der - so berichtet Seleukos - pantomimische Tänze aufgeführt hat. Dieser Bathyllos - sagt Aristonikos - und Öffnet internen Link im aktuellen FensterPylades, von dem auch eine Abhandlung über Ausdruckstanz stammt, haben den italischen Tanz aus dem Possenreigen, der 'kordax', sowie aus dem Bockstanz, der 'emméleia' genannt wurde, und aus dem Satyrtanz, der síkinnis hieß - daher auch die Bezeichnung 'sikinnistai' für die Satyrn - entwicklet, dessen Erfinder ein gewisser Sikinnos, ein Nichtgrieche, ist. Die anderen behaupten, Sikinnos sei ein Kreter gewesen. Der Pylades-Tanz aber war von hohem Stil, leidenschaftlich und hatte viele verschiedene Ausdrucksformen, während der des Bathyllos ein heiteres Gepräge trug. Denn dieser verfaßte ein Tanzlied für die Bühne." (Übers. nach C. Friedrichs)

Literatur

J. Bertheroy, Le mime Bathylle (Paris 1894); F. Drexel, Über den Gebrauch von Künstlernamen, in: L. Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms, IV (Leipzig 19219-10) 199.

Bathyllos II

Pantomime in der Zeit der Kaiser Domitian und Trajan.

Quellen

Juvenal VI 60-65:

porticibusne tibi monstratur femina voto
digna tuo? cuneis an habent spectacula totis
quod securus ames quodque inde excerpere possis?
chironomon Öffnet internen Link im aktuellen FensterLedam molli saltante Bathyllo
Tuccia vesicae non imperat, Apula gannit,
sicut in amplexu, subito et miserabile longum.

„Kann man dir auf allen Plätzen Roms eine Frau zeigen, die deinen Wünschen entspricht? Gibt es auf allen Sitzen im Theater eine, in die du dich unbesorgt verlieben könntest? Wenn der weibische Bathyllus die Öffnet internen Link im aktuellen Fenster'Leda' tanzend darstellt, benässt sich Tucca vor Erregung; Appula stöhnt plötzlich und gar kläglich, wie in brünstiger Umarmung."

Literatur

F. Drexel, Über den Gebrauch von Künstlernamen, in: L. Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms, IV (Leipzig 19219-10) 199.