Die Ludi Capitolini stellten im Jahre 86 den ersten dauerhaft eingerichteten griechischen Agon in der Stadt Rom dar, nachdem den gleichartig ausgerichteten Neronia keine über den Tod Neros hinausgehende Lebensdauer beschieden war. Spielegeber war der römische Kaiser und in der Rangordnung der bedeutendsten Agone des gesamten römischen Reiches rangierten sie hinter den vier klassischen Agonen an nächster Stelle.

Quellen

Öffnet externen Link in neuem FensterSueton, Domitian IV 4:

"Außerdem stiftete Domitian zu Ehren des capitolinischen Jupiters einen alle 5 Jahre stattfindenden Wettkampf, der aus drei Teilen bestand: musische Künste, Wagenrennen und Gymnastik, mit bedeutend mehr Preisträgern als heute. Die Konkurrenz umfaßte nämlich auch griechische und lateinische Prosa und außer den Kitharöden auch Leierspieler, die nur Begleitspieler oder nur Solisten waren. In der Kampfbahn liefen auch junge Mädchen um die Wette. Domitian führte den Vorsitz, mit Sandalen an den Füßen und in einer purpurnen Toga nach griechischem Schnitt, auf dem Haupt eine goldene Krone mit dem Bild Jupiters, Junos und Minervas. Ihm zur Seite saßen im gleichen Aufzug der Jupiterpriester und das flavische Priesterkollegium, außer dass auf deren Kronen noch ein Bild des Kaisers selbst war."

Öffnet externen Link in neuem FensterSueton, Domitian XIII 1.
Öffnet externen Link in neuem FensterFlorus, Vergilius orator an poeta 1,3 f.:

Lit. zur Stelle: RE I 2 (Stuttgart 1894) 2266-2268 s.v. Annius (F. Marx); P. Jal, Florus, Oeuvres II (Paris 1967) 101 ff.; 131 ff.; H. Leppin, Histrionen (Bonn 1992) 240 f.

Fraglich ist der Bezug einer Stelle bei Plinius, ep. VII 24,6 auf die Capitolinischen Spiele, wo ludi sacerdotales genannt werden: 

Öffnet externen Link in neuem FensterPlinius, epistulae VII 24:

...  Du wirst erstaunt sein und mir ging es nicht anders: Bei den letzten Priesterspielen waren Pantomimen zum Wettstreit angetreten. Als ich zusammen mit Quadratus das Theater verließ, sagte er zu mir: »Weißt du eigentlich, dass ich heute zum ersten Male den Freigelassenen meiner Großmutter habe tanzen sehen?« So der Enkel. Und dabei rannten doch weiß Gott fremde Menschen der Quadratilla zu Ehren - entschuldige, "Zu Ehren" hätte ich nicht sagen sollen - aus purer Schmeichelei ins Theater, sprangen auf, klatschten, staunten und machten dann singend der Dame jede einzelne Geste noch einmal vor. ..."

Zum Kontext der Stelle siehe unter Öffnet internen Link im aktuellen FensterCasinum.

Martial 4,54 (Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinisch):

„O Collinus, der du den tarpejischen Eichenkranz gewinnen
und dein würdiges Haar mit dem ersten Siegeslaub umwinden durftest,
wenn du klug bis, dann nutze alle Tage,
und nimm immer an, dies sei der letzte.
..."

Martial 4,20 ( Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinisch).

Darstellungen

Golglasmalerei eines Siegers bei den Capitolia (Bild: Daremberg - Saglio Abb. 1999).
Goldglasmalerei:

Lit.: Öffnet externen Link in neuem FensterR. Garrucci, Vetri ornati di figure in oro trovati nei cimiteri dei Cristiani primitivi di Roma (Rom 1858) Taf. 34,1; Öffnet externen Link in neuem FensterDaremberg - Saglio, Dict. des Antiquitès I 2 () 1531 Abb. 1999 s.v. corona (E. Saglio); Öffnet externen Link in neuem FensterR. Zahn, Siegerkrone auf einer Tonlampe, Zeitschrift für Numismatik 24, 1904, 361; R. Alföldi, Die Kontorniaten (Leipzig 1942) 33.

Literatur

I. Lana, I ludi Capitolini di Domiziano, RFIC 29, 1951, 145-160; Öffnet externen Link in neuem FensterL. Robert, Deux concours grecques à Rome, CRAI 1970, 7-8; E.J. Jory, Hermes, 1970, 248; J. Beaujeu, Les jeux sacerdotaux sous le Haut-Empire, Communication à la sociétè des Études latines, 27 avril 1974; ders., Les jeux sacerdotaux du Haut-Empire, BICS 22, 1975, 109-124; M. Clavel-Lévêque, L'Empire en Jeux. Espace Symbolique et Pratique Sociale dans le Monde Romain (Paris 1984) 28-29; M. L. Caldelli, L’agon capitolinus (1993); E. Csapo - W.J. Slater, Ancient Drama in Context (Ann Arbor 1995) 206 Nr. 173; E. Köhne, Brot und Spiele, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 33; A. Heinemann, Sportfreunde: Nero und Domitian als Begründer griechischer Agone in Rom, in: S. Bönisch-Meyer - L. Cordes - V. Schulz - A. Wolsfeld - M. Ziegert (Hrsg.), Nero und Domitian. Mediale Diskurse der Herrscherrepräsentation im Vergleich, Classica Monacensia (Tübingen 2014) 236-243.