Die Isthmischen Spiele wurden nach der Tradition seit dem Jahre 581 v. Chr. im Heiligtum des Poseidon im Zweijahresrhythmus in Isthmia zu Ehren des Gottes abgehalten. Zusammen mit den pythischen, olympischen und nemeischen Spielen gehörten sie zu den 4 großen panhellenischen Spielen. Bis zum Jahre 146 v. Chr. standen sie unter dem Vorsitz von Korinth, das in jenem Jahr von L. Mummius völlig zerstört wurde. Danach kam es unter die Kontrolle Sikyons. Die archäologischen Zeugnisse scheinen anzudeuten, daß in dieser Zeit die Isthmischen Spiele nicht mehr im Heiligtum des Poseidon in Isthmia ausgetragen worden sind. Wahrscheinlich wurden die Isthmien von nun ab für ca. anderthalb Jahrhunderte in Öffnet internen Link im aktuellen FensterSikyon veranstaltet. Nach der Schlacht bei Actium wurden im Jahre 30 v. Chr. den traditionellen Isthmien alle 4 Jahre Öffnet internen Link im aktuellen FensterKaisareia, Spiele zu Ehren des Kaisers, hinzugefügt. In der modernen Literatur wird seit diesem Zeitpunkt zwischen den Kleinen und Großen Isthmien, letztere unter Einschluß der Kaisareia, unterschieden. Zwischen 7 v. und 3 n. Chr. erhielt Korinth nach Etablierung seiner neuen Koloniegründung wieder den Vorsitz über die Spiele und es ist schwer vorstellbar, daß sie danach noch in Sikyon verblieben sein sollen. Die archäologischen Zeugnisse sprechen aber auch dagegen, daß die Spiele zu dieser Zeit bereits wieder in das Isthmische Heiligtum zurückkehrten. Zahlreiche Veranstaltungen könnten daher zwischenzeitlich auch in Korinth selbst abgehalten worden sein, um erst im späten 1. Jh. n. Chr. oder bereits anläßlich des berühmten Besuchs von Kaiser Nero nach Isthmia zurückzukehren. Seit der Zeit von Kaiser Claudius erhielten die Großen Isthmien zusätzlich eine dritte Veranstaltung mit dem Beinamen des regierenden Kaisers, eine Institution, die sich bis zur Zeit des Marc Aurel nachweisen läßt.
Die isthmischen Spiele waren vor allem für ihre sportlichen Wettbewerbe im Stadion bekannt, Tragödie und Komödie waren ausgeschlossen. Es gab jedoch ein Programm musischer Agone, das wenigstens teilweise im Theater stattgefunden haben wird.

Literatur

RE IX 2 (Stuttgart 1916) 2248-2254 s.v. Isthmia (K. Schneider).

Öffnet externen Link in neuem FensterTh. Klee, Zur Geschichte der gymnischen Agone an griechischen Festen (Leipzig 1918).

Öffnet externen Link in neuem FensterA. M. Woodward, Sparta. Öffnet externen Link in neuem FensterThe Inscriptions, Annual of the British School at Athens 26, 1923-1925, 213-219 Nr. 12.

B.D. Merritt, Greek Inscriptions 1896-1927. Corinth VIII 1, results of excavations (Cambridge 1931) 23-25.

Öffnet externen Link in neuem FensterO. Broneer, The Isthmian Victory Crown, American Journal of Archaeology 66, 1962, 259-263;

J.H. Kent, The Inscriptions 1926-1950. Corinth VIII/3 (Princeton 1966) 28-31.

T.B.L. Webster, Potter and Patron in Classical Athens (London 1974) 49.

I. Weiler, Der Agon im Mythos. Zur Einstellung der Griechen zum Wettkampf (Darmstadt 1974) 131-133.

A.J.S. Spawforth, Agonistic festivals in Roman Greece, in: S. Walker – A. Cameron (Hrsg.), The Greek renaissance in the Roman Empire (London 1989) 195.

E.R. Gebhard, The early stadium at Isthmia and the founding of the Isthmian Games, in: H. Kyrieleis – W.D.E. Coulson, (Hrsg.), Symposium on the Olympic Games (Athen 1992) 73-79.

E.R. Gebhard, The Isthmian Games and the Sanctuary of Poseidon in the early empire, in: T. E. Gregory (Hrsg.), The Corinthia in the Roman Period. Journal of Roman Archaeology Supplementary Series 8 (Ann Arbor 1993) 78-94.

D.H.J. Larmour, Stage and Stadium. Drama and Athletics in Ancient Greece, Nikephoros Beihefte 4 (Hildesheim 1999) 175 f.

C. Morgan, The Origins of the Isthmian Festival, in: H. Kyrieleis (Hrsg.), Olympia 1875-2000. 125 Jahre deutsche Ausgrabungen (Berlin 2002) 251-271.

A. Neumann-Hartmann, Das Wettkampfprogramm der panhellenischen Spiele im 5. Jh. v.Chr., Nikephoros 20, 2007, 130-148.

weblinks:

http://www.gottwein.de/Hell2000/isthm01.php

http://de.wikipedia.org/wiki/Isthmia

Quellen

Thukydides VIII 10 (zum Jahr 412 v. Chr.):

„Derweil fanden die Isthmien statt. Die Athener, denen das Fest verkündet worden war, schickten ihre Festboten hin, und die Pläne wegen Chios wurden ihnen immer offenkundiger. Nach ihrer Heimkehr rüsteten sie sich sofort, damit ihnen die Schiffe nicht unbemerkt aus Kenchreai ausliefen. Nach dem Fest stachen die 21 Schiffe gegen Chios in See …“


Livius XXXIII 32 (196 v. Chr.):

[32] Isthmiorum statum ludicrum aderat, semper quidem et alias frequens cum propter spectaculi studium insitum genti, quo certamina omnis generis artium viriumque et pernicitatis visuntur, tum quia propter opportunitatem loci per duo diversa maria omnium rerum usus ministrantis humano generi, concilium Asiae Graeciaeque is mercatus erat. tum vero non ad solitos modo usus undique convenerant sed expectatione erecti qui deinde status futurus Graeciae, quae sua fortuna esset. alii alia non taciti solum opinabantur sed sermonibus etiam ferebant Romanos facturos: vix cuiquam persuadebatur Graecia omni cessuros. ad spectaculum consederant, et praeco cum tubicine, ut mos est, in mediam Öffnet externen Link in neuem Fensteraream, unde sollemni carmine ludicrum indici solet, processit et tuba silentio facto ita pronuntiat: 'senatus Romanus et T. Quinctius imperator Philippo rege Macedonibusque devictis liberos, immunes, suis legibus esse iubet Corinthios, Phocenses, Locrensesque omnes et insulam Euboeam et Magnetas, Thessalos, Perrhaebos, Achaeos Phthiotas'. percensuerat omnes gentes quae sub dicione Philippi regis fuerant. audita voce praeconis maius gaudium fuit quam quod universum homines acciperent: vix satis credere se quisque audisse et alii alios intueri, mirabundi velut ad somni vanam speciem; quod ad quemque pertinebat, suarum aurium fidei minimum credentes, proximos interrogabant. revocatus praeco, cum unusquisque non audire modo sed videre libertatis suae nuntium averet, iterum pronuntiavit eadem. tum ab certo iam gaudio tantus cum clamore plausus est ortus totiensque repetitus ut facile appareret nihil omnium bonorum multitudini gratius quam libertatem esse. ludicrum deinde ita raptim peractum est ut nullius nec animi nec oculi spectaculo intenti essent: adeo unum gaudium praeoccupaverat omnium aliarum sensum voluptatium.

„Der Zeitpunkt der Isthmischen Spiele war da, die auch sonst immer viel besucht waren wegen der dem Volk angeborenen Leidenschaft für das Schauspiel, mit der es sich Wettkämpfe anschaut, bei denen es auf Fertigkeiten aller Art, auf Körperkraft und auf Schnelligkeit ankommt. … Man hatte sich zum Schauspiel gesetzt, und der Herold trat mit dem Trompeter, wie es Brauch ist, in die Mitte des Kampfplatzes, von wo aus nach einer feierlichen Formel die Spiele eröffnet zu werden pflegten, und als mit der Trompete Schweigen geboten war, verkündete er folgendes. „Der römische Senat und der Feldherr T. Quinctius ordnet nach dem Sieg über König Philipp und die Makedonen an, dass die Korinther, die Phoker und alle Lokrer und die Insel Euböa und die Magnesier, die Thessaler, die Perrhaiber und die Phthiotischen Achäer in Freiheit, ohne Abgaben und nach ihren eigenen Gesetzen leben sollen.“  … Die Spiele wurden darauf so hastig durchgeführt, dass weder die Herzen noch die Augen von jemand auf das Schauspiel gerichtet waren. So sehr hatte die eine Freude den Sinn für alle anderen Vergnügungen genommen. Als die Spiele dann vorüber waren, stürmten alle fast im Laufschritt zum römischen Feldherrn, und da das Getümmel der Menschen, die an ihn heranzukommen und seine Rechte zu berühren wünschten und die Kränze und Bänder warfen, zu einer Stelle hindrängte, wäre er beinahe in Gefahr geraten.“

Pausanias II 2,2:

„Der Isthmische Wettkampf hat aber nicht einmal aufgehört, als Mummius die Korinther vernichtete, sondern solange die Stadt verlassen blieb, war den Sikyoniern die Abhaltung der Isthmien anvertraut, und seit der Neugründung ist den jetzigen Bewohnern diese Ehre wieder zuteil geworden.“

Dion Chrysystomos VIII 9-15:

„Zu jener Zeit war es auch, daß man rings um den Poseidontempel beobachten konnte, wie viele erbärmliche Sophisten schrien und sich gegenseitig beschimpften, ihre sogenannten Schüler miteinander stritten, viele Prosaisten ihre stumpfsinnigen Schreibereien vorlasen, viele Dichter ihre Werke rezitierten und beim Publikum Beifall ernteten, viele Gaukler ihre Kunststücke zeigten, viele Wahrsager die Zeichen deuteten, zahllose Redner das Recht verdrehten und nicht wenige Krämer verhökerten, was sie gerade hatten.
10 Natürlich rannte man auch gleich zu ihm, allerdings kein Korinther. Was hätten sie auch bei ihm profitieren sollen, da sie ihn ja täglich in Korinth sahen! Wer herzukam, war fremd in Korinth, und jeder ging, wenn er ein wenig gesagt oder zugehört hatte, seines Wegs aus Furcht, Rede und Antwort stehen zu müssen.
11 Deswegen, sagte Diogenes, gleiche er den spartanischen Hunden: Wenn diese in der Öffentlichkeit vorgeführt würden, gebe es viele, die sie streichelten und mit ihnen spielten, kaufen aber wolle sie niemand gerne, weil er mit ihnen nichts anfangen könne. Als ihn jemand fragte, ob er auch gekommen sei, um sich die Wettspiele anzusehen, sagte er: « Nein, sondern um an ihnen teilzunehmen.» Der aber lachte und fragte, wer denn seine Gegner seien.
12 Diogenes, wie gewöhnlich ein Funkeln in den Augen, antwortete: « Sehr zähe, mit denen man nur schwer fertig wird und denen kein Grieche ins Auge zu sehen vermag; freilich keine Läufer, Ringer, Springer, Boxer, Speer- oder Diskuswerfer, sondern Gegner, die zur Vernunft bringen.»
13 «Wer denn nun eigentlich? » fragte der andere. «Die Widerwärtigkeiten», war die Antwort, «die sehr stark sind und sich nicht bewältigen lassen von aufgeblasenen Vielfraßen, die sich den lieben langen Tag den Bauch vollschlagen und nachts schnarchen, die sich auf den Rücken legen lassen von saft- und kraftlosen Männern, deren Taille noch mehr eingezogen ist als die einer Wespe.  
14 Oder glaubst du, diese Fettwänste wären zu irgend etwas nütze? Man sollte sie um die Stadt treiben, die Riten der Reinigung an ihnen vollziehen und sie über die Grenze jagen, ja mehr noch, sie töten und zum Mahl in Stücke schneiden, wie man es mit dem Fleisch großer Fische tut, wenn man klug ist; dann kocht man es in Salzwasser und schmilzt das Fett wie bei uns in Pontos das Fett der Delphine, um sich damit zu salben. Denn ich glaube, diese Leute haben noch weniger Seele als ein Schwein.
15 Der Mann aber, der etwas auf sich hält, glaubt, daß die Widerwärtigkeiten seine schwersten Gegner sind, und mit ihnen kämpft er gerne, immer, bei Tag und bei Nacht, nicht um Sellerieblätter wie die Ziegen, um einen Öl- oder Fichtenzweig, sondern um Glück und Tüchtigkeit, und zwar sein ganzes Leben lang, nicht nur, wenn die Eleer ihre Spiele ausrufen oder die Korinther oder die Versammlung der Thessalier. Er f'ürchtet keinen seiner Gegner oder wünscht, das Los hätte ihm einen anderen bestimmt,  16 sondern der Reihe nach fordert er sie alle heraus, schlägt sich gerne mit Hunger und Kälte herum, erträgt Durst, hält, wenn nötig, Peitschenhiebe aus und bleibt hart, wenn er geschnitten und verbrannt wird.“

Dion Chrysostomos IX (Diogenes oder die Isthmischen Spiele) 1

„Zur Zeit der Isthmischen Spiele ging Diogenes zum Isthmos hinab; wie es scheint, hielt er sich gerade in Korinth auf. Er ging gern zu großen Veranstaltungen, aber aus einem anderen Grund als die Menge: Sie will die Wettkämpfer bestaunen und ihre Vergnügungssucht befriedigen, er aber wollte, wie ich glaube, die Menschen und ihren Unverstand beobachten. Er wußte nämlich, daß sie bei Festen und festlichen Versammlungen eher zeigen, wer sie sind, während sie im Krieg und im Feldlager aus Furcht vor der Gefahr weniger aus sich herausgehen. …
5. Die anderen aber kamen von weit her zu Diogenes, von Ionien, Sizilien und Italien, ja manche sogar aus Libyen, Massilia und Borysthenes. Sie alle wollten ihn sehen und auch für kurze Zeit reden hören, allerdings mehr, um anderen davon erzählen zu können als sich selbst zu ändern. …
10 Dennoch wurden die Verantwortlichen bei den Isthmischen Spielen und alle, die Rang und Namen hatten, gewaltig aus dem Konzept gebracht und sahen zu Boden, sooft sie in seine Nähe kamen, und sie alle gingen schweigend an ihm vorüber, ohne mehr als ein verschämtes Blinzeln zu wagen. Als er aber sich selbst einen Fichtenkranz' aufsetzte, ließen ihm die Korinther durch einige Diener sagen, er solle den Kranz absetzen und nichts gegen das Recht tun.
11 Der aber fragte sie, warum es bei ihm gegen das Recht sei, wenn er sich einen Fichtenkranz aufsetze, bei anderen aber nicht. «Weil du keinen Sieg errungen hast, Diogenes », war die Antwort. «Oh doch», erwiderte er, «und zwar über viele gewaltige Gegner; nicht über Sklaven, wie sie zur Zeit hier ringen, Diskus werfen und laufen,
12 sondern Gegner, mit denen auf der ganzen Linie schwerer fertigzuwerden ist, wie Armut, Verbannung und fehlendes Ansehen, ferner Zorn, Trauer, Gier, Furcht und das unbezwingbare Tier überhaupt, heimtückisch und feig: die Lust.“

Strabo VIII 6,20 (378):

„Denn teils führte das gefeierte Isthmische Kampfspiel eine Menge Volk dahin (d.h. nach Korinth), teils behaupteten die Bakchiaden, ein reiches, zahlreiches und glänzendes Geschlecht, als Zwingherrn der Stadt die Herrschaft fast zwei Jahrhunderte lang und genossen ungestört die Früchte des Handels.

22 (380): Auf der Landzunge steht auch der Tempel des Isthmischen Poseidon, von einem Fichtenhain umgeben, wo die Korinther das Kampfspiel der Isthmien feiern.“

Pseudo-Lukian (=Philostratos), Nero 3:

„Was Nero nach Achaia trieb, war seine Leidenschaft für den Gesang und die Einbildung, die er sich selbst in den Kopf gesetzt hatte, daß die Musen selbst nicht lieblicher singen könnten als er. Kurz, er wollte sich auch an den Olympischen Spielen, wo der Sieg so vorzüglich schmeichelhaft ist, eine Krone ersingen. Denn was die Öffnet internen Link im aktuellen FensterPythischen betrifft, dort glaubte er mehr als Apollon selbst zu Hause zu sein. So überzeugt war er, dass dieser Gott sich nicht einfallen lassen dürfe, ihm in dem Talente, die Kithara zu spielen und dazu zu singen, den Preis streitig machen zu wollen. Der Isthmos war wohl das, was ihn in der Ferne am wenigsten angefochten haben mochte. … Er schritt also in großer Feierlichkeit aus dem Gezelt hervor und stimmte nach einem Hymnos an Amphitrite und Neptun einen kleinen Lobgesang auf Leukothea und Melikertes an. Hierauf reichte ihm der Präfekt von Griechenland ein goldenes Grabscheit: er näherte sich, unter dem Gesang und Zujauchzen einer unendlichen Menge Volkes dem Orte, wo der Anfang mit Graben (des Isthmos) gemacht werden sollte.
9. (Menekrates) Aber wie kommt es, daß alle, die sich mit ihm in einem Wettstreit messen, immer den Kürzeren ziehen? Vermutlich sind sie künstlich genug, ihre Kunst aus Gefälligkeit gegen ihn verbergen zu können.
(Musonios) Allerdings machen sie es wie die Ringer, wenn sie ihrem Gegner den Sieg lassen wollen. Und wehe dem, der sich bei dieser Gelegenheit einer unzeitigen Ruhmgier und Eifersucht überlassen sollte! Du erinnerst dich doch, wie der tragische Schauspieler neulich bei den Isthmischen Spielen ums Leben kam?
(Menekrates) Was ist das für eine Geschichte? Mir ist nichts davon zu Ohren gekommen.
(Musonios) So höre denn eine Tatsache, die immer unglaublich bleiben wird, obwohl sie vor den Augen von ganz Griechenland geschehen ist. Ungeachtet des Gesetzes, welches die Wettstreite der komischen und der tragischen Schauspieler von den Isthmischen Spielen ausschließt, beliebte es denn Nero doch, auch in der tragischen Deklamation bei diesem Wettkampf den Preis zu gewinnen. Es meldeten sich also zu diesem Wettkampf verschiedene Subjekte, unter andern ein Epirote, der eine ganz vortreffliche Stimme hatte und deswegen sehr berühmt und bewundert war. Dieser Schauspieler machte kein Geheimnis daraus, dass er große Lust habe, diesmal die Krone davonzutragen und dass er nicht weichen würde, wemn ihm Nero nicht 10 Talente für den Sieg gäbe. Nero kam darüber in äußerste Wut, denn der Epirote erklärte sich hierüber, da der Kampf eben angehen sollte, hinter der Skene so laut, daß ihn hören konnte, wer wollte. Da ihm nun die Griechen mit großem Geschrei Bravo zuriefen, schickte Nero einen seiner Sekretäre und ließ ihm sagen, er solle seine Stimme so sinken lassen, dass sie unter der seinigen bliebe. Aber jener erhob sie nur umso mehr und ereiferte sich mit aller demokratischen Freiheit, den Sieg auf die entschiedenste Weise zu erhalten. Wie Nero dies sieht, schickt er seine Histrionen auf die Bühne, als ob sie etwas mit der Sache zu tun hätten. Diese fielen, mit ihren elfenbeinernen doppelten Schreibtafeln in den Händen, über den Epiroten her, drückten ihn gegen die nächste Säule und stießen ihn mit den Spitzen ihrer Schreibtafeln, die ihnen als Dolche dienen mußten, so lange in die Gurgel, bis ihm der Atem ausblieb.
(Menekrates) Und der Mann, der so eine verruchte Tat vor den Augen aller Griechen zu tun fähig war, trug gleichwohl den Sieg im tragischen Vortrag davon!
(Musonios) Für einen jungen Fürsten, der seine leibliche Mutter ermordet hatte, war so etwas nur ein kleiner Spaß. Er schaffte sich einen Nebenbuhler in der Deklamierkunst vom Halse, indem er ihm den Atem zugleich mit der Stimme wegnehmen ließ. Ist sich darüber viel zu verwundern, wenn man weiß, daß er sogar die Öffnung der pythischen Höhle, aus welcher der Gott zu Delphi seine Orakel emporhaucht, mit Gewalt verstopfen wollte, um die Stimme des Apollon selbst zu ersticken.“ (Übers. Wieland)

Philostrat, Apollonius von Tyana IV 24:

„Zu dieser Zeit fanden auch die Olympischen Spiele statt, zu denen ihn die Eleer einluden. Da sprach Apollonios zu ihnen: Ihr scheint mir den Ruhm Olympias zu verdächtigen, da ihr es für nötig haltet, spezielle Einladungen an diejenigen zu verschicken, die doch von selbst gekommen wären. Als er sich auf dem Isthmos befand, und das Meer um den Hafen von Lechaion brüllte, sagte er: Diese Landenge wird durchstochen werden oder vielmehr doch nicht. Man hielt dies für eine Weissagung auf den Durchstich des Isthmos, den 7 Jahre später Nero unternahm. Dieser verließ nämlich seine Residenz und reiste nach Griechenland, um bei den Olympischen und Pythischen Spielen einen Preis zu erringen. Er siegte dann auch auf dem Isthmos, wo Gesänge zur Kithara und Heroldsrufe Gegenstände des Wettstreits waren. Er errang aber auch als Tragödiendichter in Olympia einen Preis.“ (Übers. V. Mumprecht)

Plutarch, Tischgespräche V (moralia 675b).

(Text folgt)

Plutarch, Tischgespräche VIII (moralia 723a-b).

(Text folgt)

Julian, Briefe 35.

(Text folgt)

Siegesinschrift des Kitharöden Nikokles aus Tarent im Dionysos-Theater von Athen, IG II 1367 (PHI).
(Text folgt)
Ehreninschrift des M. Ulpius Heliodoros in Argos, IG IV 591.

(Text folgt)

Siegerinschrift, B. D. Merritt, Greek Inscriptions 1896-1927. Corinth VIII 1, results of excavations (Cambridge 1931) Nr. 14; SEG IX Nr. 61 (3 n. Chr.):

„(A) Im Jahre 33 seit dem Sieg Cäsars bei Aktium unter den Konsuln Marcus Servilius und Lucius Älius Lamia. Unter dem Agonotheten der kaiserlichen Isthmischen Spiele (Isthmia Kaisareia) [-----] (B) (C) Trompeter: Patrokles, Sohn des Stratagos [-----] Herolde: [Spi]nther, Sohn des Spinther, aus Thespiai. Dichter: C. Cassius Flaccus, Sohn des Caius, aus Syrakus. Prunkredner: C. Antonius Eumolpos. Flötenspieler: C. Genykios Zenon, aus Ni[-----]. Kitharaspieler: keiner am Wettkampf teilgenommen. Kithara-Sänger: Antiochos, Sohn des Antiochos, aus Cäsarea. …“

Literatur: L. Robert, Études épigraphiques et philologiques (Paris 1938) 22; J. H. Kent, The Inscriptions 1926-1950. Corinth VIII/3 (Princeton 1966) 70. Vgl. zur Entlohnung eines Redners J. Hengstl (Hrsg.), Griechische Papyri aus Ägypten (München 1978) 365 153 (P.Brem. 46).

Siegerinschrift, B. D. Merritt, Greek Inscriptions 1896-1927. Corinth VIII 1, results of excavations (Cambridge 1931) Nr. 15.

(Text folgt)

Siegerinschrift eines Flötenspielers, FdD III 1, Nr. 550, Z. 2.
Isthmia, Grabstele des L. Cornelius Korinthos.
Grabstele des pythischen Flötenspielers L. Cornelius Korinthos, aus Isthmia:

„L. Cornelius Korinthos, Bürger aus Korinth, pythischer Flötenspieler, Periodonikes (d. h. Sieger an allen 4 heiligen Wettkämpfen), siegte την περιοδον (d.h. den Umlauf der 4 heiligen Wettkämpfe), siegte beim Schild von Argos nach 1 Regel, …….(In Siegeskränzen die Namen der gewonnenen Agone, oben auf der Stele) „Isthmien, Nemeien, Pythien, den Schild von Argos.“

(Unten auf der Stele):

„Die Aktischen Spiele 4 mal, Neapel 2 mal, die Kaisareia in Korinth 8 mal, in Patras 2 mal, in Lakedaimon 2 mal, in Chalkis 2 mal, den Schild von Argos 2 mal, die Panathenäen in Demetrias 1 mal, in Larisa 2 mal, in Asien 4 mal.“

Literatur: Öffnet externen Link in neuem FensterJ.-P. Michaud, Chronique des fouilles en 1968 et 1969, BCH 94, 1970, 946-948 Abb. 131; P. Clement, L. Kornelios Korinthos of Corinth, in: D. Bradeen – M. McGregor (Hrsg.), Phoros. Tribute to Benjamin D. Meritt (1974) 36-39; H. van Looy, Qui etaient les athlètes? Classe sociale et rang, in: D. Vanhove (Hrsg.), Le sport dans la Grèce antique. Du jeu à la competition, 23 Janvier-19 Avril (Gent 1992) 134 Abb. 3; E. R. Gebhard, The Isthmian Games and the Sanctuary of Poseidon in the early empire, in: T. E. Gregory (Hrsg.), The Corinthia in the Roman Period, Journal of Roman Archaeology Supplementary Series 8 (Ann Arbor 1993) 87 Anm. 35.

IG IV 558 zu den Aktivitäten der dionysischen Techniten bei den Isthmien (ca. 115 v. Chr.).

(Text folgt)