BELGINUM, Wederath (Gallia Belgica)

Belginum-Wederath, Rekonstruktion des Tempelbezirks mit dem Theater (Zeichnung: Martina Diederich, © Archäologiepark Belginum)

Inschrift

AE 1983, 728:

In honor(em) d(omus) d(ivinae)

deo Creto[ni et] 

genio [p]agi Ac [---]

P Capitonius […]

ad excol[endam]

memor[iam ---]

Capiton[i .....]

pat[roni ?]

prosc[aenium ---

„Zu Ehren des göttlichen Kaiserhauses hat P. Capitonius (----) dem Gott Creto und dem Genius des Gaues Ac(----) zur Pflege der Erinnerung an seinen Patron Capitonius (?) ein Öffnet internen Link im aktuellen FensterProscänium (geweiht).“

Lit.: J. B. Keune, Weihinschrift vom Stumpfen Turm, Trierer Zeitschrift 2, 1927, 13-21; H. Finke, Neue Inschriften, 17. Ber. RGK 1927, 238; A. Haffner, Kurtrierisches Jahrbuch 10, 1970, 203-222; W. Binsfeld – K. Goethert-Polaschek – L. Schwinden, Katalog der römischen Steindenkmäler des Rheinischen Landesmuseums Trier 1: Götter- und Weihdenkmäler, Trierer Grabungen und Forschungen XII 1 = Corpus Signorum Imperii Romani, Deutschland IV 3 (Mainz 1988) 30 Nr. 46 Taf. 10; Öffnet externen Link in neuem FensterM. Fincker – F. Tassaux, Les grands sanctuaires «ruraux» d'Aquitaine et le culte impérial, Mélanges de lÉcole Française de Rome, Antiquité 104, 1992, 62.

Beschreibung

Auf die Existenz eines Theaters wurde aus einem Inschriftenfragment geschlossen, das die Errichtung eines Proszeniums von Seiten einer Privatperson erwähnt. Die Existenz des Theaters wird im Zusammenhang mit den Heiligtümern des Ortes gesehen, wo vermutlich Zusammenkünfte der Vertreter der lokalen pagi bzw. Gaue stattfanden. Die stereotype Weihung zu Ehren des römischen Kaiserhauses zeigt zumindest die enge Verbindung von Kaiserverehrung und Theater, auch wenn dies kein Nachweis des Kaiserkultes im strengen Sinne innerhalb des Theaters ist. Eine der wesentlichen Aufgaben der pagi waren die Loyalitätsbekundungen gegenüber dem römischen Kaiserhaus.

Ein rechteckiger Einbau an der nördlich vorspringenden Mauer des Temenos vom örtlichen Heiligtum wird als Bühnengebäude interpretiert.

Literatur

W. Reusch, Antike Theater in den Rhein- und Mosellanden, Lebendiges Rheinland-Pfalz 1/4, 1964, 60.

W. Binsfeld, Trierer Zeitschrift 39, 1976, 13-21. 39-44.

E. Bouley, Les théâtres cultuels de Belgique et des Germanies, Latomus 42, 1983, 548.

U. Niffeler, Römisches Lenzburg: Vicus und Theater. Veröff. Ges. Pro Vindonissa 8 (Brugg 1988) 151 Nr. 123.

P. Ciancio Rossetto - G. Pisani Sartorio (Hrsg.), Teatri greci e romani, II (Rom 1994-96) 71.

Th. Lobüscher, Tempel- und Theaterbau in den Tres Galliae und den germanischen Provinzen, Kölner Studien zur Archäologie in den römischen Provinzen 6 (Rahden 2002) 14. 33 ff.

F. Sear, Roman Theatres. An Architectural Study. Oxford Monographs in Classical Archaeology (Oxford 2006) 208.

M. Trunk, Anmerkungen zum Kulttheater in Belginum, in: R. Cordie (Hrsg.), Belginum - 50 Jahre Grabungen und Forschungen, Schriften des Archäologieparks Belginum 5 = Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 33 (Mainz 2007) 321-332.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.belginum.de 

Veranstaltungen

Mit guten Gründen kann man vermuten, dass im Rahmen der Zusammenkünfte des lokalen pagus bzw. Gaues Veranstaltungen im Theater von Belginum stattfanden, das vor allem als Bestandteil eines Heiligtums zu verstehen ist (siehe oben). Hinzuweisen ist auf den Fund einer tönernen Maske in einer Zisterne der Siedlung, die zumindest einen Reflex hiesiger Theateraufführungen geben kann.

Lit.: H. Rose, Fragmente einer römischen Terrakottamaske aus Belginum, in: R. Cordie (Hrsg.), Belginum - 50 Jahre Grabungen und Forschungen, Schriften des Archäologieparks Belginum 5 = Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 33 (Mainz 2007) 231-235.

link: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://arachne.uni-koeln.de/item/objekt/33038